Videospielsucht: Drogenbeauftragte will Jugendschutz für Online-Spiele anpassen

Marco Schabel

Das Videospiele und insbesondere Online-Spiele süchtig machen können, ist nicht erst seit World of Warcraft bekannt. Um die Jugend besser vor diesen Gefahren zu schützen, will die deutsche Drogenbeauftragte jetzt an den Freigaben schrauben.

World of Warcraft: Legion — Das Schicksal Azeroths - Launchtrailer.

Gerade erst wurde deutlich, dass die deutsche USK, die dafür verantwortlich ist zu bestimmen, ab welchem Alter Du ein Spiel spielen darfst, etwas lockerer geworden ist. Fallout 4, Mortal Kombat X und auch Battlefield 1 erschienen in der Folge hierzulande nicht nur ungeschnitten und ab 18 Jahren (beziehungsweise ab 16). Auch die BpjM hob zuletzt einige Indizierungen auf und lässt Dich zum Beispiel Red Faction oder Doom ohne Einschränkungen spielen. Ein großer Dorn im Auge der Politik sind aber offenbar noch immer Online-Spiele wie Minecraft, World of Warcraft oder League of Legends. Zumindest wenn es nach der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler von der CSU geht, sollen derartige Spiele künftig nicht mehr von Kindern gekauft werden dürfen. Auch allgemein sollen Spiele ab 16 Jahren schärferen Bedingungen unterliegen – auch nachträglich.

Politik soll an Altersfreigaben schrauben

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Die Entstehungsgeschichte von World of Warcraft

In einem aktuellen Interview gab sich Mortler kritisch und bemängelte unter anderem, dass nicht gut genug auf die Gefahren von Onlinespiel-Sucht hingewiesen werde. Sie wolle sich gemeinsam mit der Arbeitsgruppe zur Prävention von Internetbezogenen Störungen dafür einsetzen, dass sich daran etwas ändert. Als Beispiel sollen Online-Spiele nicht länger im Umfeld von Schulen und Jugendeinrichtungen beworben und verkauft werden dürfen. Zudem sollten Spiele, die „kritische Merkmale im Spieldesign, die ein starkes Suchtpotenzial und eine starke Bindung erwarten lassen“, aufweisen, „sowie im Falle problematischer Monetarisierungsstrategien in Free-to-Play-Spielen“ eine höhere Alterseinstufung gewählt werden, also ab 16 oder ab 18 Jahren, wie es in einer Handlungsempfehlung der Arbeitsgruppe heißt. „Erst zwischen 18 und 20 Jahren ist die Fähigkeit zur verantwortlichen Selbstkontrolle überhaupt voll ausgebildet“, so Mortler.

Solche Einstufungen sollten im Falle bereits existierender Spiele auch nachträglich geändert werden dürfen, wie die Drogenbeauftragte weiter fordert. Somit könnten auch die ab 12 Jahren freigegebenen Spiele World of Warcraft und League of Legends, oder auch das ab 6 freigegebene Minecraft bald nur noch von Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren gespielt werden dürfen. Gänzlich wegfallen solle insbesondere im Falle von Apps die Freigabe ab 0 Jahren, da es bislang keine Beweise gebe, dass diese für unter 3-jährige unschädlich seien.

Bislang handelt es sich allerdings nur um Pläne, Handlungsempfehlungen und Diskussionen, die keinen Gesetzescharakter besitzen. Laut Schätzungen gibt es in Deutschland etwa 500.000 Menschen, die als Internetabhängig betrachtet werden. Laut der DAK solle jeder 20. Teenager zwischen 12 und 17 Jahren gefährdet sein.

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Quelle: Der Westen

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