Songs schreiben: Einfache Anleitung zum Schreiben eurer eigenen Lieder

Kristina Kielblock 2

In der heutigen Zeit ist es dank YouTube und anderen Portalen viel leichter geworden, seine Kunst ans Publikum zu bringen. Viele wollen gerne mit eigener Musik Erfolg haben und einen guten Song schreiben. Dieser Ratgeber vermittelt euch Grundwissen und eine Anleitung nach der ihr vorgehen könnt, wenn euch die Muse küsst. 

Songs schreiben: Einfache Anleitung zum Schreiben eurer eigenen Lieder

Musik machen fördert die Intelligenz und wirkt Altersdemenz entgegen, weil ihr ständig neue Synapsen verknüpfen müsst. Wenn euch der Wunsch gepackt hat, euch mithilfe der Musik selbst auszudrücken, findet ihr in der folgenden Anleitung zum Songs schreiben hoffentlich einige hilfreiche Anregungen. Zwei Dinge werden euch auf dem steinigen Weg zum Erfolg grundsätzlich nützen: Die Verbesserung eurer handwerklichen Fähigkeiten und theoretischen Musikkenntnisse und das Durchdringen und Verstehen erfolgreicher Songs und ihrer Strukturen.

1. Zuerst die Musik oder der Text?

Beide Arbeitsweisen existieren, ihr solltet mit dem beginnen, was ihr besser könnt bzw. euch einfällt. Manchmal hat man eine sehr gute Textidee – das können auch manchmal nur zwei sehr gute Zeilen sein, ein anderes Mal wacht man am Morgen mit einer neuen Melodie im Kopf auf. Am Ende muss natürlich beides stehen, aber für den Erfolg bzw. die Qualität eines Liedes ist es egal, wie es entstanden ist. Falls euch eins von beidem leichter fällt, könnt ihr auch mit anderen zusammenarbeiten. Wenn ihr sehr gut im Melodien komponieren, aber ideenlos beim Schreiben seid, könnt ihr auch versuchen, existierende Poesie zu vertonen oder Inspiration aus der Literatur zu beziehen. Beispiele dafür sind:

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2. Orientiert euch zum Anfang an klassischen Songstrukturen

Songs, zumindest die klassischen Pop- und Rocksongs folgen prinzipiell immer einer bestimmten Struktur. Natürlich kann diese auch aufgebrochen werden, aber um gekonnt abweichen zu können, sollte euch der klassische Aufbau eines Songs zunächst bekannt sein:

  1. Das Intro: Der Anfang eines Liedes ist das Intro. Dabei sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es kann ganz kurz oder etwas länger, instrumental, gesprochen oder einfach nur Geräusche sein.
  2. Der Vers: Ein Lied hat mindestens einen oder mehrere Verse, die inhaltlich zusammenhängen sollten. Sie machen den größten bzw. längsten Teil des Songs aus. Hier könnt ihr inhaltliche Botschaften rüberbringen, Gefühle aufbauen, aber es müssen nicht immer hochintellektuelle Inhalte sein – viele Lieder haben auch Erfolg mit recht dürftigen Versen gehabt. Wichtig ist, dass die musikalische Struktur der Verse gleich bleibt, ebenso wie Rhythmus und Versmaß.
  3. Der Chorus oder Refrain: Das ist die Stelle eines Songs, die den meisten Menschen im Gedächtnis bleibt, die den Wiedererkennungswert des Liedes bestimmt. Können die Menschen mitsingen? Das ist ein wichtiges Element zum Erfolg. Der Chorus kommt mehrmals im Lied vor, daher darf er keinesfalls langweilig oder zu sperrig sein. Manche Lieder leben auch ausschließlich von ihrem Refrain – man denke an . Aber es gibt auch Lieder, die wiederum ganz auf einen Refrain verzichten, wie beispielsweise in . Besonders stark wird der Refrain, wenn euch eine gute Hookline einfällt, denn das ist es, was Leuten im Gedächtnis bleibt und sie animiert, den Song ein weiteres Mal hören zu wollen.
  4. Die Bridge: Das ist der Ausbruch, hier verändert sich die Melodie und macht einen Ausflug. Hier ist alles möglich – die Lautstärke, der Rhythmus, die Melodie – alles kann sich an dieser Stelle verändern.

