5 Gründe, warum ich TouchWiz liebe [Meinung]

Rafael Thiel 27

In einem bunten Potpourri aus Meinungen sticht eine Übereinkunft heraus: TouchWiz ist überladen, unschön und in vielerlei Hinsicht unnötig. Doch ist dem wirklich so? Unser Redakteur Rafael Thiel hat sich zu einem echten TouchWiz-Liebhaber entwickelt und zählt 5 Gründe auf, was er an Samsungs Android-Software so toll findet. 

5 Gründe, warum ich TouchWiz liebe [Meinung]

Nein, TouchWiz genießt fürwahr keinen guten Ruf bei Android-Enthusiasten. Die Software, die einst gemeinsam mit dem ersten Samsung Galaxy S-Smartphone debütierte, machte lange Zeit mit einem unausgewogenen Design, überflüssigen Features und unübersichtlichen Einstellungen auf sich aufmerksam. Ein charakteristisches Merkmal waren stets die knalligen Farben, die durch die von Samsung forcierten AMOLED-Displays noch mal betont wurden. Das Ergebnis war ein buntes Wirrwarr, das zurecht Kritik erntete.

Doch ich schreibe bewusst in der Vergangenheitsform, denn TouchWiz hat sich emanzipiert. Das gilt sowohl für die optische Beschaffenheit der Oberfläche als auch für die reichhaltige Ausstattung an zusätzlichen Funktionen. Vorbei ist die Zeit, wo Android-Enthusiasten ein Galaxy-Smartphone höchstens mit Custom-ROM in Betracht ziehen konnten und Laien angesichts des Durcheinanders bei der Ersteinstellung resignierten. Mittlerweile hat TouchWiz durchaus eine Daseinsberechtigung – ich gehe sogar so weit und behaupte, die Software bereichert die aktuelle Galaxy S-Generation und ist dem puristischen Vanilla-Android vorzuziehen.

1. Themes

Natürlich ist das von Google stammende Android spätestens seit Lollipop ein optischer Augenschmaus, der mit Marshmallow nur noch verfeinert wurde. Allerdings kann sich die aktuelle Version von TouchWiz auch sehen lassen – und wem die etwas bunte Farbgebung nicht gefällt, greift einfach zu einem der zahlreichen Themes, die im vorinstallierten Samsung-Store verfügbar sind.

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Dort gibt es etwas für jeden Geschmack. Von kunterbunt über aufwendig bis hin zu minimalistisch ist alles dabei. Selbstverständlich finden sich im Store auch Themes, die sich am Material Design von Stock-Android orientieren und dieses auf Standard-Apps wie Telefon, Kontakt und Kalender bringen. So lässt sich TouchWiz auch ohne Augenkrebs nutzen.

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2. Apps

Apropos Standard-Apps: Die von Samsung entworfenen Anwendungen sind mittlerweile durchaus nutzbar. So sind etwa Telefon- und Kontakte-App sinnvoll miteinander verknüpft und überaus funktional. Eine kleine Kostprobe gefällig? Der Nutzer kann in der Kontakte-Liste bei einem Eintrag einfach nach links beziehungsweise rechts wischen, um entweder eine Kurznachricht zu senden oder besagte Person direkt anzurufen.

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Eine besondere Würdigung verdient derweil die Galerie-App, die tatsächlich allen Ansprüchen gerecht wird. Die Aufmachung ist übersichtlich, die Bedienung intuitiv und es werden zahlreiche Funktionen abgedeckt, für die gewöhnlich eine Drittanbieter-Anwendung nötig wäre. Dazu zählt zum Beispiel die Möglichkeit, aus vorhandenen Bildern eine Animation, sprich ein GIF, zu erstellen. Außerdem versucht sich Samsung ein bisschen als Google und ordnet aufgenommene Bilder selbstständig Ereignissen beziehungsweise Kategorien zu – das mag ein bisschen über’s Ziel hinaus geschossen sein, verwerflich ist das Zusatzangebot aber nicht. Zudem gibt es einen praktischen Shortcut, der auf die Kamera weiter verweist.

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3. Kamera

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Die Kamera-App ist übrigens großartig und verdient einen eigenen Punkt in dieser Aufzählung. Es ist bekannt, dass Samsung spätestens seit dem Galaxy S6 respektive Galaxy S6 edge die vermutlich beste Smartphone-Kamera verbaut. Doch das Aufnahmevermögen der Geräte kann noch so gut sein – Fotos werden dennoch misslingen, wenn das Interface nicht mitspielt.

