Das geschah bei Trumps Treffen mit den GTA- und Skyrim-Machern

Marcel-André Wuttig

Nach einem verwirrenden Hin und Her traf sich Donald Trump gestern doch mit mehreren Vertretern der Games-Branche, um über Gewalt in Videospielen zu reden.

Wie Kotaku berichtet, ging das Treffen ungefähr eine Stunde lang. Ein konkretes Ergebnis sei dabei nicht herausgekommen. Eingeladen waren auf der einen Seite der Geschäftführer der Entertainment Software Association (ESA), der Geschäftsführer des Entertainment Software Rating Board (ESRB – entspricht unserer USK) sowie die Geschäftsführer von Bethesda (Wolfenstein) und Take Two (GTA 5). Auf der anderen Seite waren der Author eines Buches eingeladen, das behauptet, dass Killer durch gewaltsame Videospiele trainiert werden, und ein Mitglied des Parents Television Council, der glaubt, dass gewaltsame Medien eine negative Auswirkung auf Kinder hätten.

Das Treffen geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Kotaku berichtet, dass es laut der Teilnehmer relativ friedlich zuging. Beide Seiten hätten ihre Ansichten vertreten, ohne sich gegenseitig anzugreifen. Trump hätte viele Fragen gestellt und aufrichtig interessiert gewirkt.

Der provokanteste Moment des ganzen Treffens sei ein 88-sekündiges Video gewesen, das vom Weißen Haus zusammengeschnitten wurde. Darin zu sehen sei eine Aneinanderreihung von gewalttätigen Szenen aus Spielen. Das Video wurde im Anschluss sogar unkommentiert und ungelistet auf dem YouTube-Kanal des Weißen Hauses veröffentlicht. Unter anderem enthielt es die umstrittene Szene aus Call of Duty, in der Spieler bei einem Massaker von Zivilisten an einem Flughafen aktiv teilnehmen konnten.

Der Präsident hätte laut einer Teilnehmerin wohl darauf hingewiesen, dass die Ausschnitte sehr gewaltsam seien, woraufhin es wohl still im Raum wurde. Das Treffen sei unspektakulär zu Ende gegangen. Es hätte kein konkretes Ergebnis gegeben und die Teilnehmer seien mit einem Händeschütteln ihrer Wege gegangen, so Kotaku.

Das Magazin weist darauf hin, dass es nicht das erste Mal war, dass sich Vertreter der Games-Branche nach einem Amoklauf mit der amerikanischen Regierung treffen, um über die Gewaltdarstellung in Spielen zu reden. Auch im Jahr 2013 hätte sich der damalige Vize-Präsident, Joe Biden, mit einigen Vertretern getroffen. Auch das damalige Treffen hätte keine konkreten Folgen gehabt.

Es bleibt abzuwarten, ob das auch unter der Führung von Donald Trump der Fall sein wird. Vor allem die unkommentierte Veröffentlichung des YouTube-Videos auf dem offiziellen Kanal des Weißen Hauses wirkt ziemlich einseitig und unreflektiert.

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