Eric Schmidt: „Android vs. Apple ist der definierende Wettstreit dieser Industrie“

Philipp Süßmann 8

Google-Vorstand Eric Schmidt heizt die Debatte um die Vorherrschaft auf dem Mobile-Computing Markt weiter an und diesmal bekommt vor allem ein großer amerikanischer Konkurrent sein Fett weg. Soviel sei schon mal verraten: Apple ist es nicht.

Bei ihm kann man sich sicher sein, immer einige spannende Sätze zu bekommen: In einem Interview mit AllThingsD machte der Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt jetzt einige interessante Aussagen über die Entwicklungen auf dem Markt, beziehungsweise legte dar, wie er die Dinge sieht. Schmidt hatte in der Vergangenheit bereits vier Unternehmen, die sogenannte „Gang of Four“ benannt, die seiner Ansicht nach den Markt der Konsumtechnologie heutzutage beherrschen: Google, Apple, Amazon und Facebook. Diese vier Player kämen zwar alle aus unterschiedlichen Richtungen, würden aber dieselben Märkte besetzen wollen und dafür gigantische Investitionen tätigen.

Explizit nicht Teil der illustren Runde: Microsoft. Für die Kollegen aus Redmond gab es dann die typisch diplomatische Schmidt-Watschn‘, die gerade deshalb wehtun muss, weil sie so understatet daherkommt: Laut dem Google-Vorstand ist Microsoft eine „gut geführte Firma, die aber bisher noch nicht in der Lage war, aktuelle Produkte in den relevanten Bereichen zu platzieren“ – autsch. Man könnte es auch so formulieren: Microsoft hat die Mobile-Computing-Revolution bisher verschlafen und ist einfach kein relevanter Player mehr. Ob sich das mit dem Release des Surface-Tablets Ende des Monats ändern wird, bleibt abzuwarten; die Mobile-Offensive der kommenden Monate aus dem Hause Microsoft scheint für Mr. Schmidt offenbar so unerheblich, dass er darauf gar nicht erst eingeht.

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Eric Schmidt macht auf jeden Fall keinen Hehl daraus, dass er besonders den PC-Markt mittlerweile eigentlich als kleinen Fisch betrachtet:

Die potenzielle Zielgruppe für Telefone liegt bei 6 Milliarden, davon sind eine Milliarde Smartphones. Das ist viel größer als die PC-Industrie — die umfasst insgesamt vielleicht eine bis ein anderthalb Milliarden.

Dementsprechend hat der Google-Boss auch Player wie Windows Phone schon längst nur noch im Rückspiegel. Für ihn findet der dominierende Wettstreit ganz klar zwischen Googles Android und Apples iOS statt. Und natürlich ist laut Schmidt auch klar, wer diesen momentan gewinnt:

Apple beschäftigt Tausende von Entwicklern für seine Plattform und Android ist sogar noch größer. Es existieren vier mal so viele Android-Smartphones wie iPhones. 500 Millionen Android-Smartphones sind bereits im Einsatz, täglich werden 1,3 Millionen neue Geräte aktiviert. Innerhalb eines Jahres werden wir eine Milliarde Geräte im Umlauf haben.

Den Wettbewerb sieht Schmidt aber durchaus positiv:

Kämpfe um vernetzte Plattformen haben wir in dieser Größenordnung noch nie erlebt. Der Nutznießer seid dabei ihr alle: Der globale Kunde. Das ist doch wundervoll!

Schmidt wäre aber nicht Schmidt, wenn er sich nicht auch noch einen Kommentar zu Apples jüngstem Maps-Desaster erlauben würde: Apple habe sich mit dem Projekt verhoben und zu spät herausgefunden, dass Mapbuilding „wirklich schwer“ sei. Auf die Frage, warum Apple weiter bei den Google Maps hätte bleiben sollen, kam dann auch prompt ein trockenes „weil sie besser sind.“

Das gesamte Gespräch findet ihr auf AllThingsD.

[via The Verge]

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