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Das ist bei der aktuellen TouchWiz-Version glücklicherweise nicht der Fall. Bereits in der Vorschau sind die wichtigsten Funktionen verankert, ohne dass die Oberfläche überladen wirkt. Die Einstellungen erlauben ferner einen gewissen Grad der Feinjustierung und falls das noch nicht ausreicht, gibt es noch den Pro-Modus, der Bilder darüber hinaus auch als RAW-Datei speichern kann.

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Neben dem Pro-Modus gibt es zudem auch andere Modi. Davon sind einige vorinstalliert, weitere können aus dem Samsung-Store bezogen werden. Eine Zeitraffer-Aufnahme mit dem Smartphone? Mit TouchWiz (und einem Stativ) durchaus machbar. Darf es ein Bokeh-Effekt sein, um den Vordergrund hervorzuheben? Der selektive Fokus macht’s möglich. Mit einem aktuellen Galaxy S-Smartphone Fotos zu schießen, macht ziemlich viel Spaß – und das sagt im Grunde schon alles aus.

4. Multitasking

Doch auch im Alltag, wenn das Smartphone zur Informations- und Nachrichtenzentrale avanciert, weiß TouchWiz mit nützlichen Kniffen zu glänzen. Da wäre natürlich die Multi-Window-Funktion, die Samsung seit gefühlten Ewigkeiten bewirbt. Das ist auf einem Tablet, wo TouchWiz auch zum Einsatz kommt, sicherlich nützlich. Auf dem Smartphone indes ist dieses Feature eher nice to have, denn unbedingt nötig – aber es ist vorhanden und hat mir persönlich in manchen Situationen bereits ausgeholfen. Zudem gibt es immerhin einen großen Fan dieses Features: Google. Die nächste Android-Version, aktuell als Android N bekannt, wird nämlich Multi-Window allgemeingeltend einführen.

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Es gibt ferner noch eine weitere Funktion, die ich der Rubrik Multitasking zuordne: Das Seitenpanel, das in den edge-Modellen von Samsung zu finden ist. Darüber lassen sich Shortcuts zu Anwendungen oder andere Informationen bequem einblenden.

5. Gimmicks

Der eine erachtet das nur als Gimmick, der nächste will das Feature aber womöglich gar nicht mehr missen. Das gilt für zahlreiche Features, die Samsung in TouchWiz implementiert hat – die Software ist förmlich gespickt von Spielereien. Mit vielen weiß ich auch wenig anzufangen. Allerdings gibt es eben auch jene, die nach einiger Zeit unverzichtbar werden. Zum Beispiel der universale Shortcut für die Kamera: Ich muss nur zwei Mal schnell den Home-Button drücken und schon kann ich flott ein Foto aufnehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Smartphone gerade im Standby liegt oder eine App offen ist.

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Ebenfalls eine coole Sache: Bei der Aufnahme eines Screenshots bietet TouchWiz gegebenenfalls an, mehr Bildschirminhalt zu erfassen. Das bedeutet konkret, dass TouchWiz dann ein bisschen herunterscrollt und das Dargestellte an den bereits aufgenommenen Screenshot anhängt – das Ergebnis ist ein Bild. In Listen oder Chat-Konversationen ist dieses Feature überaus nützlich. Von solchen Gimmicks gibt es noch viel mehr, die ich an dieser Stelle gar nicht alle nennen kann. Ich halte nur fest: TouchWiz greift einem oft unerwartet unter die Arme. Dementsprechend lohnt es sich, mal die Einstellungen des eigenen Galaxy-Smartphones zu durchforsten.

Fazit: TouchWiz ist brauchbar

Braucht es jetzt noch ein Fazit? Ich denke, die genannten Gründe sprechen für sich. Selbstredend ist TouchWiz keine eierlegende Wollmilchsau und ist in der Lage, jegliches Bedürfnis zu befriedigen. Allerdings ist die Software in den vergangenen Jahren gereift und mittlerweile eher ein Pro- denn Contra-Argument bei der Kaufentscheidung. Schlussendlich hängt es aber doch von der eigenen Priorisierung ab – manch einer wird weiterhin Stock-Android bevorzugen, was natürlich absolut in Ordnung ist. Nur das kategorische Schlechtreden von TouchWiz sollte allmählich ein Ende finden.

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