Frankreich vergleicht Videospiele mit harten Drogen!

Marco Schabel 3

Ja, Videospiele können unter Umständen süchtig machen, aber sind sie wirklich ebenso schädlich wie Kokain oder Cannabis? Eine französische Kampagne behauptet jetzt, dass dem tatsächlich so ist.

Robin VS Video Games World of Warcraft.

Wie so ziemlich jede Gruppe werden auch die Videospieler schon seit Jahrzehnten mit diversen Vorurteilen konfrontiert. Diese beschäftigen sich, vor allem seit Aufkommen und steigender Popularität des Shooter-Genres, heute in der Regel mit den „Killerspielen“. Zwar haben diverse Studien mittlerweile belegt, dass Videospiele (auch Shooter) nicht nur die das Risiko für Gewalttaten senken können, sondern noch dazu gesund sind, die konservativen Menschen unter uns sind aber vor allem in Europa noch immer anderer Meinung. Fast ebenso schändlich wie Killerspiele sind unter anderem jene „dicken, pickeligen, freundelosen Außenseiter“ die den ganzen Tag vor der Konsole oder dem Computer sitzen, und World of Warcraft oder andere Spiele spielen und keine Freunde haben (was ebenfalls von Studien teilweise widerlegt wurde). Die Videospielsüchtigen sind wohl die zweitschlimmste Art von Gamer, die sich Außenstehende vorstellen können. Das gilt offenbar auch in Frankreich.

Dépliant CJC : Alcool, cannabis, cocaïne, ecstasy, jeux vidéo
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So will Frankreich Videospielsucht bekämpfen

Das Land der Tricolore, welches seit vielen Jahren für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit steht, ist offenbar kein Gamer-Paradies. Zumindest dann nicht, wenn wir uns eine schon etwas ältere Werbekampagne des französischen Institute for Prevention and Health Education ansehen, die aktuell für hitzige Gemüter sorgt. Das Institut hat bereits Ende 2015 eine Kampagne gestartet, die Eltern über die Gefahren von Drogen aufklären soll. Genannt werden dabei sowohl harte, als auch weiche Drogen, vor denen Eltern ihre Kinder bewahren sollten. Genannt werden dabei Alkohol, Cannabis, Kokain, Ecstasy, Videospiele und der gute alte Tabak. Dabei geht die Kampagne noch einen Schritt weiter und führt den Eltern vor, was aus Videospielern wird.

Seid ihr Videospielsüchtig? Lasst es hier testen!

Das geschieht in einem Video, in dem uunter anderem der „Prototyp“ eines Videospielers gezeigt wird. Dieser sitzt zu viel vor seinen Spielen und wird in älteren Jahren stark übergewichtig, während er sich weiterhin nur mit Videospielen beschäftigt. Es wird dazu aufgerufen, Kinder, bei denen entsprechende Verhaltensmuster auffallen, sofort in die Obhut von Ärzten und Psychologen zu übergeben.

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Auch wenn das Video dazu führen könnte, dass jetzt alle Videospieler über einen Kamm geschert werden, hat die Sache doch einen ernsten Hintergrund. Zwischen drei und sechs Prozent aller Videospieler im Jugendlichen oder jungen Erwachsenenalter sind videospielsüchtig. Süchtige leiden tatsächlich oft an Verwahrlosung und neigen zu Übergewicht und einem vernachlässigten Sozialleben. Manchmal sind es aber auch jene, die bereits kaum ein Sozialleben haben, die sich in Videospiele flüchten und dort mit Menschen aus der ganzen Welt befreundet sind. Sie haben ein virtuelles Sozialleben. Dennoch werden andere Aktivitäten und Verpflichtungen (Schule, Beruf) vernachlässigt.

Ob das folgende Video und die dazugehörige Kampagne dabei hilft, diesen bis zu 6 Prozent zu helfen, oder aber lediglich den anderen 94 Prozent schadet, bleibt abzuwarten.

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