E-Bike tunen: Die Risiken des lebensgefährlichen Trends

Sven Kaulfuss 2

Die E-Bike-Saison 2018 läuft bereits auf Hochtouren und die Hersteller erfreuen sich an beständig wachsenden Umsätzen. Unter den elektronischen Piloten finden sich aber nicht nur rüstige Rentner und Normalos, auch gesetzlose und waghalsige Vagabunden treiben ihr gefährliches Unwesen – die illegalen Tuner sind losgelassen. Schnell, holt die Kinder wieder rein!

E-Bike tunen: Die Risiken des lebensgefährlichen Trends
Bildquelle: Pixabay.com.

Meine persönliche Skepsis gegenüber den „elektrischen Fahrstühlen mit sequentiell angeordneten Laufrädern“ brachte ich erst kürzlich in meiner Wochenendkolumne zu Gehör. Abseits dieser subjektiven Betrachtungsweise existieren dessen ungeachtet handfeste Gefahren, die mit dieser neuen Bewegungsform einhergehen. Insbesondere dann, wenn sich die Nutzer nicht an die vom Staat aufgestellten Regeln halten.

E-Bike tunen: Leichter als gedacht

Aktuell widmet die Stiftung Warentest einem riskanten Trend in diesem Zusammenhand ihre Aufmerksamkeit: dem E-Bike-Tuning. Führerscheinfreie Pedelecs, die eine Motorenunterstützung bis maximal 25 km/h bieten, werden dabei von den jungen Wilden auf einfachste Weise „frisiert“. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Methoden – kleine Boxen, die auf die Kettenstrebe gesteckt werden oder auch Kabel-Kits, die den Geschwindigkeitssensor entsprechend manipulieren. Derart getunte E-Bikes können ohne Abschaltung der Motorenunterstützung betrieben werden, denn die Tuninggeräte täuschen der Elektronik des Pedelecs langsamere Geschwindigkeiten vor. Am Ende sind sie wortwörtlich schneller als die Polizei erlaubt.

Schwierig ist ein solcher Einbau nicht und auch von einem Laien in 10 Minuten erledigt. Wie ich bei meiner Recherche herausfinden musste, ist es nicht nötig für den Erwerb dieser Tuning-Geräte in die dunklen Ecken des Internets vorzustoßen. Vollkommen regulär kann man sie in deutschen Onlineshops erwerben. Dort bewirbt man die Eigenschaften auch noch offensiv und auf YouTube gibt’s kundenfreundliche How-To-Videos zum Einbau. Ob da der Gesetzgeber demnächst gefragt ist?

Getuntes E-Bike: Damit müsst ihr rechnen

Die Konsequenzen eines solchen Tunings sind nämlich schwerwiegend und können für alle Beteiligten im schlimmsten Fall nicht nur die finanzielle Existenz kosten, sondern gleichfalls auch Leib und Leben. Der Reihe nach:

  • Zunächst wird durch das Tuning aus dem Fahrrad ein Kraftfahrzeug. Es gilt Führerschein- , Helm-, und Versicherungspflicht. Ignoriert man dies, begeht man am Ende eine Straftat.
  • Ein solch getuntes Gefährt kann auch einfach eingezogen werden.
  • Im Falle eines Unfalls zahlt die eigene Haftpflichtversicherung nicht. Im schlimmsten Falle bleibt man auf einen Millionenschaden sitzen, denn die Opfer müssen den Verursacher persönlich in Regress nehmen. Hat der E-Bike-Rowdy kein Geld, bleiben die Opfer oftmals auf ihren Schaden sitzen. Ergo: Um E-Bikes besser einen großen Bogen machen, man weiß nie, ob nicht ein Tuning-Vagabund der Pilot ist.
  • Aber auch der Fahrer spielt mit seinem Leben, denn weder Rahmen, Gabel oder Lenker sind für solche dauerhaft schnellen Geschwindigkeiten ausgelegt und könnten brechen. Die Folge könnte ein lebensbedrohlicher Sturz sein.
  • Natürlich verspielt man durch das Tuning auch sämtliche Gewährleistungs- und Garantieansprüche gegen Händler und Hersteller.
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10 Dinge im Internet, mit denen man sich „strafbar“ macht, ohne es zu wissen.

Übrigens, laut Stiftung Warentest sind sowohl Polizei als auch Privathaftpflichtversicherer für das Thema aktuell sensibilisiert und kommen den Tuning-Rowdys immer mehr auf die Schliche. Tut euch also einen Gefallen und seht von solchen Bastelleien lieber von vornherein ab.

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