Mit mSpy Handys überwachen: Geht das und ist das legal?

Selim Baykara

mSpy ist eine der bekanntesten Apps, um Anrufe, Instant Messenger wie WhatsApp oder E-Mails abzuhören und Handy-Nutzer umfassend zu überwachen. Aber funktioniert die „Nr. 1-Spionage-App“ wirklich so einfach? Und ist das überhaupt legal? Wir haben uns mSpy einmal genauer angeschaut.

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mSpy ist eine sogenannte Spionage-App. Diese Art Anwendung wird dazu benutzt, den Benutzer eines Handys abzuhören und herauszufinden, mit wem er telefoniert, Nachrichten schreibt und welche soziale Medien er verwendet. Die Nachfrage nach Apps wie mSpy ist erstaunlich groß: Eheleute, die gerne wüssten, ob der Partner heimlich telefoniert. Eltern, die die Handy-Nutzung der Kinder überwachen möchten – sie alle hätten gerne eine App, mit der man das ohne große Vorkenntnisse machen kann. Und genau das verspricht mSpy.

mSpy-Erfahrungen: Geht das wirklich?

Im Unterschied zu den zahlreichen Hacks, mit denen ihr WhatsApp angeblich hacken oder mitlesen oder andere Handys abhören könnt, funktioniert die Spionagesoftware mSpy tatsächlich. Die App wird zunächst auf dem Handy der Person installiert, die man bespitzeln möchte – nach der Installation ist sie aber unsichtbar und kann auch nicht so ohne Weiteres gefunden werden. Der Nutzer der App loggt sich anschließend online in ein Dash-Board, also eine Art Steuerzentrale, ein und kann von dort aus sämtliche Aktivitäten des Ziel-Handys überwachen. Dazu zählen:

  • Überwachung der Kalender-Aktivitäten
  • Speichern von Anrufprotokollen
  • Überwachung des Webseitenverlaufs
  • Handyortung mit GPS
  • Lesen von E-Mails
  • Mitlesen von Textnachrichten per SMS
  • Mitlesen von Chats in WhatsApp, Skype oder Facebook Messenger

Neben diesen Spionage-Funktionen beherrscht mSpy noch einige andere Features. Der Nutzer der App kann etwa Webseiten sperren, eingehende Anrufe blockieren oder sich benachrichtigen lassen, wenn das Ziel einen bestimmten GPS-Bereich betritt. Im Prinzip bleibt mit mSpy also nichts geheim, wenn der Nutzer das so wünscht.

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Wie funktioniert mSpy?

Um mSpy (oder andere Spionage-Apps) zu nutzen, benötigt ihr zunächst einmaligen Zugang zu dem Mobilgerät, das überwacht werden soll, dort installiert ihr dann die Software. Alle Daten werden dann per Internet an einen Server übermittelt. Über das das Dashboard, ein Webinterface, könnt ihr auf den Server zugreifen und die Daten auf dem Handy einsehen. Das sieht im Fall von mSpy etwa folgendermaßen aus:

Auf der linken Seite seht ihr sämtliche Bereiche, auf die ihr Zugriff habt. Links finden sich die einzelnen Nachrichten, die ihr für die Detailansicht anklicken könnt. Auf Wunsch könnt ihr euch auch Verlaufsprotokolle erstellen und das Ergebnis ausdrucken.

Für welche Betriebssysteme steht mSpy zur Verfügung?

mSpy wird derzeit sowohl für Android-Smartphones als auch iPhone angeboten. Beim iPhone empfiehlt der Hersteller allerdings einen Jailbreak, obwohl inzwischen auch eine Version von mSpy ohne Jailbreak zur Verfügung steht. Diese hat einen geringeren Funktionsumfang – die wichtigsten Features können aber trotzdem genutzt werden.

Wie hoch sind die Kosten von mSpy?

All die ausgefeilte Spionage-Technik hat natürlich ihren Preis. Die Anbieter von mSpy bieten die Software nicht zum einmaligen Kauf an – stattdessen wird ein monatliches Abo fällig, und das ist nicht gerade günstig. Die Basis-Version kostet 27 Euro/ Monat, wer mehr Features braucht, benötigt die Premium-Version für 60 Euro. Die Variante, die ohne Jailbreak auf iPhones läuft, schlägt ebenfalls mit 60 Euro zu Buche. Insgesamt ist mSpy also ein sehr teurer Spaß – nicht nur deshalb sollte man sich fragen, ob man so eine Software wirklich nutzen möchte.

Ist mSpy legal?

Das Ausspionieren von Personen ohne dass diese davon wissen und zustimmen ist in Deutschland ausdrücklich verboten und wird schwer bestraft. Darauf weisen auch die Anbieter von mSpy auf ihrer Webseite hin, wo sie betonen: „Das Gesetz verpflichtet Sie generell dazu Nutzer/Inhaber des überwachten Gerätes über das Monitoring zu informieren“.

Das klingt gut, natürlich dürfte aber auch mSpy klar sein, dass die meisten potentiellen Nutzer der App genau das nicht machen werden. Schließlich ist der Sinn einer Spionage-App ja gerade das Überwachen ohne dass der andere davon erfährt. In Deutschland und in vielen anderen Ländern ist das nicht erlaubt. Wenn ihr mSpy benutzt, um euren Partner oder andere Personen ohne deren Wissen abzuhören und ohne dass sie ausdrücklich zugestimmt haben, verstoßt ihr gegen das Gesetz und macht euch strafbar. Bei Kindern befindet man sich in einer rechtlichen Grauzone, natürlich ist es aber fair, auch hier mit offenen Karten zu spielen.

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