Fake ID: Ausweis fälschen - so geht`s & und das sind die Strafen

Kristina Kielblock 2

Zu jung für die Disco? Kein Zutritt zum Kino? Ein gefälschter Ausweis scheint die Lösung für viele Probleme zu sein vor die ein interessierter Teenager gestellt ist. Dieser Ratgeber will euch nicht den Spaß verderben, aber deutlich über die Konsequenzen dieser vermeintlichen Lösung aufklären, da Seiten wie Fake ID & Co. die Angelegenheit mitunter zu sehr verharmlosen. 

Ausweis fälschen: Fake-ID.de.

Einige Seiten im Internet machen sehr deutlich klar, für welche Zwecke sich die dort bestellbaren Ausweise eignen. Sie raten außerdem dazu, einen Anwalt hinzuzuziehen, wenn es Unsicherheiten bezüglich der geplanten Verwendung des falschen Ausweises geben sollte. Es wird auch auf die strafrechtliche Relevanz von gefälschten Personalausweisen eingegangen, teilweise wird aber suggeriert, das Fälschen eines Schüler-/Studentenausweises sei völlig unproblematisch: „Der Kauf, sowie der Besitz unserer Ausweise: Studentenausweise / Schülerausweise (kein Perso fälschen oder Führerschein fälschen oder amtlichen Ausweis bestellen) ist legal. Dies bestätigen über 1500 Kundenmeinungen auf ekomi.de“.

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An diesen 10 Anzeichen erkennt ihr Fake-Shops im Internet.

An dieser Information ist zunächst nichts falsch, aber es könnte der Eindruck entstehen, als wäre auch die Verwendung dieser Dokumente außerhalb eines privaten Rahmens legal und das ist nicht der Fall.

Ausweis fälschen – Möglichkeiten und rechtliche Konsequenzen

Abgesehen von einschlägigen Websites, bei denen ihr einen Phantasieausweis bzw. ein gefälschtes Dokument kaufen könnt, gibt es natürlich auch viele Optionen, sich sowas auch selbst herzustellen:

  • Photoshop: Perso einscannen, Geburtsdatum mit Photoshop ändern, hochauflösend ausdrucken und laminieren. Mit dem richtigen Equipment schnell gemacht, aber: eine Straftat. Ihr begeht damit eine Urkundenfälschung und da versteht das deutsche Gesetz keinen Spaß, sondern droht mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Diese Aktion lohnt sich also definitiv nicht für die Disco oder einen Horrorfilm im Kino.
  • Den Ausweis von jemand anderem leihen, dessen Aussehen einigermaßen passt und dessen Alter die doofen Barrieren zu überwinden hilft: Auch keine gute Idee. Das ist keine Urkundenfälschung, sondern Missbrauch von Ausweispapieren und das ist auch eine Straftat. Die Strafe fällt geringer aus, maximal ein Jahr hinter Gittern bzw. eine Geldstrafe. Allerdings macht sich auch die ausleihende Person strafbar. Daher ist auch dieses Vorgehen nicht die wahre Lösung.
  • Studierendenausweis oder Schülerausweis fälschen: Viele denken, dass die Fälschung beispielsweise eines internationalen Studi-Ausweises oder eines Schülerausweises nicht so schlimm ist. Dem ist nicht so, denn auch diese Ausweise sind Urkunden, werden oftmals auch als offizielles Dokument akzeptiert und es handelt sich daher um eine Urkundenfälschung. Strafmaß siehe oben – keine vernünftige Alternative.

Welche Masche funktioniert eventuell und ist strafrechtlich nicht relevant?

Ihr könnt euren Personalausweis einscannen, euer Geburtsdatum mit einem Bildbearbeitungsprogramm anpassen und Schwarz-Weiß ausdrucken. Damit habt ihr eine Kopie des Ausweises gemacht. Eine Urkunde würde es werden, wenn das Dokument auf der Vorder- oder Rückseite beglaubigt wäre. Ihr könnt diesen Wisch an der Tür vorzeigen und behaupten, ihr nehmt immer nur die Kopie mit, weil ihr euer Portemonnaie so häufig verliert. Je nach Türsteher kommt ihr damit durch oder eben auch nicht. Aber Vorsicht: Keine Farbkopie anfertigen, das könnte wieder als Urkundenfälschung ausgelegt werden.

Ihr könnt also problemlos einen gefälschten Ausweis bestellen oder anfertigen und natürlich auch besitzen – aber nur für den privaten Gebrauch. Also als Partygag, Geschenk, für einen Filmdreh usw. Die Nutzung in jeglichem Rechtsverkehr ist verboten und kann teilweise hohe Strafen und entsprechende Vorstrafen nach sich ziehen.

Das gilt übrigens auch für Menschen, die sich gar nicht älter, sondern jünger machen wollen – vielleicht um die Angebetete nicht zu schocken oder eine Ermäßigung an der Theaterkasse abzugreifen – das Strafmaß kennt keine Unterscheidung bezüglich der verschiedenen Motivationen!

Bildquelle: Via Shutterstock.com & Fake-ID.de

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