Wenn ihr Musik hört, macht euch diese verschiedenen Teile bewusst und achtet darauf, wie sie zusammengesetzt wurden. Besser noch durchdringt ihr eine Songstruktur, wenn ihr das Lied nachspielt. Macht euch bewusst, welche Faktoren dazu führen, dass euch das Lied besonders gut gefällt. An diese Analysen könnt ihr euch bei euren eigenen Texten orientieren.

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3. Fangt einfach an – setzt euch Ziele!

Wenn ihr nur auf die große Eingebung wartet, werdet ihr wahrscheinlich nie einen Song schreiben. Fangt an zu produzieren, auch wenn es zunächst nur für den Eimer sein sollte. Schreibt einfach drauf los, doof finden könnt ihr es später immer noch – niemand zwingt euch, die Lieder öffentlich vorzutragen. Aber es ist wichtig, dass ihr euch zwingt, zu schreiben. Nicht nur wenn ihr Ideen habt. Setzt euch bestimmte Ziele, beispielsweise ein Lied pro Woche. Die Eingebungen werden kommen, wenn ihr euch der Tätigkeit regelmäßig hingebt.

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4. Musiktheorie – nicht zwingend nötig, aber hilfreich

Die Grundbegriffe der Harmonielehre solltet ihr euch drauf schaffen, denn dann seid ihr freier im Komponieren bzw. Arrangieren eurer Songs. Wer nicht von Natur aus mit einem guten Gefühl für Rhythmus ausgerüstet ist, kann sich in dieser Hinsicht mit ein wenig Theorie schnell verbessern. Ihr solltet auch dringend die Unterschiede der Tonarten Dur und Moll kennen, denn nur dann könnt ihr sie bewusst in euren Liedern zur Stimmungserzeugung einsetzen. Ein Quintenzirkel erleichtert euch die Arbeit ungemein, da ihr schnell sehen könnt, welche Akkorde zusammenpassen. Es gibt sie für und die .

5. Holt euch ein kleines Aufnahmegerät

Die besten Ideen kommen immer, wenn man sie nicht erwartet. Seid also allzeit bereit! Besorgt euch entweder ein kleines oder nutzt die Aufnahmefunktion eures Smartphones, so sie denn was taugt. Auch für Songschreiber, die keine Noten schreiben können, ist die Möglichkeit zur akustischen Aufzeichnung eurer Ideen obligatorisch. Keyboards und Gitarren lassen sich auch leicht an einen Computer anschließen, der euch mit dem entsprechenden Programm nicht nur die Musik aufnimmt, sondern auch die Töne in Noten umsetzen kann.

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6. Keine platten, zwangsgereimten Texte!

Songs schreiben ist Arbeit. Das heißt, es ist auch manchmal mühselig, ihr müsst Rückschläge in Kauf nehmen und ständig bereit sein, euch zu verbessern. Klar könnt ihr vielleicht auch mit einem langweiligen Text landen, wenn ihr ihn gefühlvoll genug rüber bringt. Besser ist aber, ihr kommt auf originelle Ideen bzw. überzeugende Texte. Am besten ist es, wenn ihr euch ein Thema aussucht, zu dem ihr starke Gefühle habt und dass euch wirklich beschäftigt. Tut dann einfach so, als würdet ihr einer Freundin darüber erzählen und schreibt das auf. Spielt mit den Worten, egal ob ihr Lieder in eurer Muttersprache verfasst oder in einer anderen. Achtet auf die Vokale – manche schmeicheln dem Ohr mehr als andere. Songtexte müssen auch nicht immer gereimt sein – viele erfolgreiche Lieder basieren nicht hauptsächlich auf Reimen. Wichtig ist, dass ihr die Wörter überzeugend singen könnt. Viele Texte sind zwar zum Vorlesen geeignet und durchaus literarisch wertvoll, aber zu komplex oder sperrig, um sie gefühlvoll zu singen. Das ist aber fast das Wichtigste, um einen erfolgreichen Song zu schreiben: Er muss Gefühle vermitteln.

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