Zum Glück bin ich nicht der Einzige, der Street Fighter II bis zum Erbrechen gezockt hat. 6,3 Millionen Mal verkaufte sich allein der erste Teil der Reihe. Damit ist Street Fighter II bis heute das am meisten verkaufte Spiel aus dem Hause Capcom. Auf Platz 3 findet sich Street Fighter II Turbo mit 4,1 Millionen verkauften Einheiten. Dementsprechend einfach ist es auch, die alten SNES-Hits heute wieder aufzutreiben.

Als ich Street Fighter Alpha II in der Auslage eines Geschäfts liegen sah, konnte ich gar nicht anders, als zuzuschlagen. Kurz darauf hörte ich zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder die bekannte Intro-Melodie, die irgendwie den Balance-Akt zwischen poppig und dramatisch schafft. Mein Adrenalin stieg. Die liebevolle Cartoon-Optik, die mich immer noch begeistert, tut ihr übriges. Meinen ersten Kampf bestreite ich als Chun Li, und schon nach ein paar Runden ist es so, als ich hätte ich nie aufgehört, zu spielen.

 

NostalGIGA

Facts 

Die Handvoll Special Moves, die ich mir gemerkt habe, ziehen natürlich auch heute noch. Aber auch ohne die komme ich erstaunlich gut voran. Meine Taktik von früher – draufhauen und stoisch die Moves wiederholen, die durchkommen – führt mich auch heute noch zum Erfolg. Als ich den Story-Modus durchgezockt habe und auf die Uhr schaue, bin ich ziemlich überrascht: Kaum mehr als eine halbe Stunde habe ich gebraucht, um Street Fighter Alpha II einmal komplett durchzuspielen – zumindest mit einem Charakter.

Ich komme ins Grübeln: War ich als Kind einfach so viel schlechter oder kam mir die Zeit, die ich vor der Konsole verbrachte, bloß länger vor? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Dem Spaßfaktor tut die kurze Spielzeit aber keinen Abbruch: Nachdem ich mit Chun Li alles platt gemacht habe, starte ich mit Sagat direkt einen zweiten Durchlauf. Vielleicht kriege ich jetzt, mehr als 20 Jahre nach meinem ersten Mal Street Fighter II, endlich mal alle Story-Enden zu sehen (Klar, ich könnte sie mir auch auf YouTube angucken, aber wo bleibt da der Spaß?).

Bilderstrecke starten(17 Bilder)
Nintendo Switch: Die Launch-Titel in der Übersicht

Im zweiten Durchgang packt mich dann auch der Ehrgeiz: Ich will nicht weiter draufhauen und auf das Beste hoffen; jetzt will ich die unzähligen Special Moves meistern, die ich als Kind nie richtig hingekriegt habe. Nach ein paar Runden ist es soweit: Ich kann Sagat zuverlässig einen Tiger Shot austeilen lassen. Für Hardcore-Zocker mag das keine große Leistung sein, aber ich pausiere das Spiel und führe einen kurzen Siegestanz vor dem Fernseher auf. Nächstes Ziel: Tiger Genocide. Das wird schon schwieriger.

Den Klassiker neu erleben? Hier gibt's Ultra Street Fighter II: The Final Challengers für deine Nintendo Switch!

Ich glaube, hierin liegt auch das Erfolgsgeheimnis von Street Fighter II: Es ist für jeden Geschmack was dabei. Das beginnt bei den unterschiedlichen Fightern, die aussehen, als wären sie den Marvel-Comics entsprungen und setzt sich nahtlos ins Gameplay fort: Wer einfach nur eine Runde zocken will, kann einen Controller in die Hand nehmen, wild auf die Knöpfe hauen und so mit etwas Glück sogar gewinnen. Wer mehr will, kann sich die schier endlosen Move-Listen aneignen, die kleinen Tricks und Kniffe des Spiels ausloten und so schier unbesiegbar werden. Das Coole: Beides macht gleichermaßen Bock.

Bock habe ich nach dieser Erfahrungen auf die Neuauflage für die Nintendo-Switch. Die Street-Fighter-Reihe ist mehr als gut gealtert und macht unterwegs bestimmt nochmal doppelt so viel Spaß.

Was waren eure größte Enttäuschungen 2019? (Umfrage)

Victor Redman
Victor Redman, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?