Tattoo entfernen: Kosten & Risiken - mit und ohne Laser - alle Infos

Kristina Kielblock

Nicht alle Menschen erfreuen sich bis ans Ende ihres Lebens an ihren Tattoos. Dieser Ratgeber klärt darüber auf, welche Möglichkeiten ihr habt, eure Tätowierungen zu entfernen: Kosten, Risiken und Methoden mit und ohne Laser. 

Tattoo entfernen: Kosten & Risiken - mit und ohne Laser - alle Infos

Ob wegen eines Tattoo-Fails oder einer Veränderung der Persönlichkeit: Tattoo-Entfernungen sind teuer und nicht ohne Risiko. Das Tattoo ist bereits per se eine Narbe und auffällige Veränderungen der Haut können auch nach der Entfernung verbleiben - dieser Faktor ist kaum vorherzusagen. Hauptsächlich wird dies vom Hauttyp, der Entfernungsmethode und dem Tattoo ( Farben, Größe, Alter) selbst bestimmt.

Tattoo entfernen: Welche Verfahren gibt es?

Es gibt verschiedene Verfahren zur Tattoo-Entfernung, jede Methode hat dabei ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Abhängig vom Tattoo und den individuellen Voraussetzungen lässt sich die optimale Methode herausfinden, teilweise kann auch die Kombination aus mehreren Verfahren die richtige Wahl sein. Zur Entfernung des Tattoos müssen die Farbpartikel entfernt werden, die bis zu vier Millimeter tief in der Haut sitzen. Es lassen sich chirurgische und nicht-chirurgische Methoden unterscheiden:

Tattoo-Entfernungsmethode Vorgehen Vorteile Nachteile
Chirurgische Entfernung
  • Hautstelle wird chirurgisch in einer OP entfernt.
  • Komplette Beseitigung des Tattoos.
  • Funktioniert nur bei kleinen Tattoos
  • Nicht an allen Hautstellen möglich
  • Gutes Narbenmanagement notwendig
Tattoo-Entfernung mit Lasertechnik
  • Die Farbpigmente werden mittels physikalischer Energiezufuhr erhitzt und zersprengt. Die Partikel werden dann über die Lymphe abtransportiert.
  • Inzwischen übliche Entfernungsmethode, daher Erfahrungswerte vorhanden.
  • Kurze Behandlungsdauer – in mehreren Sitzungen.
  • Wenig Narben
  • Keine große Wunde

 

 

  • Ungeeignet für bunte Tattoos – schwarz lässt sich in der Regel komplett entfernen.
  • Relativ kostspielig
  • Farbveränderung durch Oxidation möglich
  • Elimination der Farben läuft über das Lymphsystem
  • Spaltprodukte der Farben sind krebserregend – Langzeitfolgen der Laserbehandlung sind unbekannt.
Dermabrasion
  • Oberste Hautschicht (Epidermis) wird mit einem Sandstrahlgerät oder einer Fräse abgeschliffen bzw. abgefräst.
  • Hohes Risiko der Narbenbildung
  • Lokale Narkose nötig

 

  • Behandlung aller Farben möglich
  • Pigmente werden mechanisch entfernt und gelangen über den Wundschorf nach außen.
Diathermie
  • Elektrischer Strom wird in die Haut geleitet, die erzeugte Hitze verbrennt den Farbstoff, wodurch er sich auflöst, abgestorbenes Gewebe wird mit den Farbpigmenten abgestoßen und die Haut erneuert sich von innen.
  • Starke Narbenbildung
  • Lokale Narkose nötig
  • Starke Schmerzen bei der Wundheilung – Heilung benötigt mehrere Monate
  • Umliegendes Gewebe ist auch betroffen.
  • Alle Farben können so entfernt werden.
Chemisches Peeling
  • Ähnlich wie Abschleifen, allerdings werden die oberen Hautschichten mit Chemikalien abgetragen und somit die farbtragende Schicht offen gelegt, damit die Farbpigmente mit Wasser, Sandstrahl oder Chemikalien abgetragen werden können.
  • Lange Heilungsphase
  • Hohes Narbenrisiko
  • Lokale Narkose nötig
  • Umliegendes Gewebe ist auch betroffen
  • Entfernung aller Farben möglich

Wie die Tabelle zeigt, haben die verschiedenen Methoden jeweils ihre eigenen Vor- bzw. Nachteile und Risiken. Natürlich gibt es auch noch die Methode des Übertätowierens, allerdings wird das Tattoo davon in der Regel größer.

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Tattoo-Entfernung: Risiken und Kosten

Dermatologen raten zu intensiver Beratung vor einer Tattoo-Entfernung. Unabhängige Beratung kann die Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Lasermedizin e.V. leisten. Grundsätzlich müsst ihr die Kosten für die Behandlung selber tragen, in seltenen Fällen, z.B. bei Resozialisierungsmaßnahmen, werden die Kosten auch übernommen. Je nach Methode müsst ihr mit 100 € bis 300 € pro Behandlungseinheit rechnen und je nach Größe des Tattoos mit sechs bis zwölf Behandlungen.

Die Lasertechnik ist inzwischen gut erprobt, die Resultate meistens gut, besonders bei schwarzen Tattoos. Allerdings kann bei bunten Tattoos der unschöne Effekt eintreten, dass das Hautbild nicht komplett entfernt werden kann und nach der Behandlung schlimmer aussieht als zuvor. Über dieses halb-entfernte Tattoo ein neues drüber zu tätowieren kann zu starker Narbenbildung führen und ist dementsprechend keine Lösung. Das größte Problem ist, dass noch nichts über die Langzeitfolgen der Laserbehandlung erforscht ist - d.h. wie hoch euer Risiko ist, aufgrund der Behandlung an Krebs zu erkranken, kann noch niemand sagen.

Tattoo entfernen wunde

Die Methoden des elektrischen und chemischen Peelings können abgesehen von den starken Schmerzen, auch zu sehr unschönen Narben führen, dafür lassen sich aber alle Farben damit entfernen. Grundsätzlich solltet ihr zunächst unbedingt einen Facharzt aufsuchen und euch beraten lassen.

Alternativ - bis ihr euch entschieden habt - könnt ihr das Tattoo auch mit einem Pflaster abkleben, mit  oder einem Fake-Tattoo kaschieren. Weitere Hinweise zu Tattoo-Preisen findet ihr bei desired.

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 Bildquelle: Detail Hands Tattoo-Artist, Wound via Shutterstock.com

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