Schneller als die Concorde: Neuer Superjet vorgestellt

Stefan Bubeck 4

In Zukunft können wir im Überschall-Passagierflugzeug „Boom“ mit 2,2-facher Schallgeschwindigkeit in weniger als dreieinhalb Stunden von Paris nach New York düsen. Virgin-Group-Chef und Multimilliardär Richard Branson hat gleich zehn Exemplare bestellt.

Schneller als die Concorde: Neuer Superjet vorgestellt
Bildquelle: Boom.

Das britisch-französische Superflugzeug Concorde stand in den Jahren 1976 bis 2003 für die ultimative Vereinigung von High-Tech und Luxus. Der Flieger hat zahlreiche Geschwindigkeitsrekorde gebrochen und ermöglichte es 1985 dem Sänger Phil Collins auf beiden Live-Aid Konzerten aufzutreten, indem er nach seinem Auftritt in London die Concorde nach Philadelphia nahm. Die Ära der legendären „Königin der Lüfte“ ist vorbei. Das amerikanische Start-Up Boom Technology Inc will nun die würdige Nachfolge antreten.

Boom: Erschwingliche Überschall-Flüge

Die Concorde war die schnellste Art zu reisen, aber wahrscheinlich auch die teuerste. Wer von Paris nach New York fliegen wollte, musste zuletzt rund 8.700 Euro hinblättern – ein sehr exklusives Vergnügen. Blake Scholl, ehemaliger Amazon-Manager und heute CEO von Boom verkündet nun, dass er Flüge zu „Preisen der Business-Klasse“ anbieten will. Das wären dann um die 5.000 Dollar – wenn man dann noch die Inflation berücksichtigt, kommt man dem Begriff „bezahlbar“ tatsächlich einen Schritt näher. „Das ist Reisen mit Überschallgeschwindigkeit, kein Bullshit – und es ist in der Tat erschwinglich,“ so der Boom-CEO.

Die Fluggeschwindigkeit wird mit Mach 2,2 selbstverständlich die Concorde übertreffen, die mit gemächlichen Mach 2,0 unterwegs war. Nebenbei soll die Boom auch leiser und effizienter als ihre brachiale Vorgängerin werden.

Ab 2023 kann die neue Ära des kommerziellen Überschallflugs laut Boom starten, das dann verwendete Flugzeug wird eine Kapazität von 45 bis 50 Sitzplätzen haben (Concorde: 92 bis 128). Losgehen soll es mit der Route Paris - New York, für später stehen dann San Francisco - Tokyo und Los Angeles - Sydney auf dem Plan des ambitionierten Unternehmers.

Scholl schätzt die zukünftige Größe des Marktes für superschnelle Flüge auf 100 Milliarden Dollar Umsatz. Virgin-Chef Richard Branson ist mit seinem Unternehmen Spaceship Company an Entwurfs- und Konstruktionsarbeiten, am Bau, sowie Flugtests und Betrieb von Boom beteiligt. Außerdem hat er sich die Option für die ersten zehn Flugzeuge für seine eigene Airline gesichert.

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Überschall-Passagierflugzeug Boom auf einen Blick

  • 45 Passagiere
  • Geschwindigkeit: 1.451 mph (2.335 km/h)
  • Reichweite: max. 9.000 nmi (17.668km)
  • Länge 51,8 Meter
  • Spannweite 18,2 Meter
  • Ticketpreise: Rund 5000 US-Dollar für Paris - New York

 

Baby-Boom: Der Prototyp soll zeigen, was möglich ist

Damit die Ernsthaftigkeit der Pläne unterstrichen wird, hat das Unternehmen gestern den Prototypen XB-1 vorgestellt. Dieser wird von seinen Erfindern liebevoll „Baby Boom“ genannt und soll demonstrieren, zu was die Boom-Ingenieure in der Lage sind.

Der verniedlichende Name passt, denn die XB-1 ist nur ein Drittel so groß wie der geplante Boom-Airliner und fasst auch nur zwei Passagiere. Erste Testflüge mit dem Demo-Jet sind für Ende 2017 angekündigt.

Quellen: Futurezone, Guardian, Boom

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