Nostalgie Check: So durchschlagend ist Punch-Out!!

Victor Redman

Mit dem Fun-Boxer ARMS für die Switch konnte Nintendo einen Hit landen. Aber wie schlagen sich eigentlich die klassischen Box-Games der Punch-Out!!-Reihe heute? Der Nostalgie Check findet’s raus.

Seit 16. Juni 2017 darf bei Nintendo wieder geboxt werden. In ARMS kämpfen bunte Cartoon-Charaktere mit ellenlangen Armen und irren Spezialwaffen um die Vorherrschaft im Ring, und das kommt echt gut. Kein Wunder: Wenns es um Boxen geht, kennt Nintendo sich schließlich aus. Denn es gab bereits vor ARMS Boxspiele auf Nintendo-Konsolen und Punch-Out!! könnte ja sogar als Mutter von ARMS gelten.

Punch-Out!!: Mein erstes Sucht-Game

Punch-Out!! auf dem altehrwürdigen NES war vielleicht nicht meine erste Videospiel-Liebe, aber doch nah dran. Nur Mario Bros. und Tetris spielte ich früher – oder ausführlicher. Schon damals hatten andere Spiele mehr Level und mehr Abwechslung zu bieten, doch was mich an Punch-Out!! von Anfang an fesselte, war die Herausforderung.

Nach dem problemlosen Sieg über Glass Joe im ersten Kampf fühlte ich mich stark, kompetent und vorbereitet. Das der dürre Joe mit seinem Glaskinn mehr Tutorial als Gegner war, war mir damals natürlich nicht klar – woher auch? Umso erstaunter war ich, als ich selbst dann im dritten oder vierten Kampf plötzlich auf die Matte ging und konsequent immer wieder dorthin zurück geschickt wurde. Etwas begann in meinem jungen Hirn zu rattern.

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Bei vielen anderen Spielen hätte ich in Anbetracht derart wiederholter Misserfolge wohl spätestens nach dem dritten oder vierten Scheitern den Controller frustriert in die Ecke geworfen. Punch-Out!! aber wusste mich bei der Stange zu halten. Der Schwierigkeitsgrad stieg nach und nach an und oft waren meine Niederlagen so knapp, dass ich es einfach noch mal versuchen musste. Und noch mal. Und noch mal. Rückblickend war Punch-Out!! wohl das erste Videospiel überhaupt, nach dem ich regelrecht süchtig war. Und das, obwohl ich – sehr zum Leidwesen meines sportbegeisterten Vaters – eigentlich nicht mal Box-Fan war.

Dafür wurde ich ein immer größerer Fan von Punch-Out!!. Jeder Sieg, jeder gelandete Spezial-Schlag, jede neue Entdeckung war ein kleines Event. Das lag natürlich auch an den grandios animierten Reaktionen der Computer-Gegner. Es machte einfach Spaß, sie zu verprügeln. Als ich zufällig entdeckte, dass ich die verheerende Schlagserie von Piston Honda unterbrechen und ihn bei der Gelegenheit sogar mit einem einzigen Hieb zu Boden schicken konnte, führte ich einen kleinen Tanz durchs Wohnzimmer auf. Dass ich gleich beim nächsten Versuch wieder auf die virtuelle Schnauze bekam, war egal. Nur der Erfolg und die Chance darauf zählte.

Super Punch-Out!!: Das nächste Level

Bei so viel Begeisterung musste natürlich auch der Nachfolgetitel Super Punch-Out!! her, nachdem irgendwann das SNES in mein Kinderzimmer eingezogen war. Und dieses 16-Bit-Sequel hatte den Zusatz „super“ auch wirklich verdient. Super Punch-Out!! war eine ein klassische Fortsetzung im bestmöglichen Sinne: Genau so wie der Vorgänger, nur eben schöner, schneller, stärker.

Die liebevoll animierte Zeichentrick-Optik des Spiels haute mich völlig um und sorgte dafür, dass das Einprügeln auf die überzeichneten Computer-Gegner gleich noch mal mehr Spaß machte. Und auch das gestaltete sich diesmal komplexer. Super Punch-Out!! hatte viel mehr Schlagtechniken und Kombinationsmöglichkeiten zu bieten als der Vorgänger und brachte so meinen Kopf zum rauchen. Umso befriedigender war er aber auch, wenn eine neue Taktik aufging und ein weiterer arroganter Gegner endlich niedergestreckt werden konnte.

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