McDonald’s Fleisch und Zutaten-Check: Was ist drin und wo kommt das Fleisch her?

Christin Richter 9

Regelmäßig ist die Rede von einem McDonald’s-Fleisch-Skandal. Ob der Starkoch Jamie Oliver die beliebte Fastfood-Kette wegen ihres Ammoniaks und Fettes in den Fleischscheiben anprangert oder ob Gerüchte von Menschenfleisch in den Burgern kursieren, allzu gern rühmen sich die Medien mit schockierenden Meldungen. Neuerdings gibt es auch den Zutaten-Check. Wir geben im Ratgeber einige Hintergrundinformationen, wo das McDonald’s Fleisch herkommt, was im Fleisch drin ist und was an den Nachrichten dran ist.

Artikelübersicht – mit einem Klick zu diesen Abschnitten:

Fakten zum McDonald’s Fleisch

  • Die runde Rindfleisch-Scheibe wird Patty genannt.
  • Die Burger-Scheibe wiegt in etwa 40 Gramm.
  • Sie besitzt einen Fettanteil von ca. 20 Prozent.

Video: Wo kommt das McDonald’s-Fleisch her

Wo kommt das McDonald's-Fleisch her?

Was ist in McDonald’s Fleisch drin?

Inzwischen könnt ihr euch Burger und Co. mit dem McDonalds-Lieferservice auch bequem an die eigene Haustür bestellen. Aber was ist eigentlich drin im Patty? Auf der Webseite von McDonald’s gibt das Unternehmen Auskunft, über Herkunft und Zusammensetzung ihrer Zutaten. Beispielsweise der Beef Patty 4:1 Simmentaler oder der Beef Patty für den Cheeseburger bestehen laut Liste der Inhaltsstoffe aus 100% Rindfleisch.

Die offiziellen Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schreiben vor, dass Hamburger-Patties zu 100% aus Rindfleisch bestehen müssen. Optional können Salz und Gewürze hinzugefügt werden. Laut Aussage auf der McDonald’s-Webseite würden ihre Patties anschließend nur mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Wollt ihr bei McDonald’s probieren, was es offiziell gar nicht gibt? Wir zeigen euch in der Galerie, wie ihr die geheimen Angebote probieren könnt:

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Diese geheimen Menüs stehen auf keiner Karte.

McDonald’s-Zutaten-Check: Pro und Contra

Der Zutaten-Check soll Verbraucher transparent über die Inhaltsstoffe der Produkte des Fastfood-Riesen informieren. Während ihr eure Portion Pommes oder euren Burger genießt, könnt ihr mit dem Smartphone den QR-Code auf der Verpackung scannen. Ihr werdet auf eine Internetseite weitergeleitet, auf der ihr Informationen zum jeweiligen Lebensmittel findet. So seht ihr direkt die Herkunft des Fleischs oder der anderen Zutaten, allerdings nichts zur Haltung der Tiere.

Daniela Krehl, Ernährungssprecherin der Verbraucherzentrale Bayern äußert sich zwiegespalten zum McDonald’s-Zutaten-Check:

„Nährwerte und Kalorien konnte man sehr gut erkennen, schwieriger wurde es dann bei den Zutaten. Da musste man lange suchen. Problematisch wurde es bei der Frage, woher das Fleisch jetzt kommt, aus Deutschland, aus sechs weiteren EU-Ländern oder aus Brasilien. Da frage ich mich dann schon, wo der Mehrwert für die Verbraucher ist.“ (Quelle: br.de)

Wollt ihr wissen, wann ihr bei McDonalds frühstücken könnt? Dann erfahrt ihr es in unserem Artikel:

Zeiten und Preise des McDonalds-Frühstücks

Kritisch zu betrachten ist beispielsweise auch die Aussage des Konzerns, dass die Pommes Frites in reinem Pflanzenöl frittiert werden, denn immerhin enthält das Öl auch den Zusatzstoff Polydimethylsiloxan (PDMS, E 900). In Deutschland beträgt hier die erlaubte Tagesdosis 1,5 mg/kg Körpergewicht. Demzufolge ist die Portion Pommes zwar im grünen Bereich, aber um reines Pflanzenöl handelt es sich dabei nicht. Auch beim Fischburger weiß der Verbraucher nicht mit Sicherheit, ob er jetzt Seelachs, Seehecht, Kabeljau oder Schellfisch im Burger hat. Wer sich dennoch informieren möchte, kann nicht nur den zugehörigen QR-Code scannen, sondern auch auf der Webseite von McDonalds die Inhaltsstoffe der Produkte finden.

Alle Infos zum McDonalds Lieferservice

Wollt ihr lieber selbst Burger basteln und wissen, was drin steckt? Dann haben wir hier die besten Angebote für das Original American Burger Set:

Wo kommt McDonald’s Fleisch her?

Auf ihrer Seite erfahren die Kunden, dass zu den Fleisch-Lieferanten für McDonald’s auch OSI gehört. OSI Food Solutions Germany GmbH beschäftigt über 10.000 Mitarbeiter und liefert Rind-, Schweine- und Hähnchenfleisch aus. Aus dem Standort Duisburg-Rheinhausen stammen beispielsweise die Chicken McNuggets für McDonald’s. Laut Südwest Presse fertigte die OSI-Produktionsstätte in Günzburg im Jahr 2011 täglich 5,5 Millionen Pattys für McDonald’s – einige davon werden auch in die Niederlande geliefert. OSI bekommt das Fleisch von Schlachthöfen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Sowohl das Unternehmen als auch McDonald’s betonen auf ihren Webseiten, dass 90 % des McDonald’s-Fleischs aus Deutschland stammen.

Hat es euch nicht geschmeckt oder habt ihr eine Beschwerde zu einer bestimmten Filiale oder dem Konzept? Dann könnt ihr euch bei McDonalds online und per Telefon beschweren.

Das Handelsblatt äußert sich 2014 ebenfalls zur Herstellung der Burger bei McDonald’s. Das Fleisch stammte zum Zeitpunkt der Untersuchung von Milchkühen, weil es günstiger war als das von Jungbullen. Positiv: Im Gegensatz zu Burger King wurde damals bereits das Fleisch bei McDonald’s nicht über offener Flamme gegrillt und enthielt daher weniger PAK (gilt als krebserregend), als beim Konkurrenten Burger King.

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Jamie Oliver - Skandal bei McDonald’s Fleisch

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Immer wieder kursieren auf Facebook, Twitter und anderen Diensten Meldungen, dass Jamie Oliver einen Prozess gegen McDonald’s gewonnen habe. Dabei ist die Rede von Ammoniak und Fett. Tatsächlich geht es hierbei um Ammoniumhydroxid, das in den USA genutzt wurde, um das Fleisch haltbar zu machen. Jamie prangerte das Unternehmen an, ungenießbares, qualitativ minderwertiges Fleisch für die Herstellung und Zubereitung zu verwenden – das allerdings schon 2012 und auf das Fleisch in den USA bezogen. Er zeigte damals in seiner Show „Jamie Oliver’s Food Revolution“, dass kein hochwertiges Rindfleisch in den Pattys sondern „rosa Schleim“ (Quelle: mimikama) in den Burgern steckt und dass bei den Chicken Nuggets eher Haut, innere Organe und Fett statt des guten Fleischs für die Nuggets verwendet werden (Quelle: business-on.de).

Jamie Oliver erreichte in den USA, dass der Fastfood-Gigant nun ebenso wie Burger King auf Ammoniumhydroxid in der Herstellung verzichtet, wie er es auch schon in anderen Ländern praktizierte. Allerdings dürfen die Lieferanten des Hähnchenfleischs seit 2014 wieder genmanipulisertes Futter verwenden, damit die ausreichenden Mengen lieferbar bleiben.

Menschenfleisch bei McDonald’s?

Ebenfalls nicht neu ist der Skandal um Menschenfeisch bei McDonald’s. Häufig wird dabei die Seite Huzlers zitiert. Wer genau hinsieht, erkennt, dass es sich hierbei aber um eine Satire-Seite handelt und die Meldung, dass sowohl Pferdefleisch als auch Menschenfleisch in Fleischfabriken aufgetaucht seien, ein schlechter Scherz ist.

McDonalds Fleisch im Burger

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Exkurs zum Thema Fleisch

Fleisch enthält zahlreiche wichtige Nährstoffe. So finden sich Eisen und andere Spurenelementen wie Zink, Kupfer und Magnesium sowie den Vitaminen B1, B6 und B12 im Fleisch. Besonders Rindfleisch ist reich an Vitamin B12. Ein Drittel der Zinkversorgung und des täglich benötigten Selens kann mit Fleisch und Fleischprodukten gedeckt werden. Fleisch besteht durchschnittlich aus 20% Eiweiß und dieses ähnelt im Gegensatz zum pflanzlichen Eiweiß dem des menschlichen Körpers. Das bedeutet, es hat eine hohe biologische Wertigkeit.

Fettanteil hat sich in den letzten Jahren reduziert, so ist heute mageres Schweinefleisch mit ca. 2 Prozent Fett erhältlich. Außerdem stieg der Anteil der ungesättigten Fettsäuren (auf bis zu ca. 60 Prozent), die wichtig für den menschlichen Körper sind. Dabei bestimmt der Gehalt des intramuskulären Fettes den Geschmack und die Saftigkeit des Fleisches. Fett ist aber ebenso ein lebensnotwendiger Nährstoff, macht satt und lässt uns fettlösliche Vitamine aufnehmen. Nicht zuletzt ist es Träger von Aroma- und Geschmacksstoffen. Die Fleischqualität ist abhängig von Rasse, Fütterund und Alter des Tiers.

Bildquellen: Subbotina Annamichelaubryphoto, Syda ProductionsNataliia K  via Shutterstock

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