Kein Bußgeld für Raser: Blitzer durch WannaCry lahmgelegt

Johann Philipp

Australische Raser dürfen sich freuen: Über 8.000 Strafen durch überhöhtes Tempo, Über-Rot-Fahren und anderen Verstößen sind im Bundesstaat Victoria für ungültig erklärt worden. Die Blitzer in der Region waren mit dem Trojaner WannaCry befallen. Doch wie kam die Schadsoftware auf die Geräte?

Kein Bußgeld für Raser: Blitzer durch WannaCry lahmgelegt
Bildquelle: Pixabay CC0.

Die Erpressungssoftware WannaCry hat weltweit für Störungen gesorgt. In Australien hat der Trojaner nun auch Radarfallen infiziert. Zwischen dem 6. und 22. Juni waren allein im Stadtgebiet von Melbourne 55 Radarkameras von der Schadsoftware befallen. Die Stadtverwaltung zählte 590 Strafen, die nun für nichtig erklärt wurden. Im gesamten Bundesstaat wird mit mehreren Tausend Bußgeldbescheiden gerechnet, die nun gelöscht werden.

WannaCry verschlüsselt Gerät

Wir erinnern uns: WannaCry kam durch ein Sicherheitsleck im Windows-Betriebssystem auf die Geräte und sperrte alle Daten. Die Erpresser verlangten eine Zahlung von 300 US-Dollar in Bitcoins, um die Daten wieder freizugeben und den Computer zu entsperren. Doch wie kommt so eine Schadsoftware auf einen Blitzer?

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Auf den Blitzern läuft Windows

Die Erklärung ist simpel: Auf den Blitzergeräten läuft eine Version von Windows und der zuständige Betreiber hatte nicht die notwendigen Sicherheitsupdates installiert. Kurios ist außerdem, dass die Kameras nicht mit dem Internet verbunden sind und trotzdem von WannaCry befallen waren. Wie genau die Software auf die Blitzer kam, ist bislang noch nicht geklärt. Die Behörden in Australien gehen davon aus, dass die Übertragung durch einen USB-Stick erfolgt sein könnte. Vermutet wird, dass der Betreiber die Schadsoftware unabsichtlich auf die Geräte überspielte.

Blitzer haben trotz Schädling funktioniert

Die Glücklichen sind nun die Autofahrer: Die Behörden betonen, dass die Blitzer trotz der Schadsoftware funktioniert hätten. Ein Erpressungsversuch läge nicht vor. WannaCry soll versucht haben, sich mit dem Internet zu verbinden, um das Gerät zu sperren, doch das war mit den Blitzern nicht möglich. Die Strafen würden dennoch annulliert, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Verkehrsüberwachungssystem nicht zu gefährden. In den kommenden Wochen sollen alle Kameras überprüft und die nötigen Sicherheitsupdates installiert werden.

Quelle: Heise Online

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