Was ist Paydirekt und wie funktioniert der Online-Bezahldienst?

Kristina Kielblock 2

In diesem Ratgeber beschäftigen wir uns mit dem neuen Online-Bezahldienst Paydirekt. Wie sicher ist der Dienst? Was sind die Vorteile? Unter welchen Voraussetzungen kann man mit Paydirekt bezahlen? Das sind die Fragen, denen wir im Folgenden nachgehen werden. 

Paydirekt: verstaendlich erklaert.

Falls ihr zu den Menschen gehört, die sich dem Online-Banking generell verschließen, könnt ihr direkt hier mit dem Lesen aufhören, denn Paydirekt steht nur Bankkunden zur Verfügung, die zum Online-Banking angemeldet sind. Für euch wäre vielleicht Amazon Payments eine geeignete Alternative, über die ihr bei uns mehr nachlesen könnt.

Was ist Paydirekt?

2005 kam der Online-Bezahldienst Giropay auf den Markt und versuchte PayPal ernsthafte Konkurrenz zu machen. Ebenso wie Giropay ist Paydirekt ein Zusammenschluss verschiedener Banken, mit dem ihr zur Zahlung im Internet euer Girokonto nutzen könnt. Giropay ist schon viele Jahre am Markt etabliert und ein sicherer, zuverlässiger Bezahldienst, den allerdings aufgrund der Nicht-Teilnahme von Deutscher Bank, Commerzbank und Hypo-Vereinsbank ca. 15 % der Online-Banking-Kunden nicht nutzen können.

Paydirekt ist also der zweite Versuch der Banken, beim Online-Bezahlgeschäft doch noch mitzuspielen und den Konkurrenten PayPal und Co. das Wasser zu reichen. Der Bezahlvorgang basiert auf eurem Girokonto und dem Online-Banking, geworben wird mit erhöhter Sicherheit, da die Daten bei euch und eurer Bank bleiben. Der Dienst bleibt in seinen Leistungen hinter PayPal zurück (z.B. internationaler Zahlungsverkehr) und ist im Leistungsumfang eher mit Sofortüberweisung zu vergleichen.

Commerzbank Paydirekt.

Wie funktioniert Paydirekt?

  • Ihr müsst bei eurer Bank für Online-Banking angemeldet sein.
  • Dann müsst ihr prüfen, ob eure Bank an Paydirekt beteiligt ist. Sparkassenkunden bleiben an dieser Stelle noch außen vor, Postbank, Targo Bank, Volksbanken Raiffeisenbanken u.a. dürfen aber mitspielen. Zur Haltung der Sparkassen zu Paydirekt lest ihr am Ende des Artikels mehr.
  • Sollte die Bank bei Paydirekt mitmachen, könnt ihr euch im Online-Banking-Programm für Paydirekt anmelden.
  • Ab diesem Moment könnt ihr mithilfe des Paydirekt-Buttons im Online-Shop bezahlen und müsst nur noch Benutzernamen und Passwort eingeben.
  • Vorteil: Der Händler bekommt eure Kontodaten gar nicht zu sehen, die Angelegenheit bleibt zwischen euch und der Bank.
  • Läuft etwas schief, müsst ihr euch dementsprechend an eure Bank wenden - wie der Kundenservice von Paydirekt zu bewerten ist, lässt sich nach der kurzen Zeit noch nicht sagen.
  • Falls ihr mehrere Girokonten habt, könnt ihr euch nur mit einem davon für Paydirekt anmelden. Wollt ihr ein anderes Girokonto nutzen, müsst ihr euch zuvor abmelden.

so sieht das logo von paydirekt aus

Wo könnt ihr mit Paydirekt bezahlen?

Selbst der sicherste und bequemste Bezahldienst nützt nicht viel, wenn man damit nirgends bezahlen kann. Zugegeben, Paydirekt ist noch neu und im Aufbau, aber die Liste der teilnehmenden Shops ist doch etwas frustrierend und animiert nicht unbedingt, den Dienst auszuprobieren. Aktuell (Stand: 13.01.2013) könnt ihr in diesen Shops mit Paydirekt bezahlen:

  • Ahrtal Shop
  • Alternate
  • Color24.de
  • delta Shop
  • Diamant
  • d-living
  • Flyermaschine
  • Frosch-Laden.de
  • Haribo
  • Knabbershop
  • Knuspershop
  • Krüger
  • Lord of Label.com
  • Markenmall
  • Mars
  • Korn
  • Sport-Tiedje
  • Hofkeller.de
  • Torquato
  • Westino

Sind das Shops, in denen ihr häufig einkauft? Dann könnt ihr den Paydirekt-Dienst ja mal ausprobieren. Sicherlich ist das erst der Anfang, man wird beobachten müssen, wie schnell sich diese Liste verlängert.

Wie sicher und sinnvoll ist Paydirekt?

Den ganz großen Minuspunkt des Online-Bezahldienstes Paydirekt  - die momentane Verbreitung - haben wir soeben aufgezeigt. Ein weiterer Kritikpunkt, die mangelnde Optimierung für mobile Endgeräte bei Markteintritt, wurde inzwischen mit einer funktionalen App beseitigt. Es steht außerdem zu erwarten, dass sich in den nächsten Monaten noch weitere Banken anschließen werden

Fachleute geben Paydirekt nur sehr geringe Chancen sich wirksam am Markt etablieren zu können, denn die Konkurrenz hat sich ihren Kundenstamm bereits vor Jahren gesichert und es wird schwer, bei den Kunden langjährige Gewohnheiten zu ändern, ohne ihnen einen deutlichen Mehrwert zu bieten.

Paydirekt direkt und sicher online einkaufen und bezahlen.

Die Sparkassen nehmen zunächst nur mit einigen Banken teil und wollen sukzessive dazu stoßen. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon sorgte mit einer Äußerung auf der Handelsblatt-Konferenz für einigen Aufruhr, als er über Paydirekt verlauten ließ: „Wenn jemand ein unsicheres System nutzen will, ist ihm das unbenommen.“ Zu dieser Aussage kam es, weil er darüber referierte, dass in seinen Augen die Sicherheit und Qualität des Bezahldienstes noch nicht ausgereift sei. Nach seiner Meinung müssten die neuesten Verschlüsselungstechnologien eingesetzt werden und deren Tests kosten Zeit. Wäre es nach ihm gegangen, wären die fertigen Anwendungen noch ein weiteres Jahr umfangreich mit Mitarbeitern und einzelnen Instituten getestet wurden. Als Bank-Präsident wusste er sicherlich, was solche Sätze in den Kunden auslösen können - in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Sparkassen langfristig auch an Paydirekt beteiligen wollen, verwundert sein Tun ein wenig. Im Nachhinein erklärte er dann, dass er keineswegs gemeint habe, dass Paydirekt in seiner derzeitigen Form unsicher sei.

Paydirekt verwies darauf, dass selbstverständlich mit den neuesten Technologien gearbeitet werde und in der umfangreichen Testphase keine Sicherheitslücken gefunden wurden.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung