Nexus-Tablet: Kommt ein günstiger 7-Zoller direkt von Google?

Frank Ritter 2

Hier mal wieder eine Nachricht aus der Abteilung „Würden wir gerne glauben, aber…“ -- Gerüchten zufolge plant Google derzeit ein Ice Cream Sandwich-Tablet mit 7-Zoll-Bilddiagonale zum Schnäppchenpreis. Unter 200 Dollar soll das Gerät bei Marktstart kosten. Problem dabei: Das Gerücht steht auf tönernen Füßen.

Es wäre zu schön, um wahr zu sein: Ein handliches Tablet, das sich fast jeder leisten kann - direkt von Google, sodass sich Käufer der zeitnahen Verteilung von Updates sicher sein kann. Bereits im März/April soll es soweit sein. Das deckt sich auch mit den Aussagen von Eric Schmidt in einem Interview von vor zwei Wochen. Allerdings glauben wir trotzdem nicht an die derzeit kursierenden Gerüchte und zwar aus mehreren Gründen.

Zunächst ist die Quelle nicht kredibel. Die koreanische Digitimes hat sich, vor allem in den letzten Monaten, mehrfach mit falschen Gerüchten in die Nesseln gesetzt und den Eindruck erweckt, mit blödsinnigen Gerüchten internationale Aufmerksamkeit auf sich lenken zu wollen. Auch in dem vorliegenden Artikel gibt es mindestens eine größere Ungereimtheit: Die Quelle der Digitimes stamme aus „Googles Lieferkette“. Google hat jedoch sämtliche Geräte bis dato von Drittherstellern produzieren lassen, besitzt also gar keine eigene Lieferkette. Wenn es ein Nexus-Tablet geben sollte, dann ganz sicher von einem Dritthersteller wie Samsung oder Motorola.

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Überhaupt ist ein 7-Zoll-Tablet im gleichen (Kampf-)Preisrahmen wie dem des Amazon Kindle Fire unrealistisch, selbst wenn die Preise der Komponenten bis zum Produktionsstart noch sinken sollten. Denn die Gewinnmarge ist bereits beim Kindle Fire sehr gering, manchen Analysten zufolge zahlt Amazon bei der Herstellung sogar drauf. Dass das System trotzdem funktioniert, liegt an der Quersubvention: Amazon spekuliert darauf, dass die Kunden durch den Besitz des Gerätes mehr Medien bei Amazon kaufen - Bücher, Musik, Filme. Somit wird Amazons Subvention der Hardware auf lange Sicht ausgeglichen. Google hat jedoch bei weitem keine so starken Vertriebskanäle für digitale Medien und zudem ein viel offeneres System für Drittanbieter-Apps zum Verkauf von Medien als Amazon. Darauf zu vertrauen, dass ein Kampfpreis für das eigene Tablet sich nur über Werbung auf lange Sicht rechnet, wäre schon sehr waghalsig von Google.

Schließlich würde ein 200 Dollar-Tablet mit offiziellem Google-Segen den Markt aufrollen und ein mehr als wettbewerbsfähiges Produkt darstellen. Die Hardwarepartner von Android wären nicht sehr erbaut darüber, dass Google den ohnehin schon kompliztierten Markt für Android-Tablets so mehr oder weniger zerstört. Google weiß, dass es seine Partner nicht zu sehr verärgern sollte und dürfte - wenn überhaupt - den Preis höher ansetzen.

Ich bin der Meinug, dass Google sich bis zum Marktstart des ersten eigenen Tablets noch etwas mehr Zeit lässt als zum April, dass das Gerät teurer sein und wahrscheinlich auch nicht im 7-Zoll-Formfaktor kommen wird. Ich lasse mich aber natürlich gerne überraschen. Was meint ihr - sind die Gerüchte realistisch? Eure Meinung in die Kommentare.

Digitimes [via netbooknews, Bild: Phandroid]

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