RFID-Türöffner: Modelle, Preise, Tipps, Risiken

Marco Kratzenberg

Ein RFID-Schloss setzt man meist an Einfamilienhäusern ein. RFID-Türöffner sollen das Schloss an einer Türöffnungsanlage ersetzen und eine preisgünstige und unkomplizierte Schlüsselvergabe ermöglichen. Wir haben uns für euch informiert, was es am Markt gibt und worauf man achten sollte.

RFID-Türöffner, auch RFID-Zugangskontrollen genannt, sollen elektronische Türschließer betätigen, wenn der richtige Chip oder die richtige Karte davorgehalten werden. Da sie nur eine Art Türöffner sind, können in dem Fall weiterhin normale Schlösser genutzt werden.

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Verschiedene RFID-Türöffner-Modelle und ihre Eigenschaften

Eins gleich vorab: Bei den RFID-Türöffnern geht es um Sicherheit. Wer da zu den billigsten Angeboten greift, kann die Tür gleich offen stehen lassen. Wie weiter unten beschrieben, lassen sich einige Modelle ohne große Einbruch-Kenntnisse mit einem Stück Draht kurzschließen.

  • Fast alle Modelle setzen voraus, dass sich am Türschloss selbst eine dieser elektronischen Entriegelungsvorrichtigen befindet, die durch einen elektrischen Impuls das Schloss freigibt.
  • Man sollte darauf achten, dass RFID-Türöffner im Außenbereich wasserdicht oder zumindest wetterfest sein sollten, wenn man sie nicht vor Regen schützen kann.
  • Die Geräte brauchen einen Stromanschluss (in der Regel 12 Volt) sowie eine Verbindung zum Schloss.
  • In den meisten Fällen verfügen die RFID-Türöffner auch über ein Tastenfeld, sodass man das Schloss auch mit einem mehrstelligen Zahlencode öffnen kann.

Alle Bilder stammen von den verlinkten Amazon-Artikelseiten.

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Unter anderem bei YouTube kann man sich ansehen, wie dieses Modell in Sekunden mit einem Draht überlistet wird. Das Angebot ist günstig, aber nicht für den Schutz wirklich wichtiger Gebäude zu empfehlen.
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Dieser Türöffner ist wetttergeschützt (IP 66), hat eine beleuchtete Tastatur und kann mit Karten (125 KHz) und 4-6-stelligen PINs geschaltet werden. Die Karten lassen sich über die Tastatur programmieren. Bis zu 1.100 Nutzer lassen sich getrennt programmieren. Das Schloss wird mit einer anständig dokumentierten, deutschen Bedienungs- und Montageanleitung geliefert.

Eine wichtige Eigenschaft dieses Geräts ist der sogenannte „Vandalismusschutz“. Damit ist gemeint, dass es nicht einfach abgeschraubt oder auseinandergenommen werden kann, um es zu manipulieren.

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Dieser schicke RFID-Türöffner ist etwas günstiger und verfügt über ein Touch-Tastenfeld. Bis zu 8.000 Benutzer können hier mit individuellen Codes versehen werden. Auch hier erfolgt die Programmierung über das Tastenfeld.

Der Türöffner arbeitet mit 125 KHz-Transpondern und wird als wasserdicht angegeben. Die Bedienungsanleitung ist allerdings englisch.

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Das teuerste Angebot bietet auch am meisten. Bei diesem Komplettsystem wird ein RFID-Türöffner geliefert, der neben Chips und RFID-Karten auch Zahlencodes und sogar Fingerabdrücke akzeptiert. Hier bekommt man gleich 10 Chip- und Karten-Transponder, aber außerdem eben auch das nötige Netzteil sowie den elektronischen Türöffner zum Einbau ins Schloss. Zusätzlich noch einen Innentaster, um die Tür zum Beispiel vom Flur aus kontaktlos zu entriegeln.

Die Programmierung erfolgt auch hier über das Tastenfeld, wobei alle Antworten des Systems in einem schicken Display zu sehen sind. Es sind auch Up- und Downloads per USB möglich. Leider sind keine Angaben zum Wetterschutz zu finden.

Als Alternativen gibt es noch verschiedene andere Arten von RFID-Türschlössern, wie wir in einem anderen Artikel vorstellen. So kann man beispielsweise den Schließzylinder gegen einen anderen austauschen, der sich mit RFID-Chips oder Zahlencodes öffnen lässt. In dem Fall ist keine umständliche Installation mit Kabelverlegung notwendig. Außerdem werden dort auch Geräte vorgestellt, die sich mit Fingerabdruck oder Handy-App steuern lassen.

Nachteile und Risiken der RFID-Türöffner

Wird so ein RFID-Türöffner beispielsweise an Firmentüren oder in einem Mehrparteien-Haus genutzt, dann kann das ziemlich umständlich werden, wenn ein Mieter oder Angestellter die Firma verlässt oder den RFID-Chip verliert.

Normalerweise würde er den Schlüssel beim Ausscheiden einfach zurückgeben und einen Sicherheitsschlüssel kann er nicht einfach nachmachen lassen. Um einen RFID-Chip oder eine RFID-Karte zu kopieren, braucht man nur eine zweite Karte, eine App und ein Android-Smartphone. Also müssen in so einem Fall sicherheitshalber alle bestehenden Chips neu codiert beziehungsweise neue Chips erstellt und verteilt werden.

Man muss also darauf achten, dass sich mit der Anlage für jeden Nutzer einzigartige Codes programmieren lassen, sodass es im Ernstfall ausreicht, einfach nur einen Code aus dem System zu löschen.

Ein vielleicht noch ernsteres Problem stellt teilweise die bauartbedingte Unsicherheit dieser RFID-Zugangskontrollen dar. Gerade billigere Modelle lassen sich teilweise durch das Herausdrehen nur einer Schraube von der Wand nehmen und geben ihre Elektronik preis. Nun reicht ein kurzer Draht, mit dem zwei offenliegende Kontakte berührt werden, um das Schaltrelais zu aktivieren und das Türschloss zu entriegeln.

Umfrage: Refurbished oder Neuware?

Ist es für euch in Ordnung, wenn das Smartphone-Display ein wenig verkratzt ist oder schon ein paar Gebrauchsspuren auf der Rückseite hat? Oder muss ein Artikel beim Kauf wirklich komplett neu sein?

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