Andy Kaufman ist Donald Trump: Seine beste Performance ever!

Kristina Kielblock 1

Es ist ein Meisterstück, das gleichzeitig die leidige Diskussion darum beendet, ob Andy Kaufmans Tod ein Fake war. Bereits im letzten Jahr wurde es einigen offenbar, aber die breite Masse ist immer noch ernsthaft begeistert von seinem neuen Alter Ego Donald Trump. Dabei sind die Ähnlichkeiten zu Tony Clifton kaum zu übersehen. Die ganze Wahrheit jetzt und hier in diesem Realitäts-Ratgeber

Es ist eine harte Challenge, aber bislang hat er sie mit Bravour gemeistert: Die Kandidatur auf die Präsidentschaft der nordamerikanischen Staaten hätte ihm wohl keiner zugetraut und vermutlich hat auch er selbst nicht vermutet, dass seine Unternehmung so erfolgreich sein würde. Es passt alles einfach zu gut zusammen, denn Andy ließ damals verlauten, falls er wirklich seinen Tod vortäuschen würde, käme er 20 Jahre später zurück. Andy starb im Jahre 1984 und Donald Trump trat 2004 – 20 Jahre später – bei Saterday Night Live auf. Der Monolog, den er damals zum Besten gab, erinnert wirklich stark an die provokativen Fähigkeiten von Andy Kaufman.

Andy lebt! Er kandidiert unter dem Namen Donald Trump in den USA

Andy war schon immer der Meinung, dass die Nord-Amerikaner ein Herz für reiche, rassistische Soziopathen haben und sein neuester Alter-Ego Trump ist ähnlich wie auch schon Tony Clifton genau auf diese Vorlieben zugeschnitten. Trump sollte sein absurdester und unflätigster Charakter werden und die Figur kann man – gerade auch aufgrund des ungeheuren Zuspruchs beim Publikum – wahrhaft als sein Meisterwerk betrachten. Andererseits verwundert es schon, dass kaum jemand die enormen Ähnlichkeiten zwischen alten Kaufman-Nummern und der Trump-Comedy wahrnimmt. Beispielsweise hätte es wirklich schon jedem klar werden können, als Trump die Miss Alabama zu einem Wrestling-Match herausgefordert hat. Schließlich hatte sich Kaufman genau mit seinen Wrestling-Kämpfen gegen Frauen die Karriere versaut und sich damit den Hass vieler Zuschauer zugezogen.

Aber auch die optische Ähnlichkeit von Tony Clifton und Donald Trump ist einfach offensichtlich:

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Kaufman ist immer in seiner Rolle geblieben, egal was passiert ist. Es ist also nicht anzunehmen, dass er zugibt, Donald Trump zu sein. Im Höchstfall würde er die Wahrheit vielleicht auf dem Sterbebett verlauten lassen. Bis dahin können wir noch einige provokative Witze und heikle Performances erwarten, die kaum jemand versteht – aber das war Kaufman schon immer egal.

Andy Kaufman – nie gehört?

Andy Kaufman wurde am 17. Januar 1949 geboren und verstarb an Lungenkrebs am 16. Mai 1984. Andy hatte bereits als Kind einige auffällige Eigenschaften, die ihn von anderen Kindern in seinem Alter unterschieden – sein Leben war ein Spiel, eine fortlaufende Fernsehshow. Er liebte es mit seinen Eltern nach Coney Island zu fahren und sich in der Schlange für die Achterbahn an der Hand seiner Mutter nach hinten zu werfen und zu brüllen: „Nein, nein, bitte lasst mich – ich will da nicht rein, bitte, bitte nicht!“ Auch später fuhr er mit Freunden gerne dorthin und die Geschichte, als er sich in der Geisterbahn wirklich überzeugend zu Tode gefürchtet hat, ist absolut legendär.

Schon als Kind hatte er bestimmte Sendezeiten und bot in seinem Zimmer eine Fernsehshow dar. Seine Eltern machten sich Sorgen und schleppten ihn zu Psychiatern, aber die waren ratlos. Mit 18 gab er das Rauchen und den Konsum von Marihuana auf, begann mit transzendentaler Meditation und wollte berühmt werden. Er tingelte von Club zu Club und schaffte es letztendlich bis in die Carnegie Hall. Andy hat sich selbst immer gegen die Bezeichnung Comedian gewehrt, besonders wenn Leute ihm vorwarfen, er sei nicht lustig. Er selbst bezeichnete sich immer als Song&Dance-Man und das war es auch, was er am liebsten tat. Andy war seiner Zeit weit voraus, er hat sozusagen den Anti-Witz erfunden. Eine leichte und unterhaltsame Art, sich der Person und dem Phänomen Andy Kaufman zu nähern, ist der Spielfilm Der Mondmann, in dem Jim Carrey – erklärter Fan des Künstlers – einen wirklich guten Kaufman gibt und viele Menschen mitspielen, die seinen Lebensweg gekreuzt oder begleitet haben.

Mit seinen Alter-Egos war er so eng verwoben, dass es kaum möglich war, ihn aus seiner Rolle zu bekommen. War er als Tony Clifton unterwegs, dann war er Tony Clifton und zog über Andy Kaufman her. Ein Schauspieler-Kollege hat ihn aus diesem Grund einmal verprügelt, weil er wollte, dass Andy zugab, Andy zu sein. Nachdem sein Kopf blutete, gab er es dann auch zu. Da Kaufman diese Eigenschaft so stark kultiviert hat und die Menschen sich nie sicher waren, ob er etwas ernst meint, haben sogar seine eigene Schwester und die Eltern, seine Nachricht, er hätte Lungenkrebs, zunächst für einen weiteren Fake gehalten. Es kostete ihn einigen Aufwand, sie zu überzeugen, dass er wirklich krank ist. Danach ging alles sehr schnell, obschon Jahrzehnte Nichtraucher, raffte der Lungenkrebs ihn innerhalb von drei Monaten dahin. Aufgrund seines Lebens ist es kein Wunder, dass sich die Annahme, er hätte seinen Tod gefakt, bis heute gehalten hat.

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Bilder: a katz / Shutterstock.com

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