SIM-Karten gehackt: NSA und GHCQ knacken Handy-Verschlüsselung

Martin Maciej

In den vergangenen Wochen wurde es ruhig um neue Enthüllungen rund um die NSA, doch heute gibt es neue Informationen darüber, dass der US-Geheimdienst bereits seit 2010 Zugriff auf elektronische Systeme hat, die auch Verschlüsselungscodes von Handy-SIM-Karten beinhalten.

SIM-Karten gehackt: NSA und GHCQ knacken Handy-Verschlüsselung
Bildquelle: produktionsbuero TINUS via Shutterstock.

Die Geheimdienste NSA und GHCQ haben sich Zugang zu Netzwerken von Gemalto, dem weltweit größten Hersteller für SIM-Karten weltweit verschafft.

    • The Intercept berichtet, dass die NSA und GHCQ den großen SIM-Karten-Produzenten Gemalto kompromittiert hat.
    • Durch den Eingriff sollen elektronische Sicherheitszertifikate von SIM-Karten abgefangen vorden sein.
    • In Besitz der Sicherheitsschlüssel können Gespräche auch ohne Genehmigung von Mobilfunkbetreibern und Regierungen abgehört und nachverfolgt werden.

Bilderstrecke starten
16 Bilder
Datenschutz-Thementag bei GIGA: Das sind die Tipps der Redaktion.

NSA hackt Gemalto: SIM-Karten-Verschlüsselung abgefangen

Insgesamt arbeiten rund 420 Dienste mit SIMS von Gemalto. Unter anderem beziehen auch Telekom, Verizon und AT&T SIM-Karte von dem Hersteller. Seit 2010 soll sich die NSA Zugang zu Millionen von Verschlüsselungskeys für SIM-Karten beschafft haben. Die Keys erlauben das unbemerkte Abhören und Mitverfolgen von Gesprächen und Anrufen über Smartphones.

shutterstock_179616941
Die Verantwortlichen von Gemalto haben noch keine Erklärung über die Art und Weise des Zugriffs, allerdings bemühe man sich, zukünftige Angriffe abwehren zu können. Bereits in der Vergangenheit war Gemalto regelmäßig Zielscheibe von Hackerangriffen.

Sicherheitsschlüssel ermöglicht Abhören und Abfangen von Gesprächen und mehr

Ob und wie die NSA die Daten verwertet hat, geht nicht aus Edward Snowdens Bericht hervor und ist nicht bekannt. Zugriff soll die NSA unter anderem durch Ausspähen von Facebook- und Mail-Konten von Gemalto-Mitarbeitern erhalten haben. Der Geheimdienst äußert sich nicht zu den Anschuldigungen, die The Intercept ans Tageslicht gebracht. Wie viele Mobilfunknutzer betroffen sind, ist ebenfalls nicht bekannt. Da Gemalto jedoch jährlich rund 22 Milliarden Chips für SIM-Karten herstellt, ist von einem hohen Ausmaß auszugehen.

shutterstock_137661041
Gemalto ist weiterhin für Chips in Ausweisen, Reisepässen, Plastik-Geld und Türöffnern zuständig. Neben Gemalto sollen auch das deutsche Unternehmen Giesecke & Devrient sowie zahlreiche weitere Hersteller kompromittiert worden sein. Die jüngsten NSA-Enthüllungen stammen aus den Dokumenten von Edward Snowden, die der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter an den Reporter Glenn Greenwald im Sommer 2013 übergeben hat. In unregelmäßigen Abständen werden hierdurch neue Einzelheiten aus der NSA-Affäre bekannt.

Artikel zum Thema:

Bildquellen: 360b und vita pakhai / Shutterstock.com

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung