The Great Unattended Project (TGUP): Dutzende Windows-Programme in einem Rutsch installieren

Frank Ritter

tgup
Irgendwann ist es dann doch mal wieder soweit: Windows muss neu installiert werden. Neben der Datensicherung davor ist der zeitraubendste Faktor bei der berüchtigten Tabula Rasa-Prozedur wohl das Downloaden und Installieren all der liebgewonnenen Programme nach der Windows-Installation. Dieser Vorgang nahm bei mir stets mindestens 5 Stunden in Anspruch. Die Zeit kann man sich aber sparen, zumindest auf eine gute Viertelstunde eindampfen. Die Ablösung für die Programminstallationsfolter trägt den leicht obskuren Namen The Great Unattended Project (dt.: Das großartige unbeaufsichtigte Projekt), oder kurz: TGUP.

TGUP: Software-Tools installieren

TGUP kann Software „in einem Rutsch“ installieren. Zunächst wählt man die zu installierenden Programme in einer übersichtlichen Oberfläche aus und klickt auf „Weiter“. Das Programm lädt daraufhin die Freeware-Tools in der jeweils neuesten und – falls verfügbar – deutschen Version herunter. Danach installiert das Programm diese im „Silent“-Modus – das heißt, ohne dass der Nutzer irgendwelche Bestätigungen anklicken muss (Hierfür sind Windows-Administratorrechte erforderlich). Nach der Installation noch einmal den Rechner neustarten und das war’s.

tgup-installing

Beeindruckend ist die Liste an Programmen, die TGUP unterstützt: Neben Windows-Basics wie dem .NET-Framework, Flash und Java kann ein Großteil populärer Freeware heruntergeladen werden. Um nur ein paar Titel zu nennen: Adobe Reader, Picasa, IrfanView, FileZilla, Firefox (plus diverse Addons), Opera, Google Earth, Thunderbird, TeamViewer, eclipse, OpenOffice, 7-Zip, Microsoft Security Essentials, CCleaner, Winamp, iTunes, IMGburn, PDF Creator, Notepad++, Rainlendar, Skype, Pidgin und viele mehr. Für Firefox, Pidgin und IrfanView werden sogar Plugins/Erweiterungen zur Installation vorgeschlagen. Hier gibt’s die komplette Liste der von TGUP unterstützten Tools (die allerdings nicht aktuell ist, Pidgin wird z.B. dort noch nicht aufgeführt).

Klasse: Die Tools sind nach der Installation gleich in spezielle Startmenü-Kategorien wie „Grafik“ einsortiert. Der gesamte Installationsprozess für ca. 20 Installationen und Updates war in unserem Test schnell durchgeführt. 10 Minuten und alles war fertig. An den installierten Programmen funktionierte lediglich TeraCopy nicht richtig, was aber nicht unbedingt an TGUP liegen muss, sondern auch an unserem verwendeten 64-Bit-Betriebssystem.

Schön an TGUP ist, dass man das Programm auch als Updatemanager verwenden kann: Einfach auf einer nicht-frischen Windows-Installation starten und TGUP zeigt Programme kursiv an, für die es online eine aktualisierte Fassung zum Download gibt. Ebenfalls nett: Dank der guten Programmbeschreibungen stößt man in TGUP hin und wieder auch auf nicht bekannte Programme, die man gleich einmal auszuprobieren animiert wird. Gut für Netzwerkadmins: Wer mehrere Rechner neuinstalliert, kann sich alternativ von TGUP auch ein Installationbündel aus „stillen“ Installern schnüren lassen.

LoadBlog-Fazit zu The Great Unattended Project: Auch wenn noch ein paar wichtige Anwendungen fehlen (wir haben hier einige vorgeschlagen) ist The Great Unattended Project ein fantastisches Tool, welches – und jetzt greife ich mal etwas höher – eines der größten Mankos von Windows gegenüber der Linux-Welt kompensiert: Ein zentrales Software-Installionsmanagement wie die lässigen Paketmanager unter Linux. Ähnliche Tools wie Ninite scharren schon mit den Hufen, bieten aber bis jetzt noch keine deutschen Software-Downloads. Falls die Entwicklung in dieser Richtung weitergeht, können sich Windows-Nutzer jedenfalls freuen: Die Nerverei der Software-Installation nach einer Windows-Neuinstallation wird zukünftig erheblich entschärft.

Kostenloser Download: The Great Unattended Project (Windows)
Programme in einem Rutsch installieren

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