Nach Real Life-Lootboxen-Skandal: YouTuber verschickt abgelaufene Amazon-Gutscheine

Marvin Fuhrmann 1

Lootboxen haben es geschafft, die Spielerschaft an den Rand der Verzweiflung zu treiben. Die Kisten, in denen zufällige Items stecken, machen auch heute noch viele Gamer wütend. Schön, dass diese Wut dank echter Lootboxen jetzt auch im Real Life angekommen ist.

Im Dezember 2018 ist eine Seite an den Start gegangen, die den Namen „MysteryBrand“ trägt. Im Grunde musst du dir diese wie eine CSGO-Gambling-Seite vorstellen. Hier werden für Geldbeträge Kisten geöffnet, die dann keine Skins sondern „echte“ Gegenstände beinhalten. Darunter kleinere Artikel wie Fidget Spinner, Kabel für diverse Geräte, aber auch große Preise.

MysteryBrand wirbt damit, Fernseher, teure Handtaschen und sogar Sportwagen mit Millionenwert in die Lootboxen zu packen. Darunter beispielsweise ein Lamborghini Centenario 2018 mit einem vermeintlichen Wert von 2,5 Millionen Dollar. Youtuber wie Jake Paul promoten die Website auch noch auf ihren Kanälen und bringen vermutlich viele Abonnenten dazu, den „Spaß“ einmal auszuprobieren.

Berühmter amerikanischer YouTuber verschickt als Entschuldigung abgelaufene Amazon-Gutscheine

Die YouTuber, die diese Website unterstützen, sind nun eingeknickt. Der Influencer Jake Paul twitterte nur kurz, dass du nicht um Geld spielen solltest. Einen anderen YouTuber wiederum hat es härter getroffen. RiceGum bewarb die Seite ebenfalls und erntete dafür viel Kritik.

Der Hauptgrund dafür war allerdings, dass die Zuschauer ihm vorwarfen, Werbung dafür zu machen und es nicht als solche zu kennzeichnen. Am Ende kam raus: RiceGum war sogar offizieller Partner und gab das nicht öffentlich an. Als Entschuldigung verschickte er daraufhin Amazon-Gutschein-Codes – blöderweise funktionieren die aber nicht.

Ein weiterer YouTuber, nämlich Good Day Sir, testete diese Codes und schrieb Amazon an. Dabei fand er heraus, dass einige davon bereits seit Monaten abgelaufen waren. So viel zur großen Entschuldigung von RiceGum. Das ging wohl nach hinten los.

So sehen erste Gesetzentwürfe gegen Lootboxen in den USA aus.

Gesetzentwurf von Chris Lee gegen Lootboxen.

MysteryBrand sieht alles andere als seriös aus. Die Texte der Seite sind ziemlich wirr geschrieben, die Preise der Items künstlich aufgeblasen und die Email-Adressen der Gewinner werden direkt auf der Startseite selbst für unangemeldete User angezeigt. Zudem könnte MysteryBrand schon jetzt gegen einige Gesetze in den USA verstoßen, die Minderjährige vor den Auswirkungen von Glücksspiel schützen sollen. Wir raten: Finger weg und investiere dein Geld lieber in nützliche Sachen.

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