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Im Netz geht es rau zu. Schimpfwörter und Beleidigungen sind leider an der Tagesordnung. Das muss man zwar nicht gut finden, wer im Netz publiziert, muss es aber zumindest ertragen können. Mit dem Tourette-Typ ist hier entgegen der geläufigen Modeverwendung des Begriffs nicht das alberne Geflame unappetitlicher Zeitgenossen gemeint, sondern jenes Phänomen, das tatsächlich der neuropsychiatrischen Erkrankung entspricht, die man in medizinischen Kreisen Tourette-Syndrom nennt.

Erst kürzlich bin ich wieder über diese überaus seltene und faszinierende Kommentar-Spezies gestolpert. Der besagte User ging höflich, sachlich und bestens informiert auf den kritischen Kommentar seines Vorredners ein. Das sah dann ungefähr so aus: “Und aus diesen Gründen kann ich deine Argumentation zwar nachvollziehen, bin aber letztlich ganz anderer Meinung. In Bezug auf die Kernfrage hast du wesentliche Punkte ausgeklammert. DU DUMMES SCHWEIN“. Der Tourette-Typ bleibt also gerne eine ganze Weile unentdeckt, nur um uns dann schlagartig zu verstören. Er lockt uns quasi in einen semantischen Hinterhalt und schlägt ebenso unbegründet wie erbarmungslos zu. Selten, aber weiter verbreitet als man denkt. Zumindest wenn man die Schattenzahlen berücksichtigt.