Wer aufgrund von Games und WhatsApp ständig auf sein Smartphone starrt, statt auf den Straßenverkehr zu achten, übersieht ganz leicht eine rote Ampel – und ist eine Gefahr für sich und andere. Eine niederländische Gemeinde sagt den Smartphone-Zombies nun den Kampf an.

Immer mehr Menschen haben ständig das Smartphone in der Hand und den Blick nach unten gerichtet, auch im Straßenverkehr. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen eigenen Begriff: „Smombie“, laut dem Langenscheidt-Verlag das Jugendwort des Jahres 2015. Ob das tatsächlich im alltäglichen Sprachgebrauch so verwendet wird, ist eine andere Frage – wir wissen aber alle, was gemeint ist. Bei den aktuellen Super-Smartphone-Displays ist es allerdings echt nicht so einfach, den Blick von deren Pracht abzuwenden.

Sony Xperia Z5 mit 4K Ultra HD Display bei Amazon

Die Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk hat nun in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen HIG Traffic Systems damit begonnen, sogenannte Bodenampeln (auch bekannt als „Bompel“) zu verbauen. So sollen auch Fußgänger, die permanent auf ihr Smartphone starren, davor bewahrt werden, abgelenkt auf eine befahrene Straße zu laufen. Die rund 1,5 Meter langen, im Boden eingelassenen LED-Lichtstreifen leuchten entsprechend der Ampelphase in rotem oder grünem Licht.

Video: Die neuen „LED-Lichtlijnen“ der Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk

Der externe Inhalt kann nicht angezeigt werden.

Noch handelt es sich um einen Test. Sollte dieser erfolgreich ausfallen, plant HIG, die Technik auch anderen Gemeinden anzubieten „Soziale Medien, Spiele, WhatsApp und Musik sind die Hauptablenkungen im Straßenverkehr. Wir können diesen Trend nicht ändern, aber wir können die Probleme angehen“, erklärt der Stadtrat Kees Oskam.

Auch in Deutschland gibt es vergleichbare Projekte, beispielsweise in Augsburg – die dort installierten Bodenampeln lösten letztes Jahr ein weltweites Interesse nach entsprechenden Systemen aus. Ernüchterung gab es hingegen in Köln: Nach einer Testphase mit drei Ampeln wurde entschieden, keine weiteren „Bompeln“ mehr zu verbauen. Ein Gutachten hatte dort ergeben, dass es keine Verbesserung gibt. Die Smombies ließen sich nicht aufhalten.

Quellen: DutchNews, Augsburger Allgemeine, Radio Köln