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Stats Monkey erstellt journalistische Texte

Franziska Huebscher

Ein vom Intelligent Information Laboratory entwickeltes Programm ist dazu fähig, journalistische Texte zu verfassen, die täuschend menschlich klingen. Das „Stats Monkey“ schreibt aus Daten innerhalb von weniger als einer Sekunde einen individuellen und spritzigen Text, welcher das Ereignis perfekt beschreibt.

Larry Birnbaum, der Kopf hinter dem Programm, erklärt seine Absicht folgendermaßen: Das Programm soll Berichte aus Statistiken erstellen, die von menschlichen Journalisten ignoriert werden. So lohnt es sich nicht, für jedes High-School-Basketball-Spiel einen Sportreporter zu engagieren, weil die Lesermenge der Artikel zu klein wäre. Hier soll Stats Monkey helfen und aus den Spielstatistiken Berichte erstellen, die für die wenigen Leute, die eine kleine Meldung interessiert, lesenswert sind.

Das Programm basiert auf zwei Mechanismen: Im ersten Schritt werden die eingegebenen statistischen Daten betrachtet. Das Programm liest dabei die erzählenswerten Momente des Spiels heraus. Im zweiten Schritt werden diese erzählenswerten Momente mit den entsprechenden Redewendungen beschrieben – fertig ist der perfekte Artikel. Bis jetzt funktioniert Stats Monkey perfekt mit Sportartikeln und mehr oder weniger gut mit Berichten, die auf anderen statistischen Informationen basieren. Sportartikel werden mit passender Überschrift und einem Foto vom wichtigsten Spieler ausgegeben.

Larry Birnbaum hat sich bei der Entwicklung vor allem auf Sport und Daten, die innerhalb von Unternehmen gesammelt werden, fokussiert. Seine beliebten Beispiele sind die kleinen Mannschaften und kleine Firmen, welche sich eine wirkliche Datenanalyse in Textform nicht leisten können. Die Nutzung des Programms für wirklich folgenreiche Entscheidungen lehnt er jedoch strikt ab – schließlich sollten da Menschen möglich Fehler in den Daten bei der Berichterstattung ausmerzen können.

Diese elektronische Berichterstattung könnte eine weitere grundlegende Veränderung im Internet in den nächsten Jahren hervorbringen. So könnten vor allem Nachrichtendienste wie die dpa das Programm sinnvoll nutzen. Dennoch wird es nicht die grundlegendste Änderung im Internet sein – sondern die Einführung der neuen Top-Level-Domains seitens der ICANN im Sommer 2013. Diese werden das Internet wesentlich grundlegender revolutionieren als die automatische Texterstellung. United Domains hält auf seinem Blog über die neuesten Entwicklungen im Vergabeprozess auf dem Laufenden. Außerdem können sich Privatpersonen ihre Wunschadresse kostenlos und unverbindlich vorbestellen. Die neue Homepage kann dann ja mit automatisch generierten Inhalten gefüllt werden.

Bild: (c) Konstantin Gastmann / Pixelio.de

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