Welcher ist der beste Browser? Teil 2: Safari, Chrome, Internet Explorer

Frank Ritter

Verschiedene Browser-Logos
Im ersten Teil unserer Übersicht zu Web-Zugangsprogrammen, gerne Browser genannt, haben wir uns mit dem Firefox und Opera beschäftigt. Nun widmet sich das LoadBlog in seiner Übersicht den 3 verbliebenen Großen: dem Microsoft Internet Explorer, Apple Safari und Google Chrome. Im dritten und letzten Teil werden wir einige hoffnungsvolle Newcomer behandeln, die man als experimentierfreudiger Surfer im Auge behalten sollte.

Vorweg ein Update: In den letzten Tagen gab es mit Firefox 3.6 und Chrome 4.0 zwei größere Versionssprünge, die wir im LoadBlog ausgiebig besprochen haben. Das US-Blog Lifehacker hat indes verschiedene Webbrowser auf Ressourcenverbrauch und Geschwindigkeit getestet und dabei interessante Ergebnisse erzielt - so ist Opera in der neuesten Vorabversion erheblich performanter als in der aktuellen stabilen Version. Opera 10.50 sollte man also dringend im Auge behalten. Nun aber in medias res…

Beste Browser:  Apple Safari - „It just works“

Apple Safari 4 Screenshot

Apple Safari: Icon/Logo
Nimmt man die Meinung so mancher Apple-Fans als Maßstab, ist Safari der beste Browser überhaupt. Nun, auf dem iPhone mag das der Fall sein – auf dem PC nicht. Laut den aktuellen Tests von Lifehacker startet Safari vergleichsweise langsam, hat eine mittelmäßige JavaScript-Performance, ist aber dank Webkit-Engine in der Anzeige der meisten Webseiten relativ schnell und verbraucht nicht allzuviel Arbeitsspeicher. Gut an Safari ist der Lesezeichen-Manager, mit dem man auch RSS-Feeds direkt im Browser abonnieren kann und die verschiedenen wählbaren Schriftenglättungsmodi (auch unabhängig von Windows). Sinnloses, aber hübsches Detail: Man kann duch die Lesezeichen per Cover Flow-Effekt scrollen.

Wer sich Apples Pro-Safari-Argumentation „150 Funktionen“ durchliest, wo unter anderem aufgeführt wird, dass Safari unter Windows aussieht wie ein Windows-Programm (!), kommt nicht umhin festzustellen, dass Safari insgesamt zu wenig Alleinstellungsmerkmale besitzt, um gegen die Konkurrenten bestehen zu können. Es fehlen Erweiterungen, der Browser ist leistungsmäßig nicht herausragend und verbraucht auch nicht weniger Ressourcen als andere. Wer eine gute Lesezeichenverwaltung und RSS-Bookmarks braucht, sollte eher den Firefox in Erwägung ziehen, wer den schnellsten Browser sucht, lieber Google Chrome nutzen.

Schlüsselfakten zu Safari

Ressourcenverbrauch: Mittel
Stabilität: Mittel
Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit: Schlecht
Hauptzielgruppe: Apple-Jünger ohne Ambitionen

Safari downloaden

Kostenlos downloaden: Apple Safari (Windows, Mac)
Ein Browser. Nicht mehr, nicht weniger.

Google Chrome: Der junge Wilde

Google Chrome Screenshot

Google Chrome: Icon/Logo
Die wichtigsten Details stehen schon in unserem gestrigen Artikel zum Launch von Chrome 4, deswegen hier nur die wichtigsten Fakten. Chrome ist schnell. Sehr schnell. Neben einem flinken Seitenaufbau protzt der Google-Browser mit der derzeit besten JavaScript-Performance und startet relativ flott. Besonderes Merkmal von Chrome ist die Tab-Isolierung: Jeder geöffnete Tab läuft in einem separaten CPU-Prozess. Eine fehlerhaft programmierte Seite lässt so nicht mehr den gesamten Browser abstürzen und Chrome profitiert übermäßig stark von CPUs mit mehreren Threads und Kernen. Diese Funktion besitzt sonst nur der Internet Explorer 8. Ungewohnt, aber schnell erlernt ist die kombinierte Adress- und Suchleiste von Chrome, die dem Nutzer schon während der Eingabe passende Webseiten per Google vorschlägt.

