Konto überziehen: Dispo-Zinsen, Risiken & Alternativen

Kristina Kielblock 1

In diesem Ratgeber unternehmen wir einen Vergleich der Überziehungszinsen und stellen Alternativen zum Dispo vor. Die Überziehung des Girokontos ist eine teure Möglichkeit, euch einen spontanen Kleinkredit zu verschaffen, aber dafür sehr unkompliziert. Mit einem ordentlichen Dispo-Kredit kann der finanzielle Aufwand verkleinert werden, aber auch das sollte nicht zur regelmäßigen Dauereinrichtung werden. 

Konto überziehen: Dispo-Zinsen, Risiken & Alternativen

Die Kontoführungsgebühren können sich von Bank zu Bank teilweise erheblich unterscheiden. Bezüglich der Zinsen, die für die Überziehung - mit Dispo oder ohne - erhoben werden, herrscht dagegen weitgehend Einigkeit unter den Geldinstituten: hoch sollen sie sein. Überziehungszinsen können sich leicht zwischen 8% und 10% bewegen, bzw. ohne Dispositionskredit auch schnell bei 15% liegen.

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Konto überziehen ist eine gute Notlösung - keine sinnvolle Dauereinrichtung

Euer Konto zu überziehen ist eine Option, die bei den meisten Banken stillschweigend angeboten wird. Der Überziehungsrahmen richtet sich dabei vorrangig nach der Höhe und Regelmäßigkeit eurer Eingänge. Banken sind in keinster Weise verpflichtet, euch die Möglichkeit der Kontoüberziehung zu gewähren, die meisten tun es aber - sie verdienen ja auch nicht schlecht daran. Der finanzielle Spielraum bei der Überziehung ohne Dispo-Vereinbarung liegt zumeist zwischen 200€ und 500€.

Wenn ihr mit eurer Bank eine Dispositionskredit-Vereinbarung trefft, könnt ihr einen Kredit in Höhe von eurem zwei- bis dreifachen Monatseinkommens gewährt bekommen. Ob ihr euer Konto überziehen könnt, wird von eurer Bonität bestimmt, die von folgenden Faktoren beeinflusst wird:

  • Einkommen - regelmäßige Eingänge in einer bestimmten Höhe.
  • Ausgaben - regelmäßige finanzielle Belastungen (z.B. Rückzahlung anderer Kredite)
  • Schufa-Einträge - Bereits vorhandene Einträge bei der Schufa können den Dispo-Rahmen verkleinern oder die Gewährung verhindern.

Falls ihr ein neues Konto eröffnen wollt, lohnt es sich also auch, die Zinsen der Banken bezogen auf Dispo-Kredit und Überziehung zu prüfen und zu vergleichen. Umgekehrt sollte aber ein eventueller Kontowechsel nicht nur vom Tatbestand der niedrigeren Überziehungszinsen beeinflusst werden.

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Wie funktioniert die Kontoüberziehung?

  • Ab dem Zeitpunkt, an dem ihr euer Konto überzogen habt, fallen Dispo-Zinsen bzw. bei Überziehung ohne Dispo erhöhte Kontoführungsgebühren an.
  • Ab der Kreditvergabe bzw. Überziehung wird alles Geld, das auf dem Konto eingeht, zunächst für die Deckung der Schulden verwendet.
  • In der Regel wird eine Überziehung auch ohne Dispo-Vereinbarung (zum Beispiel für ein paar Tage am Monatsende) von der Bank toleriert - aber: die Bank kann dieses Verhältnis auch mit sofortiger Wirkung kündigen und das Geld einklagen.
  • In diesem Fall wird es zu einem negativen Schufa-Eintrag kommen und falls Gerichtskosten anfallen, gehen sie zu euren Lasten.

Daher: Die Kontoüberziehung sollte keine Dauereinrichtung werden. Macht euch klar, dass ihr dabei Geld ausgebt, das ihr faktisch gar nicht zur Verfügung habt, aber dafür noch weiteres Geld - in Form von Gebühren bzw. Zinsen investiert. Aber: Für Notfälle oder kleine Engpässe ist es durchaus sinnvoll, von der Option der Überziehung Gebrauch zu machen, wenn ihr sicher seid, das Geld auch zeitnah zurückzahlen zu können.

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Das Einrichten eines kleinen Dispositionsrahmens von ca. 500 € ist in jedem Fall sinnvoll auch wenn ihr gar nicht beabsichtigt, ihn auszunutzen. Es kann aber immer mal passieren, dass sich Abrechnungen überschneiden oder ähnliches und das Konto vielleicht zum Abbuchungstermin der Telefonrechnung ist ausreichend gedeckt ist. Dann habt ihr euer Portmonnaie mit bis zu 15 € Gebühren für die geplatzte Abbuchung, anstatt mit ein paar Cent Überziehungszinsen belastet. Höchst unerfreulich.

Konto überziehen. Junge Leute gucken am tisch über ihre kontounterlagen

Längerfristige finanzielle Engpässe - Alternativen zum Dispo

Entscheidend ist, wofür ihr das Geld benötigt:

  • Anschaffungen: Schaut zuerst, ob der Anbieter eures Konsumgutes einen passenden Ratenkredit anbietet, oftmals gibt es das bereits mit 0,00 % Zinsen. Das ist jedem Dispo oder Bankkredit vorzuziehen. Zweite Wahl wäre dann eine Ratenkredit bei der Bank, mit Zinsen zwischen 2,5% und 10% - ein guter Vergleich spart viel Geld.

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  • Bargeld: Abrufkredit statt Dispokredit! Bei Abrufkrediten, die von den meisten Banken auf Nachfrage angeboten werden, setzt ihr mit der Bank einen finanziellen Verfügungsrahmen fest, auf den ihr bei Bedarf zugreifen könnt. Die Zinsen sollten dabei zwischen 6% und 8% liegen - nicht günstig, aber günstiger als der Dispo.
  • Niemand verschenkt Geld: Sofort-Kredite ohne Schufa-Abfrage und ähnliche „heiße“ Angebote sind keine sinnvolle Alternative - Vorsicht bei diesen reißerischen Angeboten.
  • Privat Geld leihen ist keine Schande. Auch zwischen Privatleuten könnt ihr kleine Kreditverträge schließen und die Laufzeit, Ratenhöhe und Zinsen genau festlegen. Da die Sparverzinsung gerade nicht sehr attraktiv ausfällt, ist es für viele Menschen lohnenswerter euch für 2,5% Zinsen Geld zu leihen, als es auf der Bank liegen zum haben. Sofern ihr das Geld zurückzahlt wurde dann zwei Menschen ein Dienst erwiesen.
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Bildquelle: Happy Customer Woman, Beautiful Waitress and Group, Young Couple Bank Accounts via Shutterstock.com

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