ICO: Was bedeutet das?

Robert Kägler

Im Internet kursieren derzeit viele Begriffe, die mit dem heißen Thema Kryptowährung in Verbindung zu tun haben. „ICO“ ist eine solche Abkürzung. Wofür die Buchstaben in der Abkürzung stehen und was der Begriff bedeutet, erfahrt ihr bei uns.

Im Video findet ihr die meist genutzten Chat-Abkürzungen. Kennt ihr alle?

Die meist genutzten Chat-Abkürzungen und ihre Bedeutung.

Kryptowährungen wie Bitcoin sind in aller Munde. Im Zusammenhang mit insbesondere neuen Kryptowährungen wird oft von einem „ICO“ gesprochen. In letzter Zeit wird dieser Begriff und der damit zusammenhängende Prozess besonders kritisch diskutiert. Wir erklären, was sich hinter der Abkürzung verbirgt und wieso man bei ICOs besonders vorsichtig sein sollte.

Hinweis: Der Handel mit Kryptowährungen unterliegt enormen Schwankungen und ist hochspekulativ. GIGA übernimmt keine Verantwortung für etwaige Verluste.

ICO: Dafür steht die Abkürzung

ICO steht für die englischen Begriffe „Initial Coin Offering“. Hierbei handelt es sich um die Ausgabe von Coins an einen bestimmten Empfängerkreis, der jeweils vor dem ICO festgelegt wird. Coins können privat (private sale) und/oder auch öffentlich (public sale) ausgegeben werden.

ICO: Ursprung und Verwendung

Der Begriff ICO orientiert sich am Börsengang einer Firma, dem IPO (engl. Initial Public Offering). Ein Unternehmen geht während eines IPO an die Börse und bietet Aktien zum Kauf für potenzielle Interessenten an. Dadurch kann das Unternehmen Geld für sich gewinnen und so seine Vorhaben finanzieren und Kosten decken. Für Anleger ist das interessant, weil eine Wertsteigerung und der Erfolg der Firma mit steigendem Wert der erstandenen Anteile einhergehen.

Im Gegensatz zu einem Börsengang, der strikten Regulationen unterliegt, ist ein ICO eher als Crowdfunding zu bezeichnen. Bei einem ICO investiert man also in das Unternehmen, indem man eine bestimmte Menge der neu produzierten Krypto-Coins kauft. Meist hat man die Möglichkeit, die neuen Coins mit anderem Kryptogeld (Bitcoin, Ethereum) oder Fiatgeld (z. B. Euro, Dollar, Yen) zu bezahlen.

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ICO: Risiken und Kritik

Während man bei einem Börsengang direkte Firmenanteile erwirbt, handelt es sich bei ICOs in der Regel um „Utility Tokens“. Das produzierte Kryptogeld überträgt also keine direkten Anteile an dem Unternehmen, das die Coins produziert. Die digitale Währung soll in den meisten Fällen als späteres Zahlungsmittel auf der Plattform des Unternehmens eingesetzt werden. Genau an diesem Punkt zeigt sich auch das Risiko von ICOs. Potenziell können erworbene Coins außerhalb der angebotenen Services also komplett wertlos sein. Setzt sich die Idee des Unternehmens nicht durch, bleibt ihr mit einer nutzlosen Währung zurück.

Auf der anderen Seite gibt es auch Unternehmen und Projekte, die „Security Tokens“ ausgeben. Hier erhält man virtuelle Anteile an dem Projekt oder Unternehmen im Zuge einer Erfolgsbeteiligung. Eine Erfolgsbeteiligung bedeutet, dass der Inhaber der Security Tokens am Erfolg (z. B. Umsatz, Gewinn) des Projekts partizipiert. Dies tut er beispielsweise im Zuge einer Ausschüttung. Diese Tokens sind unter anderem vergleichbar mit Aktien und Optionsscheinen. Unternehmen, die also nachhaltig agieren und das eingesammelte Geld tatsächlich investieren wollen, bieten eher diese Art von Tokens an.

In der Vergangenheit und während des Hypes bezüglich Kryptowährungen wurden ICOs oft missbraucht. Zum Beispiel für Fake-ICOs, gefälschte Projekte und anderer Betrug, um an das schnelle Geld zu kommen. Aktuell befindet sich die Krypto-Szene aber in der Professionalisierungs- und Konsolidierungsphase. Projekte, die einen ICO anstreben, werden nunmehr im Zuge von „Due Diligence“ genauer hinterfragt und auf Nachhaltigkeit geprüft. Die „Due Diligence“ ist hierbei ein detaillierter Prüfungsprozess, in welchem die Stärken und Schwächen des Unternehmens analysiert und bewertet werden. Das Resultat der „Due Diligence“ dient dabei der Wertfindung der Security Tokens. Hier trennt sich also die Spreu vom Weizen.

Ihr seht, auch in diesem Bereich tut sich eine Menge. Prüft und checkt die Projekte beziehungsweise Unternehmen, die einen ICO starten und in denen ihr gerne investieren wollt. Dann minimiert ihr euer Risiko, leer auszugehen, stark.

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit den Experten der eifas Holding GmbH erstellt. 

Habt ihr schon mal Kryptogeld im Rahmen eines ICO erworben? Was haltet ihr vom Hype um Kryptowährungen? Schreibt es uns in die Kommentare.

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