VW Sedric: Volkswagen möchte Taxis durch selbstfahrende Pokémon ersetzen

Arne Düsterhöft

Volkswagen stellt auf dem Genfer Auto-Salon sein erstes Konzeptfahrzeug für die Strategie 2025 vor. Das selbstfahrende Elektroauto „VW Sedric“ soll für Volkswagen den Weg vom Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister bereiten. Von einem funktionierenden Prototypen ist VW allerdings noch ein ganzes Stück entfernt.

Trailer zum VW-Roboter-Auto Sedric.

Wenn es nach Volkswagen geht, steht uns ein goldenes Zeitalter der Mobilität bevor – selbstverständlich mitgestaltet und konzipiert von VW. Kleiner Wermutstropfen ist, dass diese Zukunft erst 2025 startet. Unter dem Langzeitkonzept „Together – Strategie 2025“ präsentierte VW heute auf der Genfer Auto Show die erste konkrete Idee des Konzepts in Form eines vollständig autonom fahrendes Elektroauto mit dem Namen Sedric – eine Kurzform für „Self-Driving Car“.

Mit dem selbstfahrenden Pokémon zur Schule

Ästhetisch soll das Konzeptfahrzeug laut Volkswagen „spontanes Vertrauen“ schaffen und „mit seinen kräftigen Flanken … Solidität, Sicherheit und Verlässlichkeit“ vermitteln. Bei uns erinnert Sedric den einen Redakteur eher an einen fahrenden Toaster, den anderen an ein schlechtgelauntes Pokémon, aber bis zur Marktreife ist ja auch noch Zeit fürs Redesign. Das gut genährte Haustier-Auto soll jedenfalls komfortabel Platz für 4 Personen samt Gepäck bieten. Was auch nötig ist, da auf einen Kofferraum vollständig verzichtet wird. Wie auch in früheren Elektroautos von VW werden sich die Lithium-Ionen-Batterien im Fahrzeugboden befinden. Über die Windschutzscheibe ist ein großer OLED-Bildschirm verfügbar, der Augmented-Reality-Anwendungen ermöglicht und als Kommunikations- und Entertainmentzentrale dient.

Sedric wird für autonomes Fahren des Level 5 geplant, was soviel bedeutet, dass es keinen Menschen als Fahrer benötigt und vollkommen selbstständig unterwegs ist. VW erweitert somit seine Ambitionen des Roboter-Autos über den kürzlich vorgestellten I.D. BUZZ und den teilautomatisierten E-Golf, der ab diesem Monat in Wolfsburg und Dresden gebaut wird, hinaus.

Bilderstrecke starten
12 Bilder
Top-10-Pedelec: Die aktuell beliebtesten E-Bikes in Deutschland.

VW wird zum Taxiunternehmen

Doch nicht nur das autonome Fahren als solches bildet ein zentrales Element der Zukunftsstrategie des Volkswagen-Konzerns, sondern auch der Einsatzbereich im Car-Sharing und als Abholservice. Mit diesem Plan möchte VW sein Kerngeschäft grundlegend ausweiten und zusätzlich zum Image des Autoherstellers auch als gesamtheitlicher Mobilitätsdienstleister wahrgenommen werden, der Hardware-, Software-, und Service-Lösungen unter einem Dach anbietet. Für Sedric bedeutet dies, dass per simplem Knopfdruck ein Exemplar des Elektrofahrzeugs zum vereinbarten Zeitpunkt vor die Haustür gefahren kommt. Kinder fahren so zur Schule, die Eltern kommen entspannt ins Büro und Sedric sucht sich dann autonom einen Parkplatz, um für den nächsten Interessenten zur Verfügung zu stehen.

Um diese ambitionierten Pläne umzusetzen, sicherte sich VW eine Beteiligung am StartUp Gett, einer Taxivermittlung im Stile von Uber und der internen Gründung des Mobilitätsdienstleisters MOIA. Der Anbieter wird als Dienstleister für Ride Hailing und Pooling Services das Infrastruktur-Rückgrat für Carsharing bereitstellen.

Und wie immer bei solch großangelegten Zukunftsplänen hört sich die Bedienung der Zukunft unglaublich intuitiv und immer verfügbar an – immer und überall ist ein Sedric auf Knopfdruck erreichbar, kann per Sprachbefehl oder mit Smartphone-App gesteuert und mit ihm wie mit einem persönlichen Assistenten interagiert werden. So jedenfalls die Vorstellung von VW.

Razor-Elektroroller bei Amazon *

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung