Bloody Boobs: Die missverstandene Arthouse-Perle im Test

Richard Benzler 1

Bloody Boobs heißt das kontroverse Indie-Spiel der traditionsreichen, russischen Spieleschmiede Eduard Bulashov: Erfahre, warum unser Autor der Ansicht ist, dass der ambitionierte Titten-Titel zu Unrecht von der Fachpresse verrissen wird.

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(Allergene: Kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten)


Prequels, Sequels, Remakes und Reboots sind die üblichen Vokabeln der Fachpressen-Litanei, mit deren Hilfe die fehlende Kreativität der Gaming-Industrie moniert wird. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso paradoxer, mit welch religiösem Eifer sich prätentiöse Kritiker beim Zerreißen provokanter und origineller Inhalte überbieten. So auch im Falle von Bloody Boobs, einem geistreichen Indie-Titel, der zurzeit (gleich einer frischen Brise) durch die Ödnis des witzlosen Mainstreams weht, von Branchenkollegen jedoch unisono als „sexistischer Kackscheiß“ verkannt wird. Zum Ausgleich jener einseitigen Berichterstattung bieten wir an dieser Stelle eine alternative und vorurteilsfreie Sicht der Dinge.

Bloody Boobs: Greenlight-Trailer.

Die eindrucksvoll flache Prämisse ist schnell zusammengefasst: Der Spieler übernimmt im sogenannten „Stealth-Adventure“ die Rolle „eines jungen, schönen Mädels mit knackigem Körper“, das Gefahr läuft, einer uralten Gottheit rituell geopfert zu werden. Ziel ist es, die (auf Kleidung allergische) Dame durch die zufallsgenerierten, atmosphärischen Gänge der Katakomben zu steuern, um die fehlende Handlung zu finden. Unterdessen wird sie von einem gut bestückten Dämon und dessen niederen Diener-Kreaturen verfolgt, die augenscheinlich nach der Zielgruppe des Spiels modelliert wurden. Fanservice vom Feinsten!

„Plagiat“ und „Hommage“ sind bekanntlich ein schmaler Grat, doch Bloody Boobs kokettiert mit den Eigenarten des Genres, ohne wie eine blanke Kopie zu wirken, indem es eigene Akzente setzt: Die „physikalisch realistische Darstellung weiblicher Brüste und Hintern“ demonstriert eindrucksvoll, an welcher Stelle die minimalen finanziellen und kreativen Ressourcen versenkt wurden. Auch die Käufer sind voll des Lobes und beteuern auf Steam: „Meine Brüste waren tatsächlich blutig.“

Bloody Boobs
Entwickler: Eduard Bulashov
Preis: 2,99 €
Bilderstrecke starten
14 Bilder
Die größten Kauf-Fails von Gamern.

Fazit: Pädagogisch wertvoll

Bloody Boobs ist wie Thief. Nur ganz anders und mit Brüsten. Als hätte der Entwickler wegweisende Stealth-Titel wie Dishonored kopfüber an einem Schürhaken aufgehangen und vier Wochen lang ausbluten lassen. Es ist eine Rückbesinnung auf die grundlegenden Elemente des Genres. Mit Brüsten!

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