PlayStation Network: Dieser Spieler wurde für seinen echten Namen gebannt!

Marco Schabel 8

Weil sein Name von einigen Nutzern als anstößig empfunden wurde, hat ein PlayStation Network-Nutzer eine Strafe erhalten. Das Problem ist nur, dass er aufgrund seines echten Namens gesperrt wurde.

PlayStation Network Guide PS3.

Den eigenen Namen kann sich, abseits des Internet, niemand selbst aussuchen. Sicher gibt es viele unter euch, die gerne sagen würden: „Ein Mann/ein Mädchen hat keinen Namen“. Da ist es schön, dass es eben dieses Internet gibt, in dem wir unseren Namen frei wählen können. Natürlich darf dieser auch auf eurem realen Namen basieren. Das hat sich auch der Brite Jihad Khalid Almofadda gedacht, als er vor ungefähr sechs Jahren seinen PlayStation Network-Account iJihad erstellte und mit diesem Spiele spielte und auch kaufte. Da Jihad aber in den Köpfen der meisten Menschen in der Übersetzung „Heiliger Krieg“ festsitzt, ein Ausspruch, der vor allem von Terroristen benutzt wird, wurde Jihad im PSN gesperrt.

Sony will PlayStation Network-Sperre nicht aufheben

Demnach hat Sony den PlayStation Network-Account des Briten am Sonntag gesperrt. Das bedeutet, dass Jihad weder die Online-Services nutzen, noch auf seine digital gekauften Spiele und Erweiterungen zugreifen kann. Selbst die Offline-Nutzung wurde geblockt. Dass Jihad ein terroristisches Schlagwort ist, verneint auch der Nutzer nicht, allerdings ist die tatsächliche Übersetzung eher „kämpfend“ oder „strebend“ und in dem Sinne nicht weniger abstößig, als zum Beispiel alle Namen, die mit „Marc“ beginnen (in der Regel vom Kriegsgott Mars abgeleitet). Dass Jihad tatsächlich so heißt, beweist auch sein Pass, den er den Redakteuren des Magazins Game Informer vorgelegt hat.

Auch Sony wurde schnell über diesen Umstand in Kenntnis gesetzt und reagierte zunächst verständnisvoll. Die Nutzer können ihre Namen nicht selbst ändern (einer der größten Kritikpunkte, mit denen das PlayStation Network leben muss), jedoch bot das japanische Unternehmen an, dies für den langjährigen Nutzer Jihad zu tun. Er schrieb eine Liste mit Namen, schickte diese an Sony und die machten plötzlich einen Rückzieher. Auf einmal heißt es, dass er permanent gesperrt bleibe und es keine Änderung gebe, obwohl Jihad sogar eine Kopie seines Passes an Sony verschickte und diese darauf hinwies, dass derzeit um die 10.000 PSN-Nutzer den Nutzernamen Jihad haben.

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Doch Sony blieb stur. „Wie in unserer vorherigen E-Mail bereits geschrieben, müssen wir das PlayStation Network als Ganzes betrachten“, heißt es in der Antwort. „Und wir müssen die Gefühle aller Nutzer berücksichtigen. Ich kann anerkennen, dass dein Name viele Bedeutungen hat, aber er hat eine Bedeutung, die viele andere Nutzer als anstößig empfinden. Und als es eine Meldung gab, wurde die Entscheidung getroffen, deinen Account zu bannen. Ich habe Verständnis für deine Situation, aber die Sperre bleibt bestehen.“

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Sony lenkt doch noch ein

Nachdem bereits einige Medien über den Fall berichtet haben, hatte Sony am Montagabend doch noch ein Einsehen und bot Jihad einen Kompromiss an. Er muss zwar weiterhin seinen Namen ändern, darf aber seine gekauften Inhalte behalten. Aufgrund von Problemen mit Sonys entsprechendem Tool verliert er aber alle Trophäen, Freunde, soziale Kontakte und Nachrichten, die er mit seinem alten Account hatte. Zudem entschuldigte sich das Unternehmen für die Unannehmlichkeiten. Im Klartext bedeutet das aber dennoch: Jihads Account bleibt gesperrt, Sony erstellt quasi lediglich einen Neuen und transferiert seine Lizenzen auf diesen Account.

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