Abofalle kündigen: So wird's gemacht (mit Vorlage und Musterbrief)

Selim Baykara

Eine Abofalle kündigen – gar nicht so leicht, da die Anbieter von dubiosen Angeboten und Abofallen die entsprechenden Hinweise zur Vertragskündigung oft gut verstecken. Außerdem weiß man oft gar nicht, bei wem man jetzt genau ein Abo abgeschlossen hat. In diesem Ratgeber erklären wir, wie ihr am besten vorgeht und wie ihr die Abofalle kündigen könnt.

Hoaxes auf Facebook.

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Abofallen sind leider ein ernstzunehmendes und weitverbreitetes Problem im Internet. Wenn ihr euch Klingeltöne, Wallpaper oder Spiele herunterladet, müsst ihr in vielen Fällen eure Handynummer angeben – und schneller als man sich versieht, steckt ihr in einer teuren Abofalle. Das Hauptproblem: In vielen Fällen weiß man gar nicht, bei wem man jetzt ein Abo abgeschlossen hat. Außerdem fehlen meistens Hinweise, wie man aus dem Handy-Abo wieder herauskommt – und das ist auch so bezweckt: schließlich wollen die Anbieter ja gar nicht, dass ihr die Abofalle kündigt.

Abofalle kündigen am Handy und online – So geht’s

Wenn ihr eine verdächtige Rechnung vekommt oder vermutet, dass ihr in eine Abofalle getappt seid, solltet ihr so schnell wie möglich aktiv werden und schriftlich widersprechen. Habt ihr ein Handyabo abgeschlossen gestaltet sich das recht kompliziert, da direkt über euren Handy-Vertrag abgerechnet wird. Im folgenden daher die drei wichtigsten Drittanbieter, über die in Deutschland kostenpflichtige Abonnements per Handy laufen.

Hinweis: Die folgenden Anbieter sind nicht für die Abofallen selbst verantwortlich, sondern ziehen am Ende nur das Geld ein.

PlatinumMobile

platinummobile GmbH
Gewerbering 8
22113 Oststeinbek

Net Mobile

net mobile AG
Fritz-Vomfelde-Str. 26-30
40221 Düsseldorf

Dimoco

DIMOCO Europe GmbH
Campus 21 Businesspark Wien Süd,
Europaring F15/302,
2345 Brunn am Gebirge
Österreich

Tipp: Viele Abofallen finden sich inzwischen auch auf Facebook und tarnen sich als vermeintlich sensationelle Nachrichten, z.B. über einen schweren Unfall von Till Schweiger. Lest dazu diesen Artikel: Was ist ein Hoax und wo kann man ihn entlarven?

Ist euch der Anbieter nicht bekannt, solltet ihr euch schnellstmöglich mit eurem Betreiber in Verbindung setzen, um herauszufinden, wer hinter der Abofalle steckt. Generell solltet ihr euch an die folgenden Tipps halten, um die Abofalle zu kündigen:

  • Setzt euch mit dem Drittanbieter in Verbindung und findet heraus, mit wem ihr den Vertrag eingegangen seid
  • Schreibt den jeweiligen Anbieter an: Widersprecht dabei dem Vertrag und erklärt, dass aus eurer Sicht kein Vertrag eingegangen wurde.
  • Kündigt vorsorglich, falls doch ein Vertrag wirksam geworden ist.
  • Sorgt dafür, dass ihr alle wichtigen Daten zur Identifikation angebt (Mobilfunknummer, Adresse etc.).

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Abofalle kündigen: Musterbrief und Vorlage für Dimoco und Co.

Im Normalfall reicht es, wenn ihr ein einfaches Schreiben an den Drittanbieter aufsetzt. Ihr könnt dabei die folgende Vorlage verwenden, die von der Verbraucherzentrale Bayern empfohlen wird:

Michaela Muster
Musterweg 1
99999 MusterstadtDatum
Ihre unberechtigte Forderung Rechnungs-Nr./ Kunden – Nr.Sehr geehrte Damen und Herren,mit Schreiben vom … (Datum eintragen) machen Sie einen Betrag in Höhe von … Euro für die angebliche Inanspruchnahme einer Internet -Serviceleistung  gegen mich geltend.
Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich keinen entsprechenden kostenpflichtigen Vertrag mit  Ihnen abgeschlossen habe. Sollten Sie anderer Meinung sein, so weisen Sie mir bitte nach, wann, wie und zu welchen Bedingungen es zu einem Vertragsschluss gekommen sein soll.Ich bestreite, dass der Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages auf der betroffenen Internetseite überhaupt hinreichend kenntlich gemacht war, da ich in Kenntnis dieser Umstände keine Bestellung getätigt hätte. Insofern mache ich Sie auf Ihre Beweislast dahingehend aufmerksam, dass Sie mir unmittelbar vor Abgabe meiner angeblichen Bestellung klar und verständlich in hervorgehobener Weise Informationen über die wesentlichen Merkmale der
Dienstleistung, die Mindestlaufzeit des Vertrages sowie den Preis zur Verfügung gestellt haben und dass sich aus der Beschriftung der Schaltfläche zur Abgabe der Bestellung eindeutig die Kostenpflichtigkeit des Vertrages ergab.

Ein Vertrag dürfte gemäß § 312j Abs. 4 BGB gar nicht zustande gekommen sein. Ich erkläre hiermit hilfsweise den Widerruf des angeblich abgeschlossenen Vertrags nach den  Vorschriften für Fernabsatzgeschäfte und die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung. Höchst vorsorglich erkläre ich die Anfechtung wegen eines Irrtums über den Inhalt der abgegebenen
Willenserklärungen sowie die Kündigung des Vertrags.

Da es sich nunmehr um eine bestrittene Forderung handelt, weise ich ausdrücklich auf die Unzulässigkeit einer Übermittlung von Daten an Auskunfteien gem. § 28a Abs. 1 Nr. 4d Bundesdatenschutzgesetz hin. Bei Zuwiderhandlungen behalte ich mir alle in Betracht kommenden rechtlichen Schritte gegen Sie vor. Eine Zahlung werde ich nicht vornehmen.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Zur Sicherheit verschickt ihr diesen Brief als Einschreiben mit Rückschein – damit habt ihr den Nachweis, dass der Brief auch wirklich beim Empfänger angekommen ist. Hat der Anbieter keine Postadresse in Deutschland verschickt ihr den Widerruf am besten per E-Mail oder Fax. Hierbei wichtig: Hebt die Lesebestätigung der E-Mail oder das Sendeprotokoll des Faxes auf –  sie dienen euch später als Nachweis.

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In vielen Fällen werden sich die Anbieter der Abofalle dann bei euch melden und Mahnungen oder Drohungen verschicken: Diese könnt ihr nach dem Widerspruch ignorieren. Einzige Ausnahme: Besonders hartnäckige Betreiber von Abofallen lassen Mahnbescheide vom Gericht verschicken. Auch in diesem Fall müsst ihr nicht zahlen, ihr müsst aber dem Mahnbescheid widersprechen.

Abofalle kündigen – Drittanbieter-Sperre bei Vodafone und Co. einrichten

Die obigen Tipps gelten für den Fall, dass ihr bereits in eine Abofalle getappt seid – noch besser ist es aber, wenn ihr bei eurem Handybetreiber vorsorglich eine Drittanbietersperre einrichtet. Damit veranlasst ihr euren Mobilfunkbetreiber,  keine Abrechnung Dritter über eure Handyrechnung zu erlauben. Vorteil: Mit einer Drittanbietersperre kommt meist gar kein Vertrag zustande und ihr müsst erst gar kein Geld an windige Abo-Betreiber zahlen: Wir erklären euch den Vorgang in diesem Artikel: Drittanbietersperre einrichten bei o2, Telekom, Vodafone, Mobilcom und Co.

Lest bei uns auch, wie ihr euren Handyvertrag kündigen könnt.

Bildquellen: Theft over the internet concept with a hand popping out of the screen to steal a credit card und Businesswoman observing a laptop with a magnifying glass via Shutterstock

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