Was bedeutet eigentlich Gestensteuerung?

Marco Kratzenberg

Gestensteuerung ist ein Feature, das einige Smartphones schon länger bieten und mit dem andere Firmen gerade erst experimentieren. Aber was ist das eigentlich? Wir erklären euch, was man mit einer Gestensteuerung beispielsweise machen kann.

Was eine Gestensteuerung am Smartphone oder Tablet bedeutet, ist für manchen nicht ganz klar. Menschen zeichnen sich in ihrem Umgang durch Mimik und Gesten aus. Die Mimik umfasst die Gesichtsausdrücke. Gesten sind zum Beispiel der ausgestreckte Mittelfinger, die Hand an die Stirn zu klatschen oder ein Winken. Gestensteuerung bedeutet aber nun natürlich nicht, dass euer Handy irgendetwas tut, sobald ihr ihm einen Vogel zeigt.

Wie eine Gestensteuerung beim iPhone aussieht, könnt ihr in der Bilderstrecke sehen:

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9 Bilder
iOS 11 und iPhone 8: Interface-Konzept mit Touch Bar, neuen Gesten und AirDrop 2.0 in Aktion.

Gestensteuerung: Wenn das, dann das…

Der einfachste Fall einer Gestensteuerung ist bei vielen Smartphones vorhanden: Das Handy liegt auf dem Tisch, ihr wollt kurz wissen, wie spät es ist und bewegt einfach die Hand über das ausgeschaltete Display. Schon geht es an und ihr könnt die Zeit ablesen. Nochmal drüberfahren und es geht wieder aus.

Diese Geste ist technisch sehr einfach umzusetzen. Neben jeder Frontkamera befindet sich in der Regel auch ein Helligkeitssensor und der reagiert in diesem Fall auf die kurzzeitige Abdunklung.

Was man aber mit einer Gestensteuerung wirklich machen kann, seht ihr zum Beispiel in diesem Video:

OnePlus 5T: Gesten wie auf dem iPhone X.

In diesem Video wird auch deutlich, dass der Begriff Gestensteuerung in der Welt der Smartphones und Tablets häufig etwas anders interpretiert wird, als man denken würde. Hier wird nämlich auch etwas als Geste bezeichnet, wenn man eigentlich den Bildschirm berührt und dann einen oder mehrere Finger bewegt. Das sind die sogenannten „Wischgesten“.

Dabei schwebt also nicht der Finger über dem Display und ihr bewegt ihn, sondern man tippt etwa auf den Bildschirm und fährt dann nach rechts und links, um beispielsweise zwischen Bildschirmseiten zu wechseln. Streng genommen sind das eigentlich keine Gesten – aber Werbung ist flexibel und die Anzahl nutzbarer Worte ist begrenzt.

Ein Beispiel für eine solche Gestenteuerung durch Wischgesten bieten die Smartphones von OnePlus:

  • Mit dem Finger auf dem Display einen Kreis zeichnen und die Kamera wird geöffnet.
  • Zweimal aufs Display tippen und das Handy wird „aufgeweckt“.
  • Während die Musik spielt, streicht man mit zwei Fingern vertikal übers Display und kann die Wiedergabe pausieren und wieder starten.
  • Malt ein V auf den Bildschirm, um die Taschenlampe zu aktivieren.

Wie ihr also seht, ist mit „Gestensteuerung“ meist gemeint, dass man nicht eine bestimmte Stelle oder ein Icon auf dem Display antippt, sondern wiedererkennbare Bewegungsmuster ausführt, die dann voreingestellte Handlungen bewirken.

Es gibt auch echte Gestensteuerungen

Wie schon erwähnt, ist das Bewegen der Hand über dem Smartphone, ohne es zu berühren, eine Form der Gestensteuerung, die viele Handys beherrschen. Es gibt diese Gestenerkennung aber auch in anderer Form. So gibt es beispielsweise Kamera-Apps, die eine Aufnahme starten, wenn man die Handfläche ein paar Sekunden zur Kamera streckt oder winkt.

Meist muss man dieses Feature aber erst aktivieren. Es verbirgt sich dann in der Regel im Einstellungsmenü der jeweiligen App.

Ältere Samsung-Handys verfügen auch noch über eine echte Gestensteuerung. Bei „Air Browse“ bewegt ihr die Hand seitlich nach rechts oder links, um bei Musik, Bildern oder Seiten weiter zu springen. Mit „Air Jump“ könnt ihr mit Handbewegungen nach oben oder unten Mails oder Webseiten scrollen.

Aber die meisten Hersteller setzen mittlerweile eher auf Wischbewegungen und mit den Fingern gemalte Zeichen und verkaufen uns das als Gestensteuerung.

Umfrage: Refurbished oder Neuware?

Ist es für euch in Ordnung, wenn das Smartphone-Display ein wenig verkratzt ist oder schon ein paar Gebrauchsspuren auf der Rückseite hat? Oder muss ein Artikel beim Kauf wirklich komplett neu sein?

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