Nostalgie Check: Wie gut war Marios erstes 3D-Abenteuer?

Victor Redman

Am 27. Oktober erschien Super Mario Odyssey, das langerwartete neue 3D-Abenteuer des Super-Klempners, endlich für Nintendo Switch. Vor etwa 20 Jahren wagte Mario sich in Super Mario 64 zum ersten Mal in die dritte Dimension und konnte alle Welt begeistern. Kann der Klassiker noch heute überzeugen?

Ich weiß noch heute, wie ich mir 1997 die Nase am Kinderzimmerfenster platt drückte. Es war der Tag, an dem das Nintendo 64 in Deutschland startete und ich sollte meine eigene Konsole bekommen, wenn meine Mutter von der Arbeit nach Hause kam. Der letzte Nachmittag des Wartes zog sich länger als all die Monate zuvor.

So sieht Mario im aktuellen Spiel Super Mario Odyssey für Nintendo Switch aus

Wie Mario mir das N64 verkaufte

Dabei war ich ursprünglich nicht mal besonders scharf das N64 gewesen. Klar, die Werbung sah episch aus – zumindest für 90er-Standards und aus den Augen eines Elfjährigen – aber als das N64 angekündigt wurde, war ich mit meinem heiß geliebten Super Nintendo immer noch sehr zufrieden. Stundenlanger Spaß und stapelweise Spielemodule ließen mir wenig Zeit, um über eine andere Konsole nachzudenken. Auch der Sega Mega Drive, den ich zwischenzeitlich ausprobiert hatte, war innerhalb kürzester Zeit auf dem Flohmarkt gelandet.

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Doch als der Verkaufsstart des N64 näher rückte und die ersten Testgeräte in den Kaufhäusern auftauchten, entdeckte ich etwas, was mein SNES mir nicht bieten konnte: Super Mario 64. Ein paar Sekunden Gameplay in einem Werbevideo zu sehen war das eine, selbst den Controller in die Hand zu nehmen und den Klempner durch die weitläufigen Levels zu steuern etwas ganz anderes.

Wer mit 3D-Games und offenen Welten aufgewachsen ist, wird die Faszination heute kaum noch nachvollziehen können, aber 1997 war der Schritt in die dritte Dimension ein riesiger und riskanter – schließlich funktioniert ein 3D-Abenteuer ganz anders als ein klassisches 2D-Jump’n’Run.

Als Mario in die dritte Dimension sprang

Glücklicherweise hatte Nintendo das bei erkannt: Statt linearen Levels präsentierte Super Mario 64 komplexe, verzweigte Welten mit verschiedensten Rätseln, Aufgaben und Mini-Bossen. Es ging nicht länger darum, die mit Fallen gespickten Levels möglichst rasch zu überwinden, sondern um die Sterne, die in allen Welten versteckt waren – nur, wer genug davon gesammelt hatte, konnte Erzfeind Bowser gegenüber treten und (hoffentlich) Prinzessin Peach befreien.

Um diese neuen Aufgaben zu meistern, wurde Mario dankenswerterweise auch mit neuen Fähigkeiten ausgestattet. Super Mario 64 führte erstmals Aktionen wie die Stampfattacke, den Wandsprung oder den Salto ein, die heute ganz selbstverständlich ins Repertoire des Nintendo-Maskottchens gehören.

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Die erste Begeisterung setzte sich auch fort, nachdem das N64 mitsamt Super Mario 64 in mein Kinderzimmer eingezogen war. Etwa ein halbes Jahr spielte ich nichts anderes mehr – und es stellte sich nie Langeweile ein. Die Fülle der verschiedenen Aufgaben und der perfekt ausbalancierte Schwierigkeitsgrad machten Super Mario 64 zu einem echten Dauerbrenner in meiner Konsole.

Kommt Super Mario 64 bald auf deine Switch?

Super bleibt super

Aber kann das Spiel aus den frühen Tagen des 3D-Gamings auch heute noch überzeugen? Ich war jedenfalls schon wenige Sekunden nach dem charakteristischen „It’sa me, Mario!“ wieder im Spielgeschehen. Wer in den letzten Jahren ein Mario-Spiel gespielt hat, erfasst auch die Steuerung und das Spielprinzip direkt wieder.

Sicher: Die Faszination des ersten Durchspielens ist verflogen – immerhin ist Mario jetzt schon seit vielen Jahren in der dritten Dimension zu Hause. Noch dazu sehen seine jüngeren Abenteuer natürlich deutlich besser aus als Super Mario 64.

Aber das Aussehen ist ja bekanntlich nicht alles. Spaß macht Super Mario 64 nämlich auch heute noch wie am ersten Tag – da steht der 3D-Erstling seinen Nachfolgern in nichts nach. Die Sprünge bleiben herausfordernd, die Rätsel knifflig und die Boss-Kämpfe spannend. Mit Marios erstem 3D-Abenteuer hat Nintendo 1996 kein Gimmick abgeliefert, sondern einen Klassiker des Genres, der auch 20 Jahre später noch funktioniert. Käme Super Mario 64 auf die Switch, würde ich es sofort ein weiteres Mal kaufen.

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