Handy am Steuer: Aktionstag heute – Strafen, Punkte und Bußgelder

Martin Maciej 3

Das Smartphone ist in vielen Lebenslagen unverzichtbar. Wer allerdings am Steuer sitzt, sollte das Handy möglichst weit weglegen. Hier erfahrt ihr, welche Strafe euch beim Telefonieren am Steuer droht und was man beachten sollte, wenn man das Smartphone im Fahrzeug in die Hand nimmt. Heute, am 20. September, führt die Polizei einen bundesweiten Kontroll-Marathon durch und hält so ein Extra-Auge auf potentielle WhatsApper am Auto-Lenkrad.

Grundsätzlich gilt alle „Fahrzeugführer“ ein Handy-Verbot. Neben Autofahrern werden von dem Verbot auch Motorrad- oder Fahrradfahrer erfasst. So sehen die aktuellen Strafen für das Benutzen eines Handys am Steuer aus:
Die Strafen im Überblick:

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Smartphone- und Navi-Verbot im Auto: Diese Strafen drohen.
Punkte 1 Punkt
Bußgeld (KfZ) 100 €
Bei Gefährdung 150 € + 2 Punkte + 1 Monat Fahrverbot
Bei Unfall mit Sachbeschädigung 200 € + 2 Punkte + 1 Monate Fahrverbot
Bußgeld (Radfahrer) 55 €

Gab es vorher noch ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro, werden derzeit 100 Euro für das Bedienen eines Smartphones am Steuer fällig. Auch Fahrradfahrer zahlen seit Mitte Oktober 2017 mehr. So werden 55 Euro statt 25 Euro fällig, wenn ihr WhatsApp-Nachrichten oder anderes am Handy während der Fahrradfahrt erledigt.

Aktionstag im September

In den vergangenen Jahren führte die Polizei bereits mehrfach einen „Blitzer-Marathon“ durch, um großflächig Raser aus dem Verkehr zu ziehen. Heute geht es an die unaufmerksamen Fahrer. Rund 11.000 Polizisten werden bundesweit verstärkt kontrollieren, um die Hand am Lenkrad oder doch auf dem Handy liegt. Neben der Smartphone-Nutzung kontrolliert die Polizei heute auch vermehrt die Nutzung von Kopfhörern auf dem Fahrrad oder das Fokussieren auf den Handy-Bildschirm beim Spaziergang, zum Beispiel beim Überqueren von Kreuzungen.

Handy am Steuer: Punkte im Überblick

Doch was wird vom Handy-Verbot genau umfasst? Darf man „lediglich“ keine WhatsApp-Nachrichten lesen, ist das Bedienen des MP3-Players im Smartphone noch erlaubt oder ist es komplett verboten, das Gerät überhaupt in die Hand zu nehmen? § 23 StVO sagt hierzu:

„Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.“

Das Verbot umfasst also schon das alleinige in die Handnehmen des Smartphones. Telefonieren über ein Bluetooth-Headset ist hingegen gestattet. Die Formulierung umfasst auch ein Verbot der Handy-Nutzung als Navigationsgerät. Möchte man eine Navi-App nutzen, muss das Handy demnach bereits vor dem Anlassen des Motors angebracht und die Route fertig geplant werden. Änderungen oder Einstellungen dürfen während der Fahrt nur von einem Beifahrer gemacht werden, ansonsten muss man das Auto zunächst abstellen. Auch das Ablesen der Uhr kann mit einem Bußgeld geahndet werden, wenn man das Handy am Steuer in die Hand nimmt.

Fahren schon bald Autos ohne Menschen am Steuer? Tesla will es möglich machen (Video):

Tesla Autopilot.

Neben dem Smartphone werden auch andere Geräte wie Laptops, E-Book-Reader und Tablets unter die neue Regelung gefasst. Sprachsteuerungen, Vorlesefunktionen und Heads-Up-Displays bleiben erlaubt.

