Unister-Insovenz: So rettet ihr eure Urlaubs-Tickets

Selim Baykara

Unister ist insolvent: Nach dem Tod des Firmengründers Thomas Wagner meldete der Konzern, zu dem auch zahlreiche Urlaubs- und Reise-Portale zählen, vor einigen Tagen Insolvenz an. Genau daher fragen sich derzeit auch viele verunsicherte Verbraucher: Was geschieht eigentlich mit den Tickets, die man bei ab-in-den-urlaub.de oder fluege.de gekauft hat? In diesem Ratgeber klären wir auf und verraten euch, welche Konsequenzen die Unister-Insolvenz für Urlaubsreisende hat.

Urlaubsplaner Demovideo.

Am 14. Juli 2016 verstarb Thomas Wagner, der Firmengründer von Unister bei einem Flugzeugabsturz. Die dramatischen Umstände und die anschließende Firmen-Insolvenz sorgten - und sorgen immer noch - für große mediale Aufmerksamkeit. Daneben sind inzwischen aber auch viele Verbraucher verunsichert: Das Firmengeflecht der Unister-Gruppe umfasst mehr als 40 verschiedene Internetportale - darunter auch bekannte Seiten wie fluege.de oder . Kunden, die in den letzten Tagen Flugtickets oder Urlaubsreisen über eines der Unister-Portale erworben haben, fragen sich daher: Was geschieht nach der Firmenpleite mit den Tickets?

shutterstock_412663702

Unister: „Buchungen ab sofort sicher“

Update vom 21. 07. 2016

Neue Informationen zu den Buchungen bei Unister. Informationen der Insolvenz-Verwalter Flöther und Wissing zufolge sind ab sofort alle Buchungen bei Unister-Portalen sicher. Die Portale treten demnach ausnahmslos als Vermittler von Dienstleistungen auf. Damit sind alle potentiellen Risiken für die Kunden ausgeschlossen.

„Kunden, die ab jetzt bei Unister-Portalen buchen, können damit sicher sein, dass sie die gebuchte Reiseleistung auch vollständig erhalten“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Prof. Lucas F. Flöther. Dies gelte für „sämtliche Reiseangebote, neben Flügen und Pauschalreisen auch für Hotels und Mietwagen.“ Eine Lösung für Inhaber von Reise-Gutscheinen, die vor dem 20. Juli 2016 bei UNISTER Travel erworben wurden, ist indes aber noch nicht in Sicht. Dies gilt vor allem für Kunden der ebenfalls in Insolvenz befindlichen Tochtergesellschaft U-Deals GmbH. U-Deals trat unter Markennamen wie Ab-In- Den-Urlaub.de und Deals.de auf und verkaufte Gutscheine für Reisen und Hotelaufenthalte mit frei wählbarem Anreisedatum.

Bilderstrecke starten
42 Bilder
41 Beweise dafür, dass die Welt Linkshänder hasst.

Unister insolvent: Flugtickets und Urlaubsreisen nicht sicher

In einer Pressemitteilung vom 18. Juli 2016 erklärte Unister, dass nur die Unister Holding selbst insolvent sei. Die operativen Gesellschaften der Firmengruppe seien demnach „nicht von der Insolvenz betroffen“. Sprich: Tochterfirmen wie ab-in-den-Urlaub.de  würden weiter existieren und könnten ihren Aufgaben in vollem Umfang nachgehen. Verbraucherschützer gaben daher auch zuerst Entwarnung: Die Unister-Töchter würden nur als Vermittler auftreten - ähnlich wie ein Reisebüro. Da das gezahlte Geld direkt an die Hotels und Fluggesellschaften ginge, müssten sich Nutzer der Unister-Portale keine Sorgen machen. Wie sich jetzt herausstellt, ist das so nicht ganz richtig.

In einem eigenen FAQ beantwortet Unister inzwischen verschiedene Fragen zum Insolvenz-Verfahren.

Ab in den Urlaub

Unister-Insolvenz: Domino-Effekt auf Tochterunternehmen

Wie das Handelsblatt berichtet, tritt Unister nicht in allen Fällen als reiner Vermittler auf. Daneben verkaufen die oben erwähnten Portale auch Flugtickets auf eigene Rechnung.

  • Die Tickets stammen aus den Restbeständen großer Reiseveranstalter, z.B. Condor und werden auf den Portalen als Schnäppchen verkauft.
  • Problem: Wenn die Kundengelder noch nicht an die ursprünglichen Reisegesellschaften weitergeleitet wurden, kann es Probleme geben.
  • „Inhaber solcher Flugkarten müssten dann damit rechnen, nicht abgefertigt zu werden“, zitiert das Handelsblatt eine große deutsche Reisegesellschaft.

Dazu kommt, dass eine Insolvenz der Tochterunternehmen nicht völlig vom Tisch ist - möglicherweise könnte es einen Domino-Effekt geben, der auch die angeschlossenen Firmen mit in den Abgrund zieht.  Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte dazu im  MDR-Magazin Umschau: „Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass es da einen Ansteckungseffekt oder einen Dominoeffekt gibt. Das muss man jetzt prüfen“. Einen ersten Verlust hat es zudem bereits gegeben: Das Tochterunternehmen Urlaubstours hat am 20. Juli 2016 Konkurs angemeldet - ein Grund wurde nicht genannt, bereits gebuchte Reisen würden aber in Zusammenarbeit mit dem Kundengeldabsicherer Generali Versicherung durchgeführt.

Airplane

Ticktets bei Unister gekauft - was tun?

Falls ihr in den letzten Tagen Tickets bei einem der Unister-Portale gekauft habt, müsst ihr euch zunächst keine Sorgen machen: Bis auf Urlaubstours sind die übrigen Töchter von Unister noch operativ geschäftsfähig, d.h. alle Abläufe laufen unverändert weiter.

  • Im Fall von Urlaubstours springt zudem die gesetzliche Insolvenzversicherung ein, die Reisende im Falle einer Pleite absichert.
  • Die Insolvenzversicherung kommt auch bei den anderen Unister-Töchtern zum Einsatz.
  • Bei Online-Bestellungen gilt normalerweise ein 14-tägiges Widerrufsrecht - das trifft bei Reisen allerdings nicht zu.
  • Falls ihr euch unsicher seid, könnt ihr zudem bei den jeweiligen Fluggesellschaften und Hotels anrufen, um zu prüfen, ob es irgendwelche Komplikationen gibt.
  • Falls ihr bereits Erfahrungen gemacht habt, schreibt sie uns in den Kommentaren!

Ihr seid euch unsicher, was ihr in den Urlaub mitnehmen wollt? Wir haben die ultimative Checkliste Urlaub: Sommer, Winter, Kleinkind - damit ist an alles gedacht! Außerdem verraten wir euch, was ihr bei der Fluggesellschaft Ryanair im Handgepäck mit euch führen dürft.

Bildquellen: muratart , TravnikovStudio

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung