Super-Akkus aus Deutschland: Tesla bekommt Konkurrenz

Johann Philipp 3

Japan und Deutschland wollen Tesla den Stecker ziehen: Das japanische Unternehmen Mitsubishi entwickelt einen neuen Akku mit mehr Reichweite und in Deutschland bildet sich eine Akku-Allianz aus großen Unternehmen, die zusammen eine Gigafactory bauen wollen. Die Konkurrenz für Tesla wächst.

Super-Akkus aus Deutschland: Tesla bekommt Konkurrenz
Bildquelle: Tesla inc..

Die meisten Elektroautos können mit der Reichweite von Benzin- und Dieselfahrzeugen nicht mithalten. Vor allem Kleinwagen mit E-Antrieb sind für den Einsatz in der Stadt konzipiert. Mitsubishi will effizientere Akkus bauen, mit denen Elektroautos mehr als 340 Kilometer schaffen sollen. Damit liegen sie im Bereich von Teslas neuem Model 3. Als erstes Auto könnte der Kleinwagen Mitsubishi i-MiEV die neuen Akkus bekommen und bis zu 340 km schaffen – doppelt so viel wie bisher. Mit einem Grundpreis von aktuell 23.790 Euro ist er deutlich günstiger als ein Tesla Model 3.

Produktion ab 2020

Die Produktion der Lithium-Ionen-Akkus übernimmt Lithium Energy Japan, ein Joint Venture von Mitsubishi Corp. und Mitsubishi Motors. Das Unternehmen GS Yuasa, der viertgrößte Hersteller von Energiespeichern für Elektroautos weltweit, ist ebenfalls an der Entwicklung beteiligt. Hergestellt werden die Akkus in Japan und sollen nicht teurer werden als die bisherigen Modelle mit weniger Reichweite. Ab 2020 sollen sie auf den Markt kommen. Für die Auto-Hersteller bringt der neue Akku viele Vorteile: Sie sind leichter, benötigen weniger Platz und verbraucht weniger Energie.

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Gigafactory in Deutschland

Auch Deutschland rüstet gegen Tesla auf und plant eine Gigafactory für die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus zu bauen. Das Unternehmen TerraE ist aus dem Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien hervorgegangen. Diese Akku-Allianz verbindet verschiedene namhafte deutsche Unternehmen wie Siemens, ThyssenKrupp, BASF sowie zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Fabrik dürfte aber etwas kleiner werden als das Vorbild aus den USA. Tesla errichtet zurzeit seine Gigafactory in der Wüste von Nevada. Der Name „Gigafactory“ leitet sich von der Maßeinheit für Milliarden ab. In der ersten Ausbaustufe soll eine Fertigungskapazität von jährlich 35 Gigawattstunden (GWh) erreicht werden. Eine GWh entspricht dem Verbrauch von einer Milliarde Watt für eine Stunde. Bis zu 150 GWh plant Tesla für die Zukunft. In der deutschen Version wird man mit fünf GWh beginnen und sich auf 34 GWh steigern.

Große Akkus, große Infrastruktur?

Tesla kann den aktuellen Plänen aus Japan und Deutschland noch entspannt gegenüber schauen. Zu geringe Reichweiten sind zwar immer noch das Hauptproblem, warum der Elektroantrieb noch keine Alternative zum Verbrennungsmotor ist, doch auch die Infrastruktur an Ladesäulen muss ausgebaut werden. Tesla ist mit seinen sogenannten Superchargern weit voraus und bietet den Kunden eines Model S und Model X an, ihr Fahrzeug kostenlos aufzuladen.

Die Pläne aus Japan und Deutschland unterscheiden sich in noch einem Punkt vom Vorbild aus Kalifornien: Tesla liefert bereits die ersten Fahrzeuge mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern aus und auch die Gigafactory ist schon im Bau. Die Konkurrenz plant derweil noch die ersten Schritte und lässt Tesla mit jedem Monat mehr Vorsprung.

Quelle: Spectrum, Tesla, Terra E

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