Hitzefrei heute? Temperaturen bis 40 Grad - wann geht es in Schule, Büro und Co. nach Hause? (Juni 2016)

Martin Maciej

Der Sommer ist da. Nachdem es die letzten Tage eher mäßig draußen war, dreht die Sonne jetzt voll auf. Draußen ist es bereits vormittags brütend heiß, das Thermometer steigt immer weiter, Temperaturen bis 35 Grad werden heute (Donnerstag, 23. Juni) erwartet. Besonders in Schulen, aber auch in Büros werden an Tagen wie heute Rufe nach „Hitzefrei“ laut. Doch wie sieht das mit dem Ausfall von Unterricht und dem vorzeitigen Feierabend im Büro an heißen Tagen eigentlich aus? In unserem Ratgeber beantworten wir einige Fragen dazu.

Hitzefrei heute? Temperaturen bis 40 Grad - wann geht es in Schule, Büro und Co. nach Hause? (Juni 2016)

Für heute sind Temperaturen bis zu 35-40 Grad angesagt.  „Amtliche Mittelung: Heute ab 14 Uhr deutschlandweit Hitzefrei!“ Klingt nach einer Traummeldung, doch was ist dran, an dem „Recht auf Hitzefrei“? In diesen Tagen soll es bis zu 40 Grad heiß werden, kann man da von seinem Arbeitgeber verlangen, dass man heute hitzfrei bekommt?

Wer meint, ein Recht darauf zu haben, seine Arbeit bei solchen warmen Temperaturen liegen zu lassen, wird leider enttäuscht. Arbeitnehmer, egal ob im Büro oder auf der Baustelle, haben laut Arbeitsrecht keine rechtliche Grundlage für Hitzefrei. Auch für Schulen gibt es keine allgemeingültige Vorschrift für hitzefreie Tage.

Top 5: Spiele, die den Sommer auf den Bildschirm bringen (Video):

Top 5 Sommer Feeling Games.

Ab wann ist Hitzefrei? Arbeit, Schule, Büro

Nichtsdestotrotz gibt es im Arbeitsrecht Vorschriften, die vor übermäßiger Hitze schützen sollen. So heißt es in der Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) A 3.5:

„Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll +26 °C nicht überschreiten.

  • Nach dieser Richtlinie liegt es in der Pflicht der Arbeitgeber darauf zu achten, dass die Temperatur in Arbeitsräumen grundsätzlich nicht über 26 Grad Celsius liegt.
  • Zudem sollten Arbeitnehmer besonders an heißen Tagen Getränke zur Verfügung stellen.
  • In Ausnahmefällen ist aber auch ein Arbeiten unter bis zu 35 Grad Celsius zumutbar. Zu solchen Ausnahmefällen gehören auch heiße Sommertage.
  • An warmen Sommertagen müsst ihr euch im Büro ohne „Hitzefrei“ der Hitze dennoch nicht ausliefern lassen. Es liegt in der Pflicht des Arbeitgebers dafür zu sorgen, dass Fenster, Glaswände etc. mit einem Schutz vor einer direkten Sonneneinstrahlung versehen werden.
  • Sollte solch ein Schutz ausbleiben, ist eine Kontaktaufnahme mit dem Chef oder Betriebsrat angebracht.
  • Falls euch die Temperaturen zu schaffen machen und ihr flexible Arbeitszeiten habt, empfiehlt es sich zudem, früher ins Büro zu kommen.
  • An tropisch heißen Tagen wie heute kann man beim Chef zudem die Auflockerung der Kleiderordnung anfragen, falls im Büro Anzugspflicht herrscht.
  • Bei Arbeiten draußen muss der Arbeitgeber genügend Sonnenschutzmittel zur Verfügung stellen.
  • Bei Temperaturen über 30 Grad sind diese Maßnahmen verpflichtend.
  • Wollt ihr euren eigenen Ventilator mitbringen, müsst ihr dies vorher mit dem Arbeitgeber aus versicherungsrechtlichen Gründen vorab abstimmen. In der Regel zählt der Ventilator allerdings bereits zu den klassischen Arbeitsschutzmaßnahmen, um die sich der Arbeitgeber kümmern sollte, wenn es schon kein hitzefrei gibt.
  • Sollte euer Chef euch partout bei der übermäßigen Hitze ackern lassen, ohne jegliche Vorkehrungen für ein hitzefreies Arbeiten zutreffen, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar. ES drohen Bußbgelder bis 5.000 Euro.

shutterstock_214609888

Bilderstrecke starten
24 Bilder
23 Dinge, die du im Netz machen kannst, wenn du mal wieder nichts mit dir anzufangen weißt.

Was ist mit Hitzefrei heute in der Schule?

Auch für Schüler gibt es kein gesetzliches Recht auf „hitzefrei“. Dennoch gibt es in verschiedenen Bundesländer Richtlinien und Erlässe, nach denen der Schulrektor bzw. Schulleiter den Unterricht ab einer bestimmten Temperatur zu einem bestimmten Zeitpunkt ausfallen lassen und beenden kann.

  • Eine festgelegte Temperaturgrenze gibt es allerdings laut Kultusministerien nicht.
  • Generell kann jede Schule selbst entscheiden, ob Hitzefrei gegeben wird.
  • Dabei soll vor allem drauf geachtet werden, ob ein Unterricht im Gebäude für Schüler und Lehrer noch zumutbar ist.
  • Als Anhaltspunkt für Hitzefrei in NRW werden 27° Raumtemperatur angegeben.
  • In Berlin-Brandenburg kann an Schulen Hitzefrei erteilt werden, wenn um 10 Uhr 25 Grad Außentemperatur oder um 11 Uhr 25 Grad Raumlufttemperatur im Schulgebäude gemessen werden.
  • Das Bayerische Kultusministerium gibt an, dass es „keine gesetzliche oder sonstige rechtsverbindliche Regelung“ für hitzefrei gibt. Hier wird auf „konkrete Situationen“ verwiesen, somit ist ein vorzeitiges Ende bei übermäßiger Hitze durchaus möglich, die Entscheidung liegt allerdings allein bei der Schulleitung.
  • Auch in anderen Bundesländern wie Hessen oder Baden-Württemberg gibt es Regeln, nach denen es in der Hand des Schulleiters liegt, den Unterricht zu beenden, wenn die Außentemperatur um 10 Uhr bei 25 Grad im Schatten liegt.
  • Der Unterricht kann auch vom stickigen Gebäude in den Hof oder kühlere Kellerräume verlagert werden.
  • Ein Hitzefrei für Schüler der Sekundarstufe II ist zudem ausgeschlossen, dennoch sollen etwa Klausuren nicht geschrieben und die verminderte Leistungsfähigkeit beachtet werden. Begründet wird dies vom Kultusministerium, dass Schüler in dieser Altersklasse stärker belastbar sind und eigenständig darauf achten, genügend Flüssigkeit bei Hitze zu sich zu nehmen.

hitzefrei-shutterstock_299970350

Werft auch einen Blick in unseren Ratgeber zum Ventilator-Kauf, um der Hitze zu trotzen.

Bildquellen: Tom Wang, FernandoMadeiraAntonio Guillem

Umfrage: Refurbished oder Neuware?

Ist es für euch in Ordnung, wenn das Smartphone-Display ein wenig verkratzt ist oder schon ein paar Gebrauchsspuren auf der Rückseite hat? Oder muss ein Artikel beim Kauf wirklich komplett neu sein?

* gesponsorter Link