Kehrseite von Chromes Stabilität ist der Speicherverbrauch: Kein anderer Browser benötigt so viel RAM wie Chrome. Bei Verwendung der seit kurzem auch in der stabilen Version nutzbaren Erweiterungen ist der Effekt noch extremer: Bei neun geöffneten Tabs und fünf installierten Erweiterungen verbraucht Chrome im Lifehacker-Test mit etwa 500 MB drei- bis viermal (!) so viel Arbeitsspeicher wie der Firefox. Das ist zwar happig, allerdings haben handelsübliche PCs ausreichend Speicher, sodass Chrome trotzdem wenig Probleme machen dürfte. Netbook-Besitzer sollten jedoch den Speicherverbrauch im Auge behalten.

Ein weiterer Kritikpunkt an Chrome ist er Datenschutz: Der Browser kommuniziert sehr viel mit den Google-Servern. Auf Datenschutz bedachte Nutzer können einige Maßnahmen ergreifen, um den Browser abzusichern bzw. Chrome-Abspaltungen nutzen, die weniger kommunikationsfreudig sind.

Schlüsselfakten zu Google Chrome

Ressourcenverbrauch: Hoch (vor allem Speicher)
Stabilität: Hoch
Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit: Mittlerweile gut
Hauptzielgruppe: Einsteiger, Nutzer von Webapps, Geschwindigkeitsfanatiker

Tipps zu Chrome:

Google Chrome downloaden

Kostenlos downloaden: Google Chrome (Windows, Mac)
Ein sehr schneller Webbrowser.

Internet Explorer: Der Verpönte

Internet Explorer

IE Logo/Icon
Denkt man als IT-Fortgeschrittener an den Internet Explorer, denkt man an Folter und Grausamkeit: Ein Browser, der massive Sicherheitslücken aufweist, die ewig nicht behoben werden, der neue Industriestandards nur äußerst langsam adaptiert (Tabs!), dank dem Webseiten zu entwickeln mit massiver Frustration verbunden ist, an kartellrechtliche Komplikationen und so fort. Aber ist der Microsoft-Browser wirklich so schlecht?

Vorweg: Der IE ist sicher nicht der beste Browser. Aber anders als noch vor 5 Jahren ist der IE in seiner neuesten Version durchaus nutzbar. Dank der engen Verzahnung mit dem Betriebssystem startet er unter Windows sehr schnell, viele Webstandards werden unterstützt, die meisten Websites sehen ohne große Optimierungen im IE so aus wie in anderen Browsern (okay, das LoadBlog nicht, wir *hust* arbeiten aber daran). Guckt man unter die Haube, ist man hier und da sogar überrascht: Der IE8 besitzt ebenso wie Chrome isolierte Tabs, jede geöffnete Seite ist also ein eigener CPU-Prozess. Außerdem ist der Internet Explorer der Browser, der am wenigsten Strom verbraucht.

Wir raten trotzdem dazu, einen anderen Browser als den Internet Explorer zu verwenden - zu sehr hinkt die Software der Konkurrenz nach in puncto Sicherheit, Komfort, Geschwindigkeit und Zusatzfunktionen. Nichtsdestotrotz muss man kein allzu schlechtes Gewissen mehr haben, wenn man den IE hie und da dennoch verwendet, etwa am Arbeitsplatz, wo der Microsoft-Browser oft noch Standard ist. In Schulnoten ausgedrückt ist der Browser mit Version 8 von einer 5- auf eine glatte 4 aufgestiegen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn - wie jüngst - eine ungepatchte Sicherheitslücke existiert.

Schlüsselfakten zum Internet Explorer

Ressourcenverbrauch: Niedrig
Stabilität: Mittel
Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit: Mittel, aber sehr unübersichtliche Struktur
Hauptzielgruppe: Mitarbeiter von Firmen, die Ihren Nutzern keine modernen Browser erlauben

Tipps zum IE:

Internet Explorer 8 downloaden

Kostenlos downloaden: Internet Explorer 8 (Windows)
Als Notlösung in Ordnung

Das war der zweite Teil unseres Browser-Special. Die großen Webbrowser haben wir damit besprochen. Im dritten und letzten Teil präsentieren wir euch einige kleine und unbekannte Browser und ziehen ein Schlussfazit.

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