Klassenzimmer 2.0: Lehrer bekommen Body-Cams, um Schüler zu filmen

Stefan Bubeck

Ärger im Unterricht? Vielleicht nicht mehr lang: An zwei Schulen im Vereinigten Königreich (UK) sollen erstmals Lehrer mit am Körper getragenen Kameras („Body-Cams“) ausgestattet werden. Bei Bedarf wird die Aufnahme gestartet – etwa, um Gefahren abzuwenden und Konflikte im Klassenzimmer zu bewältigen.

Klassenzimmer 2.0: Lehrer bekommen Body-Cams, um Schüler zu filmen
Bildquelle: Reveal.

In den USA sind bereits seit 2015 Body-Cams an Schulen im Einsatz. Nun rückt offenbar das Vereinigte Königreich nach, um gegen Störungen im Unterricht vorzugehen. „Viele Schulen haben heutzutage gewisse Probleme mit Störungen in Klassenraum und die Lehrer haben es satt, nicht mehr unterrichten zu können,“ erläutert Tom Ellis, Dozent für Strafrechtsstudien an der University of Portsmouth, gegenüber der Zeitung Guardian.

Body-Cams an UK-Schulen: Erstmal nur ein Test

Der Einsatz der Body-Cams an britischen Schulen sei zunächst ein auf drei Monate angelegter Test, der letzten Monat gestartet sei. Die Namen der Schulen würden nicht genannt werden, damit der Ablauf des Tests nicht beeinflusst werde.

Die Aufnahmen sollen verschlüsselt auf einer Cloud Plattform gespeichert werden, ähnlich wie das bereits bei der Polizei geschehe. „Die Kameras sind nicht die ganze Zeit an. Wenn es eine wahrnehmbare Bedrohung gegenüber dem Schulpersonal oder den Schülern gibt, dann kommen sie zum Einsatz. Es ist nicht wie bei einer Überwachungskamera.“ Gefilmt werde nur, wenn es „legitim, verhältnismäßig und notwendig“ sei.

Body-Cams sind umstritten: In Deutschland kennen wir die sichtbar am Körper getragenen Videokameras von polizeilichen Einsatzkräften, die im Bedarfsfall die Handlungen von Bürgern und Polizeibeamten aufnehmen. Die Kameras sind in etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und werden auf der Brust befestigt. Sie sollen für mehr Sicherheit sorgen, rufen allerdings auch Datenschützer auf den Plan, die auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verweisen.

Quelle: The Guardian

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