Viele Apps haben Zugriff auf deine privaten Gmail-Mails – was du dagegen tun kannst

Stefan Bubeck

Millionen Konten sind betroffen: App-Entwickler haben Zugriff auf Inhalte von privaten E-Mails bei Gmail – ob das allen betroffenen Nutzern bewusst ist, darf bezweifelt werden.

Viele Apps haben Zugriff auf deine privaten Gmail-Mails – was du dagegen tun kannst
Bildquelle: GIGA.

App-Entwickler bekommen Zugriff auf Daten von Nutzern, um ihre Software verbessern zu können – diese Praxis ist bei großen Internet-Konzernen nicht neu und ist auch bei Google (Gmail, Google Drive etc.) gang und gäbe. Was aber genau unter solchen „externen Zugriffen“ zu verstehen ist, dürfte sich der unbedarfte Laie kaum ausmalen können. Das Wall Street Journal berichtet vom „dreckigen Geheimnis der Tech-Branche“ und enthüllt damit einen Albtraum für alle Datenschützer: Mitarbeiter bei Google und Drittanbieter von Apps können unsere Mails lesen, weil wir (unbewusst) dazu unsere Erlaubnis gegeben haben.

Gmail: App-Entwickler haben Zugriff auf die E-Mails von Nutzern und können mitlesen

Google selbst hat vor rund einem Jahr versprochen, keine E-Mails mehr für das Erstellen maßgeschneiderter Werbung zu analysieren. Das ist zwar löblich, aber es tummeln sich auch noch unzählige Drittanbieter innerhalb Googles Ökosystem – man denke an praktische Dienstleistungen wie Preisvergleichs-Angebote oder automatisierte Reiseplaner, die Zugriff auf Google-Konten und -Nutzerdaten haben. In diesem Zusammenhang wurden laut dem aktuellen Bericht jahrelang E-Mails von Gmail-Konten auf ihren Inhalt hin untersucht – teilweise automatisiert, zum Teil aber auch von Mitarbeitern der Softwareunternehmen sowie Entwicklern bei Google selbst. Das heißt im Klartext: Wildfremde Menschen können private E-Mails mitlesen, ohne dass das den Betroffenen überhaupt bewusst ist.

Gmail: Fremde Mitleser bei E-Mails brauchen die Zustimmung

Das Problem liegt bei der schnell vergebenen Zustimmung für den Zugriff (Kontoberechtigungen) durch den Nutzer, etwa bei der Installation einer App – wer liest sich schon genau durch, was sich dahinter verbirgt? Immerhin wird man vorher gefragt und zudem müssen die anfragenden Unternehmen eine Prüfung bei Google durchlaufen, bei unzureichendem Datenschutz müssen Entwickler hier mit einer Ablehnung rechnen. Trotzdem bleibt es letzten Endes möglich, dass Dritte Zugriff auf private Kommunikation von Gmail-Nutzern bekommen.

Unerwünschter Zugriff auf Gmail: Das kann man dagegen tun

Als Gmail-Nutzer sollte man sich unbedingt eine Übersicht darüber verschaffen, welche Dienste und Apps eigentlich Zugriff auf das Google-Konto haben. Dies könnt ihr auf der Seite „Apps mit Zugriff auf mein Konto“ bei Google prüfen, wenn ihr eingeloggt seid. In der rechten Spalte ist ersichtlich, ob bei einem verbundenen Dienst Zugriff auf Gmail besteht. Im Zweifel sollte man diesen Zugriffsrecht entfernen (Klick auf den Namen) und auf den Dienst verzichten.

Quellen: Wall Street Journal via Googlewatchblog

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung