Smartphone-Verbot für Fußgänger: Auch bei uns sinnvoll? [Umfrage]

Johann Philipp 1

In der Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii wird ab Oktober eine Strafe für Smartphone-Nutzer eingeführt. Wer beim Überqueren der Straße auf das Display schaut, muss 15 bis 99 US-Dollar Strafe zahlen. Je öfter man erwischt wird, desto teurer wird es.

Das Smartphone hat es wahrlich nicht leicht: Es soll abhängig machen, darf während des Autofahrens nicht benutzt werden und schlecht für die Gesundheit ist es auch noch. Honolulu, die Hauptstadt des US-Inselstaates Hawaii, verbannt es nun von öffentlichen Straßen: Ab dem 25. Oktober ist es nicht mehr erlaubt, das Smartphone zu nutzen, während man über die Straße geht. Wer erwischt wird, muss zwischen 15 und 99 US-Dollar Strafe zahlen.

Nicht nur Smartphones sind tabu

Bilderstrecke starten(16 Bilder)
Datenschutz-Thementag bei GIGA: Das sind die Tipps der Redaktion

Das Gesetz betrifft nicht nur Smartphones, sondern alle elektronischen Geräte, wie Kameras, Laptops und Tablets. Auf dem Bürgersteig ist es weiterhin erlaubt, die Geräte zu benutzen – sobald man eine Straße überquert, müssen sie allerdings in der Tasche bleiben. Immer mehr Fußgänger werden im Straßenverkehr verletzt, weil sie sich von ihrem Smartphone ablenken lassen. Diese gern auch „Smombies“ genannten Verkehrsteilnehmer werden mit dem Gesetz bestraft.

„Manchmal fehlt uns der gesunde Menschenverstand“

Das kontinuierliche Starren auf das Display des Smartphones in der Öffentlichkeit kann gefährliche Folgen haben: Rote Ampeln werden übersehen und vor allem an Zebrastreifen kommt es oft zu Unfällen: Nirgendwo sonst in den USA sei die Unfallrate mit Beteiligung von Fußgängern höher als in der Hauptstadt von Hawaii, sagen die zuständigen Behörden. Der Bürgermeister der Stadt Honolulu, Kirk Caldwell, sagte: „Manchmal wünschte ich, wir müssten solche Gesetze nicht verabschieden, und dass vielleicht der gesunde Menschenverstand vorherrschen würde“. Das Gesetz soll dem gesunden Menschenverstand wohl etwas nachhelfen.

Ablenkung durch das Smartphone auch bei uns ein Problem

Solche Smartphone-Verbote auf der anderen Seite der Welt gehen uns nichts an? Weit gefehlt: In Deutschland gibt es zwar noch keine Diskussion um Verbote, aber auch bei uns zeigen die Unfallzahlen, dass das Smartphone auf der Straße besser in der Tasche bleiben sollte. Das Statistische Bundesamt zählte für 2016 insgesamt 6.476 Fälle, in denen Unfällen mit Personenschaden entstanden, weil Fußgänger nicht auf den Verkehr achteten. Nicht alle sind auf eine Ablenkung durch ein Smartphone zurückzuführen, doch es zeigt, dass sich Fußgänger nicht auf die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen sollten.

Eine internationale Studie der DEKRA-Unfallforschung in sechs europäischen Hauptstädten hat gezeigt, dass von fast 14.000 erfassten Fußgängern insgesamt rund 17 Prozent ihr Smartphone nutzen, während sie über die Straße gehen.

Konzepte gegen Unfälle in anderen Städten

Die Idee, Ampeln in den Boden zu integrieren, brachte die bayerische Stadt Augsburg letztes Jahr in die Schlagzeilen. Rote LED-Blinklichter signalisieren den Passanten an zwei Straßenbahnkreuzungen, dass sie nicht gehen dürfen. In China gibt es gleich einen ganzen Abschnitt auf dem Bürgersteig für Leute, die auf ihr Smartphone schauen.

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Brauchen wir auch ein Verbot von Smartphones auf der Straße?

Quelle: FAZ, Welt, DEKRA, Statistisches Bundesamt

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung