DreamHack Leipzig: Kann das Gaming-Festival in die großen Fußstapfen treten?

Mike Koch

Von 2002-2008 war Leipzig der Anlaufpunkt für Gaming-Fans, denn die gamescom, damals noch GamesConvention, war hier, bevor sie nach Köln zog. Nach sechs Jahren Pause ist letztes Wochenende die Dreamhack nach Leipzig gekommen und hat endlich Videospiele zurückgebracht: Ist die Dreamhack die neue GamesConvention?

Der Ankündigungstrailer zur DreamHack Leipzig:

DreamHack Leipzig 2016 Announcement.

Was ist die Dreamhack?

Fertigpizza, PCs, Videospiele, Pornos tauschen – hach, was man nicht alles mit LAN-Partys verbindet. Die Dreamhack hat sich genau diese LAN-Partys genommen und sie auf ein neues Niveau gehoben – und das schon seit 2004. Regelmäßig zieht die DreamHack Jönköping in Schweden zwischen 10.000 und 20.000 Besucher an und konnte sich als größte LAN der Welt etablieren. Um den Erfolg auszuweiten hatten sich die Organisatoren der DreamHack dazu entschieden weitere Events über den Globus verteilt aufzubauen. Neben großen Events in Bukarest, London und Cluj-Napoca war die Dreamhack vom 22.-24. Januar das erste Mal nun auch in Leipzig.

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Die besten Spiele der 90er.

Was gab es zu sehen?

Neben dem LAN-Turnier gab es auch E-Sport-Turniere in Hearthstone, StarCraft 2, FIFA und Counter-Strike: Global Offensive (letzteres hatte sogar einen Preispool von 100.000 US-Dollar). bei denen einige der besten Spieler und Teams der Welt hautnah zu sehen waren. Um nicht nur E-Sport-Fans anzusprechen wurden auch diverse Streamer eingeladen, die vor Ort ihrer Arbeit auf Twitch nachgingen – aber dazu später mehr. Auch einige PC- und Videospiele-Hersteller waren vor Ort, so dass man neue Laptops und Spiele wie Battleborn testen konnte.

„Mein Leipzsch lobsch mir!“

Aber warum geht die Dreamhack ausgerechnet nach Leipzig? Warum ist sie nicht in Metropolen wie München, Berlin oder Frankfurt?

Bilder vom 1. Wikisourcetreffen in Leipzig

Von 2002 bis 2008 war Leipzig die Hauptstadt der Videospiele, wenn man so will. Die GamesConvention konnte sich in kürzester Zeit als Videospielmesse behaupten und wurde auf einem Niveau mit der E3 und der Tokyo Game Show gehandelt. Leider wuchs das Event so schnell, dass die Leipziger Messe zu klein wurde und ein neuer Ort her musste – das war die Geburt der gamescom in Köln.

Auch wenn es sechs Jahre her ist, wurde Leipzig von Videospiel-Fans nie vergessen. Die Glashalle, die schlauchartigen Verbindungen zwischen den Hallen – Gamer verfallen fast in Nostalgie, wenn sie an die GamesConvention denken. Das haben die Veranstalter der DreamHack für sich genutzt und haben Leipzig als perfekten Ort für ihr Event auserkoren.

Die Höhepunkte des Events:

Für E-Sport-Fans war die DreamHack natürlich wie ein Süßigkeitenladen für 10 Jährige mit Taschengeld von den Eltern: Ein Paradies. Ob StarCraft 2, Hearthstone, FIFA 16 oder Counter-Strike: Global Offensive – es war für viele etwas dabei. Vor allem das Counter-Strike-Event war extrem stark besucht und füllte die Tribüne durchgehend. Obwohl der deutsche Vertreter vor Ort in der Gruppenphase ausschied, war die Stimmung sehr ausgelassen und man konnte auch am anderen Ende der Halle noch klar und deutlich hören, wenn etwas Unglaubliches passierte – Gänsehaut-Feeling pur.

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Aber auch diverse Cosplayer zeigten im passenden Contest ihr näherisches und künstlerisches Engagement und zeigten teils atemberaubende Verkleidungen (vier Jahre bastelte eine Frau an ihrem Kleid!!). Egal wo man hinsah, man konnte immer wieder etwas Interessantes entdecken.

Twitch ist natürlich im E-Sport-Bereich ein wichtiger Partner für Übertragungen – aus diesem Grund gab es auch eine Stream-Area, in der bekannte Streamer wie die Jungs von Pietsmiet, HandOfBlood oder Miss Rage ihre PCs aufgebaut hatten. Es klingt etwas absurd, aber es gab wirklich einige Fans, die sich vor die Streamer gestellt haben und ihnen beim Spielen zuschauten – erkennen konnte man dabei nicht wirklich viel, denn die meisten Streamer waren größtenteils verdeckt durch die großen Monitore (zum Glück konnte man im Hintergrund auf einem kleinen Bildschirm noch den richtigen Stream sehen).

Die größten Streamer vor Ort haben sogar einen eigenen Stand bekommen: Die RocketBeans sind wahrscheinlich jedem Gamer ein Begriff und Urgesteine der Szene. Kaum verwunderlich war es also, wenn man an jeder Ecke einen Fan in RocketBeans-Fanwear antraf und auch vor ihrem Stand regelmäßig großer Andrang herrschte. Das DJ-Duo der Bohnen legte dann auch freitags auf der großen Party auf – was für eine unglaubliche Party!

2K Games war als einziger Spielehersteller vor Ort und nutzt die Chance um das neue Spiel der breiten Masse zu zeigen: Battleborn ist der neue Hero-Shooter  und zog einige Videospiel-Begeisterte an den Stand. Wir konnten nicht nur das Spiel antesten, sondern spielten sofort in 5-vs-5-Matches, die den ganzen Tag von zwei talentierten Castern kommentiert wurden – endlich einmal wie ein Profi fühlen!

Battleborn

Zwar war die LAN-Area ziemlich klein (ein Viertel der Halle), aber beim Durchwandern kam einfach Nostalgie auf. Überall saßen junge Menschenn an ihren PCs oder schliefen auf ihrer Tastatur. Matratzen, Schlafsäcke, Pizzastücke – ja, das war eine LAN. Und das gerade einmal 5 Meter entfernt von einem E-Sport-Event, bei dem im Internet über 140.000 Menschen zuschauten.

Ist die DreamHack ein würdiger Nachfolger?

Das kann man schwierig beantworten: Haben die beiden Messen überhaupt etwas gemeinsam? Allein die Größe spricht für sich. Für die DreamHack wurde einzig eine Halle und der hintere Eingangsbereich angemietet und das hat locker gereicht – nie hatte man das Gefühl, dass der Andrang zu groß ist (außer vielleicht vor dem Crêpe-Stand der durchgehend überfüllt war).

Auch die Stände der verschiedenen Hardware-Hersteller waren wohl schön, aber auch nicht wirklich notwendig. An den Meisten konnte man eh nur Counter-Strike oder League of Legends spielen – außer Battleborn war nichts Neues zu sehen.

Aber das soll die DreamHack auch nicht! Die DreamHack hat zwar im Vorfeld versucht das Gefühl der GamesConvention für sich zu benutzen, aber es ist keine Videospiel-Messe im eigentlichen Sinn, sondern eine LAN mit E-Sport-Events – nicht mehr und nicht weniger: Eben eine Art Festival.

Hoffentlich wird das nächste Event noch etwas größer und etabliert sich in Leipzig – die Stad steht einfach für Gaming.

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