Piaggio-Roboter folgt seinem „Herrchen“ und schleppt die Einkäufe

Stefan Bubeck

Er kommt mit dir zum Supermarkt und rollt dir danach mit den Einkäufen beladen hinterher, während du gemütlich heim schlenderst oder zügig radelst. Ist das der Roboter, auf den alle gewartet haben?

Das Vorbild des Piaggio Gita kennen wir alle: Der gut alte „Hackenporsche“, auch bekannt als „Rentnervolvo“, Einkaufstrolley oder Marktroller. Der Nachteil des Oma-Klassikers ist, dass man ihn hinter sich her ziehen muss, was Kraft kostet und mindestens eine Hand braucht. Zum Glück ist das in Zukunft anders.

Gita transportiert bis zu 18 Kilogramm

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Piaggio – der Hersteller des kultigen (elektrischen) Motorrollers Vespa – hat 2015 eine Tochterfirma für autonome Mobilität gegründet, die sich als amerikanisches Forschungszentrum beschreibt. Das erste Produkt der „Piaggio Fast Forward“ getauften Abteilung ist nun der Transportroboter Gita.

Auf den ersten Blick erinnert er an die Star-Wars-Droiden R2-D2 und BB-8, gekreuzt mit dem unteren Teil eines Segway-Personal-Transporters. Gita ist also ein 66 Zentimeter hohes, rollendes Fass. Zwei Räder sorgen für die Fortbewegung, aber auch für die Balance. Auf der Oberseite befindet sich ein Klappe – das ist der Zugang zum Staufach, in das etwa die Einkäufe aus dem Supermarkt hinein kommen.

Piaggio GITA: Greg Lynn erklärt die Funktionen.

Greg Lynn (Chief Creative Officer of PFF) erläutert: „Gita navigiert, in dem er eine 3D-Karte erstellt. Das geschieht visuell, er folgt also nicht einem Signal.“ Der Besitzer trägt ein Wearable, dass die Umgebung mit Kameras erfasst. Die so erstellte Karte wird mit Gita geteilt, der parallel dazu auch eine 360-Grad-Karte erstellt. So weiß der Roboter, wo er sich in Relation zu seinem Besitzer befindet und kann diesem auf Schritt und Tritt folgen. Lokalisierung und Kartenerstellung laufen simultan ab.

„Anstatt sich immer auf ein Auto verlassen zu müssen, können die Menschen nun ihr Rad oder Skateboard nehmen, oder auch zu Fuß gehen.“ Als Beispiel nennt Lynn kleine Besorgungen („Einen Karton Wein“), bei denen eine Autofahrt sehr ineffizient sei. Ein weiterer Vorteil sei, dass Gita seinem Anführer ins Innere von Gebäuden folgen könne. Der Roboter kann alternativ auch ganz alleine losgeschickt werden, er verfügt dafür über einen autonomen Modus.

GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)
GITA von Piaggio Fast Forward (Quelle: Piaggio)

Bei einer Vorstellung in Boston wurde neben Gita auch der „große Bruder“ namens „Kilo“ gezeigt. Dieser erinnert optisch an einen Traktor und kann bis zu 100 Kilogramm Gewicht und sperrige Lasten transportieren. Wann genau und zu welchem Preis Gita und Kilo auf den Markt kommen sollen, ist noch nicht bekannt. Der Hersteller deutet eine Verfügbarkeit im nächsten Jahr an.

Quellen: Piaggio Fast Forward, IEEE Spectrum

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