Windows-Tuning-Tipps: Mythen und Wahrheiten

Frank Ritter

swapdatei
Ich bin kürzlich durch Zufall auf einen guten Artikel der PC Welt gestoßen, der bekannte Tuning-Tipps für Windows aufgreift und auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Darin geht es um allerlei Tipps, die man von Experten immer wieder hört und auch in Fachzeitschriften liest, mit denen Windows „spürbar beschleunigt“ werden soll. So beispielsweise durch das Abschalten von Systemdiensten und das Löschen überflüssiger Einträge in der Systemregistrierung (Registry).

Einige dieser Ratschläge haben eine reale Grundlage, stammen aber noch aus Zeiten von Windows 98 und Co. -. etwa, dass zu viele installierte Schriften das System verlangsamen, sind heute aber veraltet. Andere sind generell unsinnig und sollten unterlassen werden. Allen gemein ist der „Placebo-Effekt“, nachdem man zwar eine Geschwindigkeitsänderung zum Positiven wahrzunehmen glaubt, der jedoch nur auf Einbildung und Wunschdenken beruht. Insgesamt ein sehr lesenswerter Artikel, der zwar nichts Neues für „alte Hasen“ enthält, aber das Thema Tuning-Mythen sehr gut zusammenfasst.

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pcwelt.de: 25 Tempo-Mythen enttarnt
Aufklärung über Tuningirrtümer

Zum Thema ebenfalls empfehlenswert ist übrigens das Blog derfisch.de. Der Autor befasst dort intensiv mit gängigen Sicherheits- und Tuningtipps und testet den Leistungsgewinn von Tuning-Tools wie TuneUp Utilities — mit ernüchternden Ergebnissen. Auch der Privacy Enhancer xp-Antispy bekommt sein Fett weg.

Zurück zur PC Welt: Der einzige wichtige Punkt, der mir in dem Artikel fehlt ist das Herumspielen an den Werten für die Auslagerungsdatei (Swap-File) von Windows. Überall im Netz und anderswo werden seit Jahren Tipps für das optimale Einstellen der Auslagerungsdatei gegeben. Es handelt sich um eine Datei auf der Festplatte, die dann vollgeschrieben wird, wenn der Arbeitsspeicher voll ist. Dabei soll man den Speicherort, aber auch die Größe anpassen, weil die Verwaltung dieser Datei angeblich massiv Systemressourcen von Windows verschlinge. Das führt dann zu absurden Ratschlägen wie den, die Auslagerungsdatei auf eine RAM-Disk zu verschieben. Für Normalsterbliche: Wenn der Arbeitsspeicher voll ist, sollen die Daten laut diesem „Tuningtipp“ auf eine virtuelle Festplatte geschrieben werden, die im Arbeitsspeicher liegt. Ja, richtig gelesen.

Mein Rat: Windows verwaltet die Swap-Datei schon selbst ganz ordentlich, da muss man nicht herumdoktern. Eine „Optimierung“ bringt leistungsmäßig höchstens etwas im Promillebereich. Die Gefahr, dass das System irgendwann nicht mehr gescheit funktioniert, ist hingegen wesentlich greifbarer. Wer mehr Leistung will, sollte lieber ein paar Euro in neuen Arbeitsspeicher investieren. Wobei auch heute die allerwenigsten Nutzer mehr als 2 GB RAM benötigen dürften.

Wie sieht es bei euch aus – „tunt“ ihr euer System? Habt ihr todsichere Tipps, um die Leistung von Windows zu erhöhen, oder seid ihr eher Optimierungs-skeptisch? Lasst es uns wissen – in den Kommentaren.

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