Joyn: SMS-Nachfolger startet am 1. Oktober, zum Scheitern verurteilt? [Update]

Daniel Kuhn 30

Deutschland gehört nicht gerade zu den schnellsten Ländern, wenn es um neue Technologien geht – im Fall von Joyn, der RCS-e-basierten SMS-Alternative, wird es sich wohl nicht anders verhalten: Die durchaus spannende Technologie wird in Deutschland erst am 1. Oktober von der Telekom gestartet. Die Preisvorstellungen des Magenta-gefärbten Mobilfunkanbieters für den Messenger-Dienst scheinen allerdings aus einer anderen Realität zu stammen.

Joyn: SMS-Nachfolger startet am 1. Oktober, zum Scheitern verurteilt? [Update]

[Update] Man kann der Telekom ja einiges vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht schnell reagieren würden. Nachdem die Information der Joyn-Preise die Runde durch die deutschsprachigen Techblogs gemacht hat, wurde auf dem Firmeneigenen Blog reagiert und die Sachlage gerade gerückt. Die genannten Preise beziehen sich auf die reinen Telefontarife. Für alle Tarife mit mobiler Datenflatrate sowie Tarifen mit der SMS-Flat allnet wir die Nutzung von Joyn kostenlos sein. Auch die Nutzung der Kamera während eines Gespräches wird keine zusätzlichen Kosten erzeugen. Da war die ganze Aufregung also unnötig und Joyn erscheint wieder deutlich interessanter. Vielen Dank für die Hinweise in den Kommentaren.[/Update]

Joyn hatte uns auf dem Mobile World Congress ziemlich überrascht – nachdem wir ursprünglich nicht viel von der SMS-Alternative erwartet hatten, die von den drei großen Mobilfunkbetreibern vorangetrieben wird, sah das Ganze in der Praxis dann wiederum sehr brauchbar aus. Der große Knackpunkt war aber natürlich von Anfang an die Kostenfrage – um mit Diensten wie WhatsApp konkurrieren zu können, darf der Service, wenn er Erfolg haben soll, eigentlich natürlich ebenfalls nichts kosten. Dies scheint die Telekom anders zu sehen, denn nach einer kostenfreien Einführungszeit bis April 2013 sollen offenbar die schwindenden Einnahmen aus dem SMS-Geschäft durch Joyn kompensiert werden.

Im Tarif „Special Call 100“, für den monatlich 9,95 fällig werden, kostet eine Joyn-Nachricht 0,19 Euro, der Versand einer Datei (bis maximal 15 MB) soll mit 0,39 Euro zu Buche schlagen; bei Zuschalten der Kamera während einer Konversation verdoppeln sich die Preise gar kurzerhand. Einziger Lichtblick: Die versendeten Daten werden nicht auf das normale Datenvolumen angerechnet. Bei kostenintensiveren Tarifen sollen übrigens Joyn-Inklusivminuten enthalten sein.

Wie ein neuer Dienst mit einer solchen Preisgestaltung gegen kostenlose Konkurrenzangebote bestehen soll, will sich uns nicht erschließen. Nicht nur WhatsApp bietet ähnliche Funktionalität kostenlos an, auch Dienste wie Pinger haben Systeme entwickelt, die ohne Mehrkosten für den Nutzer auskommen.

Was haltet ihr von der Preispolitik der Telekom? Würdet ihr Joyn trotzdem benutzen oder geht ihr gar davon aus, dass die Telekom und die anderen Provider den Dienst letztendlich doch kostenfrei belassen werden? Eure Ansicht ist in unseren Kommentaren wie immer bestens aufgehoben.

Quelle: T-Mobile-Preisliste (PDF) [via Androider]

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