GMX & Web.de: Adblocker sind gefährlich, löscht sie lieber! (Update)

Martin Malischek 12

Der größte Feind eines Webseiten-Betreibers ist der Werbeblocker. Eine besonders dreiste Art & Weise, diese loszuwerden, wenden die Mail-Anbieter GMX & Web.de an, die zur United Internet AG gehören. Diese deklarieren auf einer Homepage Adblocker als Schadsoftware.

Besucht ihr mit einem Werbeblocker einen der Mail-Dienste, wird euch eine Meldung im Stil eures Browser angezeigt. Diese warnt euch vor schädlichen Addons, die ihr in eurem Browser installiert habt. Mit einem Klick auf die Schaltfläche landet ihr auf der Homepage Browsersicherheit.info. Auf dieser erhaltet ihr weitere Anweisungen zur Wiederherstellung der Sicherheit eures Browsers.

Zum Thema: Adblocker deaktivieren: so geht’s in Chrome, Firefox und im IE

GMX & Web.de gegen Werbeblocker: Browser-Erweiterungen sind gefährlich

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Natürlich sind die Erweiterungen nicht ohne Grund in einer Liste von schädlichen Browser-Addons zu finden: Sucht man nach weiteren Hinweisen, findet man drei Quellen, zwei davon zitieren die Mail-Dienste GMX & Web.de selbst, auf denen jeweils die selbe Nachricht veröffentlicht wurde. Als Gründe, warum vor allem diese Erweiterungen als schädlich eingestuft werden, werden folgende angeführt: Werbeblocker manipulieren Seiteninhalte um Anzeigen auszublenden. Ebenso könnten sie die Seiteninhalte zu manipulieren und so Daten abgreifen.

So wenig Erweiterungen wie möglich entfernen, überall steckt die Gefahr

Außerdem bestünde die Gefahr, dass der Code der Erweiterungen geändert wurde, womit auch Dritte an diese Daten gelangen könnten. In den Artikeln werden Addons stiefmütterlich behandelt und grundlegend als Gefahrenquelle angegeben. Der Rat: Am Besten so wenig Erweiterungen wie möglich installieren. Auch werden Sicherheitsexperten zitiert, die bestätigen, dass Addons Inhalte von Webseiten ändern und so sensible Daten stehlen könnten. Um welche Erweiterungen es sich genau handelt, wurde leider nicht deklariert.

Auch auf eine Presse-Anfrage erhielten wir nur eine nüchterne Antwort: Es sei lediglich das Ziel, die Nutzer vor bösartigen Programmen zu schützen. Weshalb explizit ein Großteil der Werbeblocker ins Visier geraten ist, erklärte man uns nicht. Im Grunde genommen dürfe man den Hilfe-Artikeln zu Folge keine Erweiterungen installieren, da hinter den scheinbar nützlichen Tools, dunkle Machenschaften stecken könnten.

Kurz zuvor wurde auf den Screenshots die Erweiterung „WOT“ entfernt. Hierbei handelt es sich um ein Addon, welches vor bösartigen Webseiten warnt. Ebenfalls wurde hier vor Browsersicherheit.info gewarnt, viele Nutzer beschwerten sich ebenfalls über die Bildschirmfotos. Mittlerweile wurden diese entfernt. Die Homepage wird von dem Inhaber der beiden Mail-Anbieter gehostet, wie ein Blick in das Impressum verrät: Die 1&1 Mail & Media GmbH.

Auch „Adblock Plus“ hat keine weiße Weste

Aber auch die als gefährlich eingestufte Erweiterung „Adblock Plus“ hat keine weiße Weste: Zahlreiche Webseiten-Betreiber haben sich für mehrere Millionen Euro in die Liste der „unaufdringlichen Werbung“ eingekauft, damit diese weiterhin angezeigt wird. Mittlerweile wird sogar gegen den Dienst ermittelt, hinter dem die Eyeo GmbH steckt. Ohne eine Grundsatzdiskussion über Werbeblocker starten zu wollen: Auf Webseiten mit gutem Content gehört der Werbeblocker ausgeschaltet, damit würdigt ihr ebenso der Beitrag den Person, wie ihr auch das Unternehmen hinter dem Autor unterstützt.

Update: Adblock Plus reagiert und blendet Leiste aus

Mittlerweile hat Adblock Plus davon Wind bekommen und bietet Nutzern die Möglichkeit die Leiste auszublenden. Des Weiteren finden sich jetzt einige negative Kommentare zu dem Artikel von Computer Bild, der ebenfalls als namhafte Quelle bei der Kampagne gegen Werbeblocker erwähnt wurde.

via caschy
Bildquelle: shutterstock
Bearbeitung durch Martin Malischek

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