Worauf muss man beim Grafikkarten-Kauf achten? - Schnell und Einfach

Niklas Kolorz 28

Fakt #1: AMD oder Nvidia?

Die Frage, die sich wohl ein jeder Käufer als erstes stellen muss, ist die Frage nach dem Grafikchiphersteller. AMD oder Nvidia bieten beide gute Produkte an, doch wo kriege ich das meiste für mein Geld? In vielen Internetforen hört man häufiger, dass AMD die bessere Wahl für das kleinere Budget ist, Nvidia Karten für das Geld was sie kosten aber leistungsstärker und effizienter sind.

Eine genaue Regel kann man nicht festlegen. Wichtig ist, dass ihr euch über die Qualität des Chips hinaus noch informiert: Welche weiteren Produkte bieten die Firmen an? Zum Beispiel GeForce Experience oder G-Sync zum Vorbeugen von Screen-Tearing und Input-Lag bei Nvidia oder die kostenfreie Alternative der Konkurrenz: AMD FreeSync.

Hier solltet ihr nach Preis/Leistung gehen, aber direkt an zweiter Stelle steht eure persönliche Präferenz und was ihr von eurer Grafikkarte verlangt.

Fakt #2: Modellnummer

Die Modellnummer einer GPU setzt sich zusammen aus:

Hersteller GPU
AMD Radeon R9 290
Nvidia GeForce GTX 970

Diese Nummern sind nur leider nicht intuitiv. Höher bedeutet nicht zwingend besser. Beispielsweise ist die GTX 960 eine der neusten karten aus dem Hause Nvidia, allerdings ist sie nicht stärker als die 2 Jahre ältere GTX 770, welche bereits im März 2013 erschien. Das liegt daran, dass beide Karten bei komplett anderen Startpreisen ansetzten und andere Zielgruppen anpeilten. Wichtig ist, dass ihr über die Modellnummer an sich euch also noch andere Dinge anschaut, wie zum Beispiel…

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Fakt #3: V-RAM

Viele Kunden, aber auch Verkäufer, machen den großen Fehler und messen, bzw. bewerben den V-RAM einer Grafikkarten als das wichtigste Feature.

Allerdings ist VRAM lediglich ein Speicher, in dem grafikrelevante Informationen wie Texturen, Frame Buffer, Shadow Maps oder ähnliches zwischengespeichert werden um dann über die Bandbreite zum Grafikchip zur Verarbeitung weitergeleitet zu werden.

Einige Spiele, vorallem jene, die große Datenmengen an Texturen verarbeiten müssen, benötigen eine Menge V-RAM, andere Spiele sind allerdings besser optimiert und benötigen nur wenig (obwohl sie noch sehr gut aussehen).

Viel wichtiger als die Kapazität des Videospeichers ist das vermögen der Bandbreite, der Geschwindigkeit in der diese Daten verarbeitet werden können. Eine Grafikkarte mit GDDR5 Speicher besitzt beispielsweise die doppelte Bandbreite einer DDR3-Memory.

Fakt #4: Deine Platform, Deine Bottlenecks.

Ganz Egal wie schnell, gutaussehend und overclocked deine Grafikkarte auch sein mag: Wenn du einen Porschemotor in einen VW Polo 6N steckst, wird dieser seine wahre Power nicht wirklich entfalten können. So genannte Bottlenecks, also „Flaschenhälse“ zu Deutsch, bezeichnen Engpässe, an denen Leistung verloren gehen kann.

Eine alte Dual-Core CPU wird sich ebenso negativ auf das Endresultat eures Spiels auswirken wir ein ein 800×600 Pixel starker Monitor. Achtet also darauf, dass euer System mit eurer GPU mithalten kann!

Fakt #5: Doppelt hält… besser?

AMD hat Crossfire und Nvidia hat SLI, so nennen sich die Verbindungsmöglichkeiten für Systeme mit 2 oder mehr eingebauten Grafikkarten. Man könnte jetzt vermuten, dass sich mit der doppelten oder dreifachen Anzahl an GPUs ein einem System sich auch die Performance verdoppelt. Allerdings steigt diese bei 2 Grafikkarten lediglich etwa 25 – 50% an. Ebenfalls falsch ist es, dass sich 2 Grafikkarten mit 4 GB im Crossfire- bzw. SLI-Modus dann zu insgesamt 8GB VRAM Kommulieren. Dieser wird aber eher geklont und es gibt – zumindest BISHER – noch keine Möglichkeit diesen VRAM zu addieren. Vertraut also keinen Vertrieben, die solche Features bewerben.

Besserung in dieser Hinsicht will DirectX12 mit sich bringen. Die neuste Version dieser Programmierschnittstelle soll sogar das kombinieren von AMD und Nvidia Grafikkarten in einem SLI-Crossfire ähnlichen Modus ermöglichen, da es Aufgaben übernimmt, die vorher die Chiphersteller-eigenen Treiber übernommen haben. Mehr dazu in dieser Folge Schnell und Einfach:

Schnell und Einfach: Windows 10 - die neuen Features.

Feshalten können wir aber auf jeden Fall, dass solche Dual oder Multi-GPU-Systeme sinnvoll sind, wenn ihr auf mehreren Monitoren gleichzeitig zockt oder 4K Auflösungen bei euren Games erreichen möchtet. Bei einem einzelnen 1080p Monitor wäre ein solcher Setup aber reiner Overkill und nicht von Nöten!

Fakt #6: Kompatibilität

Wer sich ein komplett neues Gaming-System zulegt, der wird wahrscheinlich bereits von Anfang an darauf achten, dass alle Komponente zueinander passen. Aber auch, wenn ihr euren alten PC upgraden wollt, ist es essentiell, dass ihr über eure Hardware-Spezifikationen bescheid wisst. Passt die neue R290 mit 3 Ventilatoren wirklich in mein altes Gehäuse? Habe ich genug PCIe-Steckerverbindungen an meinem Netzteil und überhaupt genug Power, um die neue, vielleicht ja Stromfressende-Karte zu bedienen?

Stellt euch diese Frage vorher, dann steht ihr am Ende nicht blöd da.

Fakt #7: Cool Bleiben.

Eine überhitzte GPU ist das letzte, was ein Gamer gebrauchen kann. Diese erwärmt gleich alles im Case um sich herum. Entweder sorgt ihr dafür, dass euer ganzes Gehäuse mit Case-Lüftern schön kühl gehalten wird, und bestenfalls besorgt ihr euch gleich ein Grafikkarte, die sich dank ihres eigenen Kühlungsvermögen selber mit Luft oder ähnlichem versorgt.

Faustregel: Die Temperatur eurer CPU sollte nicht über 55° Celsius ansteigen.

Fakt #8: Benchmarks

Der beste Referenzwert um die Qualität einer Grafikkarte bemessen zu können sind schlussendlich echte Spiele und echte FPS-Werte, die sie im Vergleich zu anderen Karten erreichen kann.

Trotzdem kann die Karte im Endeffekt in eurem System andere Ergebnisse erzielen, ob besser oder schlechter als der Benchmark hängt von den restlichen Komponenten in eurem System ab.

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