Nostalgie-Check: Wie kämpft es sich heute in Street Fighter II?

Victor Redman

Am 26. Mai 2017 erscheint Ultra Street Fighter II: The Final Challengers für die Nintendo Switch. Eine aufgebohrte Version eines Kampfspiels von 1992? Brauchst Du das wirklich? Was geben die alten SNES-Spiele heute überhaupt noch her? Im Nostalgie-Check finden wir’s raus.

Als ich mir nach Jahren der Gaming-Abstinenz kurzentschlossen eine Retro-Konsole zulegte, gab es eine Liste von Spielen aus meiner Kindheit, die ich unbedingt neu erleben wollte – und an allererster Stelle stand tatsächlich Street Fighter II. An keinem Spiel aus der SNES-Zeit hängen mehr Erinnerungen.

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Aus heutiger Sicht wirkt der erste Teil der Reihe zwar, als hätte jemand vergessen, den Zeitlupen-Effekt auszustellen, aber ich war trotzdem süchtig danach. Wenn keine Nachbarskinder oder Klassenkameraden zur Verfügung standen, musste meine Mutter als Gegner herhalten.

Ich hatte mich schon bald so eingefuchst, dass ich aus den allermeisten dieser Duelle als Sieger hervor ging – allerdings vor allem deshalb, weil ich ziemlich hinterhältig war. Einer der Nachbarsjungen war zum Beispiel von Blankas Kopfbeiß-Attacke so angewidert, dass er instinktiv wegschaute, wann immer sie zum Einsatz kam – selbstredend trat ich gegen ihn nur noch als Blanka an. Von da an gewann ich jedes Mal. Meine Mutter zahlte es mir mit gleicher Münze heim: Sie entdeckte die Vorzüge des dehnbaren Dhalsim für sich und verprügelte mich von da an mit Vorliebe aus der Ferne.

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Aber auch der Story-Modus wusste mich zu fesseln. Dass Ryu so was wie der Held des Spiels sein sollte, checkte ich dabei gar nicht. Meine Favoriten waren Chun Li mit ihren coolen Kicks, Blanka mit dem erwähnten Kopfbeißer und E. Honda, dessen Hundred Hand Slap mir in brenzligen Momenten mehr als einmal den Arsch rettete. Trotzdem biss ich mir an den vier Endbossen regelmäßig die Zähne aus. Besonders Vega – den ich übrigens jahrelang für eine Frau hielt – und natürlich M. Bison sorgten für so manchen Wutausbruch im Kinderzimmer. Trotzdem warf ich immer wieder die Konsole anwerfen und versuchte es ein weiteres Mal.

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Natürlich musste irgendwann auch Street Fighter II Turbo her. Meine Eltern davon zu überzeugen, war gar nicht so leicht – für sie sah das neue Spiel nämlich ganz genau so aus wie jenes, welches ich schon seit Monaten zockte. Wollte ich nicht lieber ein anderes Spiel haben? Ich wollte nicht – eine Entscheidung, die sich als goldrichtig heraustellen sollte. Das erhöhte Tempo von Street Fighter II Turbo und die Möglichkeit, auch die vier Bosse zu steuern, beschäftigten mich wochenlang. Der verhasste M. Bison mauserte sich sogar zu einem meiner Lieblingscharaktere – Psycho Crusher austeilen macht halt viel mehr Spaß als sie einzustecken.

Mit Street Fighter II Turbo war ich so beschäftigt, dass Super Street Fighter II: The New Challengers komplett an mir vorbeiging. Diesen Teil entdeckte ich erst kürzlich, als ich mich auf die Suche nach Futter für meine Retro-Konsole machte.

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Um so mehr Zeit verbrachte ich mit Street Fighter Alpha II, dem letzten Street Fighter auf dem Super Nintendo. Aus unerfindlichen Gründen sah ich das Spiel nie im Laden, sondern nur in der Videothek um die Ecke. Es zu kaufen, wäre mich wohl billiger gekommen, aber das war mir egal. Den bunten neuen Charakteren, den verbesserten Moves und vor allem dem gepimpten Cartoon-Look konnte ich nicht widerstehen. In Sachen Tempo und Gameplay blieb Street Fighter II Turbo mein Favorit, optisch hatte Street Fighter Alpha II aber einiges mehr auf dem Kasten.

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