  • Werdet ihr beim Telefonieren am Steuer eines Autos erwischt, bringt euch dies einen Punkt in Flensburg.
  • Je Delikt gibt es einen bis drei Punkte für die Verkehrssünderkartei.
  • Eine schwere Ordnungswidrigkeit kostet nun 100 Euro und einen Punkt.
  • Für das Telefonieren am Steuer müsst ihr daher noch 100 Euro statt vorher 60 Euro blechen. Bis 2014 lag das Bußgeld bei 40 Euro.
  • Punkte für Ordnungswidrigkeiten verschwinden nach 2 Jahren.
  • Neue Einträge verlängern nicht automatisch die Tilgungsfrist alter Einträge.
  • Wer 1 bis 5 Punkte gesammelt hat, kann freiwillig an einem Fahreignungsseminar teilnehmen und jeweils 1 Punkt abbauen. Der Besuch des Seminars ist allerdings nur einmal alle fünf Jahre möglich.
  • Wiederholungstätern kann somit sogar für das Handy am Steuer ein Fahrverbot drohen.
Es ist nicht erlaubt, das Handy in die Hand zu nehmen, wenn das Fahrzeug hält (auch länger), dabei allerdings der Motor läuft. Fahrradfahrer müssen stehen bleiben, bevor es an das Checken von WhatsApp-Nachrichten und anderen Funktionen am Gerät geht.

Überschreitung: km/h
(Beisp.: 75 bei 50 = 25 km/h)
Tatort: geschlossener Ortschaften
Fahrzeugart:
Probezeit:

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Handy am Steuer während der Probezeit

Besonders in der Probezeit ist man schreckhaft, was Verstöße gegen Verkehrsregel angeht. Wenn ihr während der Probezeit mit Handy im Auto erwischt werdet, droht euch ebenfalls das Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt. Eine Verlängerung der Probezeit erwartet euch jedoch bei einem erstmaligen Vergehen nicht, da es sich hierbei um einen sogenannten „B-Verstoß“ handelt. Erst wenn ihr einen weiteren B-Verstoß sammelt oder gar einen A-Verstoß mitnehmt, winkt euch die Anordnung zum Aufbauseminar und die Probezeitverlängerung von zwei Jahren.

Dem Telefonieren am Steuer mit einer Freisprecheanlage steht hingegen nichts im Wege – wenn das Handy dabei nicht in die Hand genommen werden muss.

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Handy am Steuer – das wird teuer

Unter „Telefonieren am Steuer“ versteht man nicht nur das aktiven Plaudern am Telefon. Auch, wer lediglich seine WhatsApp Nachrichten checken will, eine Runde Candy Crush Saga an der roten Ampel spielt oder mit dem Handy in der Hand überprüfen will, wie spät es ist, muss mit einer Strafe für das Handy am Steuer rechnen. Zudem ist das Verbot nicht lediglich auf Smartphones beschränkt, sondern bezieht sich auf alle Geräte, die von der eigentlichen Tätigkeit, nämlich der Autofahrt, ablenken. So dürft ihr auch kein Tablet, keine PS Vita oder ähnliche Geräte in die Hand nehmen. Grundlage für die Strafe beim Handy am Steuer ist StVO §23 Absatz 1a:

„Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.“

Steht das Auto und ist der Motor demnach aus, könnt ihr gerne auch das Handy am Steuer in die Hand nehmen und texten, was das Zeug hält. Dies gilt auch, wenn ihr an einer roten Ampel steht und der Motor aus ist. Dabei gilt allerdings, dass ihr den Blick auf die Ampel nicht vergessen solltet, um den Verkehr nicht zu behindern. Wer auf sein Mobiltelefon nicht verzichten kann, kann das Gerät auch ohne Hände dank Bluetooth-Headset oder „OK Google“ per Sprachsteuerung bedienen.

Fazit: Das Handy sollte während der Fahrt nicht in die Hand genommen werden. Auch wenn ihr auf die Uhrzeit auf dem Smartphone-Display schaut, droht euch die Strafe von 60 € und einem Punkt.

Bilder via Shutterstock (1) und Shutterstock (2)

Ursprünglicher Artikel vom 9. Juli 2014, zuletzt aktualisiert am 20. September 2018

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