„Benachrichtigung über Steuerrückerstattung“: Vorsicht vor Mails des BzST!

Martin Maciej

Die Steuererklärung ist für die meisten eine regelmäßig wiederkehrende Last, die manchmal jedoch eine schöne Rückerstattung als Ergebnis hat. Diese angenehme Seite machen sich auch Betrüger zunutze. Aktuell werden vermehrt E-Mails mit dem Betreff „Benachrichtigung über Steuerrückerstattung“ verschickt.

In den Mails wird dem Empfänger eine Steuerrückzahlung in Höhe eines dreistelligen Betrags versprochen. Um das Geld zu erhalten, soll binnen eines knapp bemessenen Zeitraums eine „Steuerrückerstattungsanfrage“ über einen Link aus der Mail gestellt werden. Doch Vorsicht: Bei dieser Mail handelt es sich um einen Betrugsversuch!

Was bedeutet Phishing?

„Benachrichtigung über Steuerrückerstattung“ ist ein Betrugsversuch

Der Wortlaut der Nachricht:

„Nach den letzten jährlichen Berechnungen Ihrer steuerpflichtigen Aktivitäten haben wir festgestellt, dass Sie Anspruch haben auf eine Steuerruckzahlung von € 232,81. Bitte reichen Sie die Steuerrückerstattung Anfrage ein und gewähren Sie uns 3-5 Tage fur die Verarbeitung.“

Als Absender wird das „Bundeszentralamt für Steuern“ angegeben. Erhält man solch eine Mail, sollte man diese Nachricht umgehend löschen. Leider ergibt sich hieraus kein Anspruch auf die angebliche Rückerstattung, vielmehr läuft man Gefahr, seine persönlichen Daten Betrügern in die Hände zu spielen.

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Falsche Steuerrückerstattungen per E-Mail

So funktioniert der Betrugsversuch:

  1. Der Leser wird aufgefordert, seine Anfrage für die Steuerrückerstattung über einen Link aus der Mail zu stellen. Hierbei wird man auf eine gefälschte Webseite des „Bundeszentralamts für Steuern“ weitergeleitet. Ein Blick auf die URL zeigt, dass es sich hierbei um keinen offiziellen Webauftritt einer Behörde handelt.
  2. Der Nutzer wird aufgefordert, ein Konto zu errichten, um das Geld zu erhalten. Hierbei müssen neben einem Nutzernamen auch ein Passwort sowie eine Mail-Adresse, eine tatsächliche Adresse und ein Geburtsdatum angegeben werden.
  3. Im nächsten Schritt wird man dazu aufgefordert, Kreditkartendaten oder seine IBAN anzugeben – schließlich soll die Rückerstattung ja auf das eigene Konto gelangen.
  4. Wurden die Daten eingetragen, kommt man auf eine „Danke“-Seite mit der Ankündigung, das Geld binnen drei Tagen zu erhalten. Zudem findet eine Weiterleitung auf die echte Webseite des Bundeszentralamtes für Steuern statt.

Sowohl die Mail als auch die Webseite sind den offiziellen Auftritten täuschend echt nachgebaut, allerdings finden sich auch hier die für Phishing-Mails obligatorischen Rechtschreibfehler („fur“, Steuerrückerstattung Anfrage“).

Trägt man gedankenlos seine persönlichen Daten ein, lauern hier gleich mehrere Gefahren:

  • Mit der Angabe der persönlichen Informationen wie der Adresse und vor allem dem Geburtsdatum haben Betrüger Daten, um etwa in eurem Namen Online-Einkäufe zu tätigen oder euch in fremden Namen bei kostenpflichtigen Diensten einzuloggen.
  • Nutzt man die Kombination aus Nutzername, Mail-Adresse und Passwort bei mehreren Plattformen, bekommen Betrüger so Zugang zu euren Webdiensten.
  • Gibt man seine Kreditkartendaten ein, um das versprochene Geld abzustauben, folgt im Ergebnis das genaue Gegenteil: Mit euren Kreditkarteninformationen können Cyber-Gauner nun in aller Ruhe Online-Einkäufe auf eure Kosten tätigen.

Erhaltet ihr solch eine Mail, löscht diese sofort! Das BzST („Bundeszentralamt für Steuern“) weist daraufhin, dass Informationen über Steuerrückerstattungen nicht über E-Mail mitgeteilt werden. In der Regel wird eine Kontoverbindung zudem direkt bei der Steuererklärung angegeben, eine Abfrage per Mail findet ebenfalls nicht statt. Zu guter Letzt sei darauf hingewiesen, dass eine Steuerrückzahlung keine Aufgabe des BzSt ist, sondern vom zuständigen Finanzamt durchgeführt wird.

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