Hat die Voltzahl einen Einfluss auf die Ladegeschwindigkeit?

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USB-Laden ist komplizierter, als man zunächst annehmen mag. (Bildquelle: phone charging, flat icon isolated on a red. Concept background design)

Jein. Wird ein Gerät über USB geladen, wird generell mit einer Nennspannung von 5 Volt gearbeitet. Vor allem die Stromstärke, also Ampere, sind für die Ladegeschwindigkeit entscheidend. Trotzdem ist die Voltzahl nicht ganz unwichtig: In unserem Test haben wir herausgefunden, dass die Spannung im Bereich von 4,85 bis zu 5,20 Volt variiert.

Das kann verschiedene Auswirkungen haben:

  • Kann ein Smartphone die höhere Spannung nutzen (das hängt von der Ladeelektronik im Smartphone ab), lädt es ein paar Prozent schneller. 4,85 Volt * 2 Ampere sind 9,7 Watt, 5,20 Volt * 2 Ampere sind hingegen bereits 10,40 Watt. Es gibt hier also durchaus einen theoretischen Unterschied, der in Praxis aber ganz unterschiedlich ausfallen kann.
  • Manche Geräte, vor allem Tablets, setzen eine Mindestspannung voraus, um mit voller Geschwindigkeit zu laden. Es ist also gut, wenn ein Ladegerät etwas mehr als die 5 Volt bietet. Vor allem, da durch das Ladekabel auch etwas Spannung verloren geht.
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Auf Nachfrage schreibt beispielsweise EasyAcc:

The voltage does make a difference to the speed of charging, but the difference is very tiny especially when the voltage is between 4.9 to 5.1volts.  The difference between the charging speed of 4.95v and 5.15v is below 1% that we can ignore it because it's too small.

Somit kann in Sachen Ladegeschwindigkeit die Voltzahl vernachlässigt werden. Allerdings hängt die mögliche Stromstärke teilweise von der Spannung ab, deswegen ist diese trotzdem nicht ganz unwichtig.

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Wie Aukey und RAVPower auch wirbt Anker mit einer speziellen Technologie, um die Kompatibilität zu zu ladenden Geräten zu optimieren.

Zum Thema: USB zukünftig mit mehr Volt oder: Wieso bald alle unsere USB-Geräte abrauchen (Kommentar)

Was hat es mit iSmart, PowerIQ und AiPower auf sich?

Anker, RAVPower und Aukey bewerben ihre Ladegeräte als besonders intelligent, da sie mit einem besonderen Ladechip ausgestattet sind, der die Kompatibilität und die Ladegeschwindigkeit optimieren soll. Was ist dran an diesem Versprechen?

Wie gehts am schnellsten? Wir finden es heraus. Bildquelle: Battery charge status - vector illustration
Wie gehts am schnellsten? Wir finden es heraus. (Bildquelle: Battery charge status - vector illustration)

Versprochen wird eine schnelle Ladegeschwindigkeit, indem das Ladegerät das zu ladende Gerät erkennt und Ladegeschwindigkeit und Amperestärke anpasst. Man kennt das ja zur Genüge von USB-Steckplätzen am PC: Hier wird ein bestimmter Port erkannt, der nicht mehr als 500 mA liefern kann.

Damit dies beim Laden mit unseren Chargern nicht der Fall ist und immer ein richtiger Charging Port erkannt wird (der theoretisch bis zu 5 A liefern kann), kann es Sinn machen, einen speziellen Extrachip einzubauen, der die Kompatibilität mit verschiedenen Geräten optimiert.

Allerdings war uns nicht ganz klar, was diese Chips in Sachen Stromstärke überhaupt bewirken sollten: Ein USB-Gerät zieht so viel Strom (Ampere), wie die Ladeelektronik bestimmt. Diese sitzt aber im Smartphone. Wieso die Netzgeräte, die wir hier testen, dann eine exakte Amperestärke liefern müssen, die genau an das jeweilige Gerät angepasst ist und nicht einfach eine Maximalstärke zur Verfügung stellt (beispielsweise immer 2,4 Ampere), leuchtet uns nicht ein.

Ankers offizielle Beschreibung der Technologie klingt auch schon etwas eindeutiger:

Haben Sie sich jemals gefragt, warum einige Smartphones schneller von einigen Ladeports als von anderen geladen werden kann? Meist hängt dies nicht nur von der Energie ab, welche Ihr Ladegerät liefern kann. Es hängt nämlich sehr wohl auch von der Kompatibilität ab. Einige Ports sind einfach nicht in der Lage, die richtige Sprache zu sprechen. Stecken Sie mal ein iPad in einen Android Adapter und die Ladedauer könnte sich verdoppeln.

Unsere Lösung? Die PowerIQ™ Technologie kommuniziert mit jedem angeschlossenen Gerät und identifiziert dieses auf intelligente Weise um die spezifische Laderate zu liefern. Dank der PowerIQ™ Technologie, in Verbindung mit Ankers zuverlässigem Output, können Sie maximale Kompatibilität erleben, welche Ihre Ladegeschwindigkeit nicht limitiert.

Wir können also davon ausgehen, dass die drei Technologien schlicht und ergreifend die Kompatibilität zu allen möglichen Geräten auf dem Markt erhöhen. Die angepasste Stromstärke der Netzgeräte ist, wenn sie überhaupt stattfindet, irrelevant, da Smartphones und Co. eine bestimmte Amperestärke „nehmen“ und nicht „erhalten“.

Das EasyAcc-Gerät bietet keinen Zusatzchips, wirbt aber trotzdem mit großer Kompatibilität. Wir haben diesen Charger vor allem deswegen dazu genommen, um den Sinn und Unsinn der neuen intelligenten Lösungen zu überprüfen.

Danksagung

An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an die vier Hersteller der Ladegeräte, die uns nicht nur die Geräte zur Verfügung gestellt haben, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite standen:

Bei Verständnisproblemen noch einmal der Hinweis auf unsere einführenden Artikel zum Thema: